6 Einfache Wege, Bestäuber anzulocken und Ihre Ernte zu verbessern
Bestäuber spielen eine zentrale Rolle für den Erfolg Ihres Gartens und die Ernte von Obst und Gemüse. Ohne gesunde Bestäubung ist der Anbau vieler Pflanzenarten kaum möglich. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Bestäuber in Ihrem Garten anziehen können – von Bienen und Schmetterlingen bis hin zu Fledermäusen und Kolibris – und warum das so wichtig für Ihre Ernte ist.
Warum ist Bestäubung so wichtig?
Bestäubung ist ein wesentlicher Bestandteil der Pflanzenvermehrung. Die meisten Pflanzen sind auf Bestäuber wie Bienen, Fledermäuse, Schmetterlinge, Motten und Käfer angewiesen, um Pollen von den männlichen zu den weiblichen Blüten zu übertragen. Dabei ist die Beziehung symbiotisch: Bestäuber ernähren sich von Pollen oder Nektar, während die Pflanzen dadurch befruchtet werden.
Gerade im Frühling erwachen die Bestäuber aus ihrem Winterschlaf und beginnen mit der Arbeit an Obstbäumen und Frühblühern. Im Sommer erreichen sie ihren Höhepunkt, wenn zahlreiche Blüten Nahrung bieten. Im Herbst und Winter nehmen die Aktivitäten ab, die Tiere ziehen sich zurück. Daher ist es wichtig, ganzjährig auf die Bedürfnisse der Bestäuber zu achten, um ihnen auch Schutz und Überwinterungsmöglichkeiten zu bieten.
Welche Arten von Bestäubern gibt es?
Die wohl bekanntesten Bestäuber sind die Bienen. Doch es gibt zahlreiche weitere wichtige Helfer, die Sie in Ihrem Garten willkommen heißen sollten:
- Fledermäuse
- Schmetterlinge
- Käfer
- Fliegen
- Kolibris
- Motten
- Wespen
Auch der Wind trägt zur Bestäubung bei, beispielsweise bei Bäumen, Wildblumen und Gräsern. Für die meisten Gemüsepflanzen, Beeren und Zierpflanzen sind jedoch tierische Bestäuber unverzichtbar.
Wie lockt man Bestäuber an? 6 wichtige Tipps
Ohne Bestäuber würde ein Großteil der Pflanzen in Ihrem Garten nicht blühen oder Früchte tragen. Manuelle Bestäubung ist zwar eine Möglichkeit, aber zeitaufwändig und mühsam. Besser ist es, natürliche Bestäuber gezielt anzuziehen und zu fördern. Hier sind sechs erprobte Strategien, wie das gelingt:
1. Lebensraum schaffen
Bestäuber brauchen Rückzugsorte und Nistplätze. Sie können fertige Nistkästen für Bienen und Fledermäuse kaufen oder naturnahe Lebensräume schaffen. Laubhaufen, unbehandelte Gartenbeete, Ast- und Steinhaufen sowie ungestörte Ecken bieten ideale Überwinterungsplätze.
Vermeiden Sie es, im Spätherbst und Winter Laub, Äste oder Steine zu entfernen, um die Bestäuber nicht zu stören. Prüfen Sie beim Winterschnitt Pflanzen auf Nester und verzichten Sie möglichst auf Bodenbearbeitung in dieser Zeit.
2. Wasser anbieten
Bestäuber benötigen auch Wasserquellen zum Trinken. Eine einfache, selbstgemachte Wasserstelle mit einem flachen Untersetzer, in dem Steine als Sitzplätze liegen, ist ideal für Bienen und andere kleine Insekten. So bleiben die Tiere länger in Ihrem Garten und fühlen sich wohl.
3. Blühende Pflanzen auswählen
Blumen mit reichlich Nektar sind die Nahrung für Bestäuber. Ein vielfältiger Garten mit einer Mischung aus verschiedenen Arten und Farben weckt das Interesse der Tiere und fördert die Biodiversität.
Planen Sie Ihre Bepflanzung so, dass das Blütenangebot von Frühling bis Herbst reicht. Kombinieren Sie einjährige und mehrjährige Pflanzen sowie heimische Arten, die speziell auf lokale Bestäuber abgestimmt sind.
Beliebte Pflanzen für Bestäubergärten sind unter anderem:
- Paradiesvogelblume (Strelitzia spp.)
- Glockenblumen (Platycodon grandiflorus)
- Fuchsien (Fuchsia spp.)
- Goldrute (Solidago spp.)
- Traubenhyazinthen (Muscari spp.)
- Heidekraut (Calluna vulgaris)
- Hyazinthen (Hyacinthus spp.)
- Lavendel (Lavandula spp.)
- Minze (Mentha spp.)
- Felsenmuschel (Arabis spp.)
- Rosmarin (Salvia rosmarinus)
- Sonnenblumen (Helianthus spp.)
- Thymian (Thymus vulgaris)
4. Auf den Verzicht von Pestiziden achten
Studien belegen einen Rückgang der Bestäubung um bis zu 57 % durch den Einsatz von Pestiziden. Doch viele Gärtner sind sich dieser Gefahr nicht bewusst. Vermeiden Sie chemische Mittel und setzen Sie stattdessen auf natürliche Alternativen, Fruchtfolge und biologische Schädlingsbekämpfung, um die Bestäuber zu schützen.
5. Den Garten bewusst „wild“ lassen
Ein zu aufgeräumter Garten ist für Bestäuber wenig einladend. Unkrautbüschel, Laub, Äste und verwilderte Bereiche bieten Schutz und Nistmöglichkeiten. Sie sollten daher nicht alles sofort entfernen, sondern wilder gestaltete Abschnitte bewusst zulassen.
Auch hohes Gras bietet Schutz vor Witterung und Fressfeinden. Ein naturnaher Garten fördert die Artenvielfalt und lockt mehr Bestäuber an.
6. Stellen mit freiem Boden lassen
Erdbrütende Einsiedlerbienen legen ihre Nester gerne im Boden an. Stellen Sie sicher, dass Bereiche mit freiem, unbedecktem Boden vorhanden sind, damit diese wichtigen Bestäuber sich ansiedeln können.
Wenn Sie Mulch verwenden, lassen Sie kleine kahle Stellen frei, um den Bienen das Nisten zu ermöglichen.
Fazit: Bestäubergärten sind die Zukunft für eine reiche Ernte
Angesichts von Klimawandel und Rückgang vieler Bestäuberarten ist es wichtiger denn je, Schutzräume für diese Tiere zu schaffen. Bestäuber sind unverzichtbar für unsere Ernährung und die Biodiversität. Ein Garten, der das ganze Jahr über Lebensraum und Nahrung bietet, trägt zu einem gesunden Ökosystem bei und steigert Ihre Ernteerträge signifikant.
Wenn Sie mit heimischen Pflanzen starten und die oben genannten Tipps umsetzen, werden Sie schnell erleben, wie Ihr Garten lebendiger wird. So bringen Sie mehr Vielfalt, Farbe und Leben in Ihren Außenbereich – zum Wohl Ihrer Pflanzen und der wertvollen Bestäuber.
Probieren Sie es aus und entdecken Sie die faszinierende Welt der Bestäuber in Ihrem eigenen Garten!
