6 Gründe, warum Ihre Tomaten nicht reifen – und was Sie dagegen tun können
Es gibt kaum etwas Frustrierenderes, als Tomatenpflanzen voller grüner Früchte zu haben, die einfach nicht rot werden wollen. Dieses Problem ist häufiger als man denkt und die Ursachen dafür können vielfältig sein. In diesem Artikel erfahren Sie, warum Ihre Tomaten nicht reifen und wie Sie die Reifung fördern können.
Warum reifen Tomaten überhaupt?
Bevor wir auf die Gründe eingehen, warum Ihre Tomaten nicht reifen, ist es wichtig zu verstehen, wie der Reifeprozess funktioniert. Tomaten enthalten zu Beginn Chlorophyll, das ihnen ihre grüne Farbe verleiht. Sobald der Reifeprozess einsetzt, produzieren die Früchte das natürliche Hormon Ethylen, das die Reifung startet. Dabei entwickelt sich im Inneren der Tomate das Farbpigment Lycopin, das für die rote Farbe verantwortlich ist. Je nach Tomatensorte können die reifen Früchte jedoch auch orange, gelb, schwarz, violett oder sogar gestreift sein.
6 Ursachen, warum Ihre Tomaten nicht reifen
1. Zu hohe Temperaturen
Tomaten sind wärmeliebende Pflanzen, jedoch vertragen sie Temperaturen nur bis zu einem gewissen Grad. Die ideale Temperaturspanne für die Reifung liegt zwischen 20 und 25 °C (68–77 °F). Übersteigen die Temperaturen 29 °C (85 °F) oder mehr, verlangsamt sich die Reifung oder stoppt sogar komplett. Leider können wir das Wetter nicht steuern – es bleibt nur Geduld, bis sich die Temperaturen abkühlen.
2. Zu niedrige Temperaturen
Nicht nur zu viel Hitze kann problematisch sein, auch kühle Temperaturen verzögern die Reifung. Liegen die Tagestemperaturen unter 15 °C (60 °F) und nachts unter 10 °C (50 °F), kann der Reifeprozess vollständig zum Erliegen kommen. Zudem setzen die Pflanzen bei solchen Temperaturen keine neuen Früchte an. Um Ihre Tomaten zu schützen, können Sie Row Covers, alte Bettlaken oder Planen verwenden, um Wärme einzufangen und die Früchte vor Kälte zu bewahren.
3. Die gewählte Tomatensorte passt nicht zu Ihrer Region
Wenn Ihre Tomaten zwar grün, aber die ersten Frosttage bereits naht sind, wurde wahrscheinlich eine Sorte gewählt, die zu lange zum Reifen braucht. In Regionen mit kurzer Vegetationsperiode sollten Sorten gewählt werden, die innerhalb von 50 bis 70 Tagen nach dem Auspflanzen reifen. Ein Beispiel ist die Sorte „Early Girl“, die schon nach etwa 50 Tagen erntereife Früchte liefert. Haben Sie dennoch Sorten gepflanzt, die länger brauchen, können Sie versuchen, die Saison mit einem Gewächshaus oder Row Covers zu verlängern, jedoch mit begrenztem Erfolg.
4. Überwucherte oder gestresste Pflanzen
Tomatenpflanzen haben nur begrenzt Energie. Wenn die Pflanzen viele Blätter oder Blüten bilden, fehlt diese Energie für die Reifung der Früchte. Daher ist regelmäßiges Ausgeizen und Zurückschneiden wichtig, um die Pflanzen zu entlasten und die Luftzirkulation zu verbessern. Vermeiden Sie zudem eine Überdüngung mit stickstoffhaltigem Dünger, da dieser das Pflanzenwachstum auf Laub und nicht auf Früchte fördert.
5. Blütenendfäule (Blossom End Rot)
Blütenendfäule ist ein häufiges Problem, das die Stressbelastung der Pflanze erhöht und dadurch das Reifen der Früchte hemmt. Erkennbar ist diese Störung an schwarzen, eingesunkenen Stellen am unteren Ende der Tomate. Ursache ist meist ein Calciummangel, der jedoch oft durch ungleichmäßige Bewässerung entsteht, wodurch die Pflanze das Calcium nicht aufnehmen kann. Achten Sie daher auf gleichmäßige Wassergaben, um das Problem zu vermeiden.
6. Mangel an ausreichend Sonnenlicht
Tomaten benötigen mindestens sieben Stunden direktes Sonnenlicht pro Tag, um optimal zu reifen. Ein zu schattiger Standort, beispielsweise durch nahe stehende Bäume oder zu dichten Pflanzabstand, kann die Reifung verzögern oder verhindern. Achten Sie deshalb auf einen sonnigen Pflanzplatz mit ausreichend Abstand zwischen den Pflanzen, ideal sind mindestens 60 cm Abstand, für größere Sorten mehr.
Grüne Tomaten können Sie auch genießen!
Manchmal reifen grüne Tomaten einfach nicht richtig – das ist kein Grund zur Sorge. Grüne Tomaten sind essbar und können auf verschiedene Weise verarbeitet werden: gebraten, eingelegt oder gekocht. Achten Sie darauf, sie vor dem Verzehr zu verarbeiten, da sie in rohem Zustand schwer verdaulich sein können. Klassiker wie „fried green tomatoes“ sind köstliche Alternativen, um grüne Früchte zu genießen.
Fazit
Das Warten auf die reifen Tomatenfrüchte kann mitunter frustrierend sein. Doch mit Wissen über die optimalen Temperaturen, den passenden Sorten und guten Pflegemaßnahmen können Sie die Reifung Ihrer Tomatenpflanzen unterstützen. Sollten dennoch grüne Tomaten bleiben, sind diese eine hervorragende Basis für leckere Rezepte. Viel Erfolg beim Gärtnern und Genießen Ihrer Tomatenernte!
