9 Verheerende Bohnenpflanzenkrankheiten und wie man sie behandelt

9 Verheerende Bohnenerkrankungen und wie Sie diese behandeln

Bohnen sind eine beliebte Nutzpflanze im heimischen Garten, doch leider sind sie anfällig für eine Reihe von Krankheiten, die Ernteerträge massiv beeinträchtigen können. Haben Sie bei Ihren Bohnen seltsame Symptome entdeckt oder planen Sie, diese Saison Bohnen anzubauen und möchten sich am besten vorbeugend informieren? Dann ist es wichtig, die häufigsten Bohnenerkrankungen zu kennen.

Wie bei allen Pflanzenkrankheiten entscheidet frühe Diagnose und konsequentes Handeln darüber, ob Sie eine reiche Ernte einfahren oder frustrierend leere Beete vorfinden. Kontrollieren Sie Ihre Bohnen regelmäßig, entfernen Sie befallene Pflanzenteile und setzen Sie frühzeitig auf geeignete Fungizide und vorbeugende Maßnahmen.

Häufige Bohnenerkrankungen im Überblick

  • 1. Echter Mehltau
  • 2. Bakterieller Blattfleck (Bakterienbrand)
  • 3. Anthraknose
  • 4. Wurzelhalsgallenkrankheit
  • 5. Pythium-Wurzelfäule
  • 6. Bohnen-Gelb-Mosaik-Virus (BYMV)
  • 7. Bohnen-Mosaik-Nekrose-Virus (BCMNV)
  • 8. Fusariumwelke
  • 9. Damping-Off (Sämlingskrankheit)

1. Echter Mehltau bei Bohnen

Der Echte Mehltau ist eine der häufigsten Pilzerkrankungen an Bohnen, besonders in heißen und feuchten Sommern. Ursache sind Pilze aus der Familie der Erysiphales, die sich durch weißliche, puderartige Flecken auf Blättern und Hülsen zeigen.

Der Pilz bevorzugt schattige, feuchte Standorte. Um ihm vorzubeugen, sollten Sie Bohnen an einem sonnigen Platz pflanzen (mindestens sechs Stunden Sonne täglich). Eine luftige Belaubung durch regelmäßigen Schnitt verhindert die Ansammlung von Sporen. Überprüfen Sie Ihre Pflanzen täglich und entfernen Sie befallene Pflanzenteile sofort. Diese sollten verbrannt werden, um eine weitere Ausbreitung zu verhindern.

Als biologische Behandlung können Sie organische Fungizide wie Milch- oder Natronlösungen verwenden. Kupferhaltige Präparate wirken ebenfalls effektiv. Achten Sie darauf, dass keine Pflanzenreste am Boden liegen bleiben, da sich dort Sporen sammeln und bei Regen hochspritzen können.

2. Bakterieller Blattfleck (Bakterienbrand)

Wenn Blätter, Zweige und junge Triebe schwarz und nekrotisch werden, handelt es sich meist um den bakteriellen Blattfleck verursacht durch Pseudomonas syringae pv. syringae.

Dieser Erreger wird durch Insekten übertragen, was die Bekämpfung erschwert. Eine Heilung gibt es nicht, deshalb ist Vorbeugung essenziell: Durchführen von Fruchtfolgen, Boden-Solarisation und der Anbau resistenter Sorten schützt Ihre Kulturen am besten. Ebenso helfen schützende Abdeckungen (Vlies) und regelmäßiges Entfernen befallener Pflanzenteile mit sterilen Werkzeugen.

3. Anthraknose

Anthraknose ist eine Pilzkrankheit, die besonders in kühlen, feuchten Regionen wie dem Nordosten der USA, Kanada, UK und Nordeuropa auftritt. Erkennbar ist sie an kleinen, dunklen, eingesunkenen Läsionen auf Stängeln, Blättern und Früchten.

Die Krankheit wird durch Colletotrichum-Pilze hervorgerufen und überwintert im Boden sowie auf abgefallenen Blättern. Im Sommer mit heißem, trockenem Wetter verschwindet sie meist wieder.

Es gibt keine Heilung. Wichtig sind vorbeugende Maßnahmen: Werkzeuge desinfizieren, befallene Pflanzenteile entfernen und verbrennen, Boden frei von Pflanzenresten halten, regelmäßiger Neem-Öl-Spray und Fruchtfolge. Verwenden Sie keine vom Pilz befallenen Samen.

4. Wurzelhalsgallenkrankheit

Diese bakterielle Krankheit zeigt sich durch raue, holzige Wucherungen (Gallen) an Stämmen und Zweigen und wird durch Agrobacterium tumefaciens verursacht. Die Bakterien gelangen über Wunden in die Pflanze, etwa durch Schnittverletzungen oder Insektenstiche.

Eine Heilung gibt es nicht – betroffene Pflanzen müssen entfernt und verbrannt werden. Bodenbereiche mit befallenen Pflanzen sollten mit kupfer- oder kreosothaltigen Mitteln behandelt und für mindestens ein Jahr brachliegen gelassen werden. Anschließend sollten gallresistente Sorten gepflanzt werden.

5. Pythium-Wurzelfäule

Diese Wurzelfäule entsteht durch Wassertierchen (Pythium spp.), die besonders in kühlen, feuchten Böden aktiv sind. Sie schädigen Wurzeln, hemmen Keimung und führen zum Welken der Pflanzen.

Symptome sind welke, umfallende Pflanzen mit braunen, matschigen Wurzeln. Es gibt keine wirksame Heilung; betroffene Pflanzen sind zu entfernen. Vermeiden Sie das Pflanzen in Staunässe-Bereichen und verwenden Sie resistentes Saatgut. Der Boden sollte solarisiert oder mit zugelassenen Fungiziden (Metalaxyl, Mefenoxam) behandelt werden.

6. Bohnen-Gelb-Mosaik-Virus (BYMV)

Das BYMV ist ein weit verbreitetes Virus, das mosaikartige gelbe Muster auf den Blättern hervorruft. Es befallen besonders Bohnen, Erdnüsse, Saubohnen und weitere Hülsenfrüchte.

Übertragen wird das Virus hauptsächlich durch Blattläuse. Eine direkte Bekämpfung gibt es nicht – befallene Pflanzen müssen vernichtet werden. Schützen Sie Jungpflanzen mit Vliesabdeckungen und behandeln Sie sie regelmäßig mit Neemöl. Fördern Sie natürliche Feinde der Blattläuse, wie Marienkäfer und Florfliegen.

7. Bohnen-Mosaik-Nekrose-Virus (BCMNV)

Dieses Virus ähnelt dem BYMV, führt jedoch zu systemischer Nekrose (Absterben von Pflanzenteilen). Auch hier gibt es keine Behandlungsmöglichkeiten – infizierte Pflanzen sind zu entfernen. Befallene Bodenbereiche sollten ausgetauscht oder gründlich behandelt werden, Fruchtfolge ist dringend zu empfehlen.

8. Fusariumwelke

Fusariumwelke wird durch Fusarium oxysporum hervorgerufen und ist eine gefährliche, kaum behandelbare Bodenpilzkrankheit. Sie zeigt sich durch Vergilbung, Blattabwurf und Welken bei warm-feuchtem Wetter.

Befallene Pflanzen müssen sofort entfernt und verbrannt werden. Gartenwerkzeuge sind nach Gebrauch zu desinfizieren. Nach der Saison empfiehlt sich die Boden-Solarisation und Fruchtfolge (mindestens 3 Jahre). Zusätzlich helfen Fungizide mit breitem Wirkungsspektrum.

9. Damping-Off (Sämlingskrankheit)

Damping-Off beschreibt das plötzliche Umfallen und Absterben von Jungpflanzen. Ursache sind verschiedene Pilze wie Fusarium, Botrytis, Phytophthora, Pythium und andere, die in feuchten Böden gedeihen.

Um die Sämlingskrankheit zu vermeiden, verwenden Sie sterile Anzuchterden und setzen Sie die Pflanzen erst dann ins Freiland, wenn der Boden warm und trocken ist. Fruchtfolge und resistente Sorten verhindern erneuten Befall. Bei wiederholtem Auftreten sollten Sie den Boden austauschen oder sterilisiere Maßnahmen anwenden, wie das Umgraben und die Solarisation.

Fazit: Bohnenerkrankungen erkennen, vorbeugen und behandeln

Die Pflege und Beobachtung Ihrer Bohnenpflanzen ist der Schlüssel für eine erfolgreiche Ernte ohne lästige Krankheiten. Durch geeignete Standorte, richtige Pflanzabstände, Auswahl resistenter Sorten sowie den Einsatz organischer Fungizide und natürlicher Nützlinge können Sie vielen Krankheiten vorbeugen. Befallene Pflanzen sollten Sie umgehend entfernen und fachgerecht entsorgen, damit Ihr Garten gesund und ertragreich bleibt.

Informieren Sie sich regelmäßig über vorbeugende Maßnahmen und hilfreiche Gartenpraktiken, um Ihre Ernte vor den verheerenden Folgen von Bohnenerkrankungen zu schützen.

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