15 der besten Pastinaken-Sorten für Ihren Garten

Die besten Pastinaken-Sorten zum Anbauen: Vollständiger Garten- und Rezeptguide

Pastinaken gehören zu den meist unterschätzten Gemüsesorten im Gemüsebeet. Oft übersehen wir diese hellen, karottenähnlichen Wurzeln und greifen stattdessen zu Steckrüben, Möhren oder Kartoffeln. Doch Pastinaken sind weit mehr als blasse Karotten – sie überzeugen mit einem nussigen, süßlichen Geschmack und einem reichen Nährstoffprofil.

Mit ihrem vollmundigen, erdigen Aroma sind Pastinaken eine köstliche Zutat, die besonders in wärmenden Wintereintöpfen mit Wild, Lamm oder Bär hervorragend zur Geltung kommt. In diesem Artikel stellen wir Ihnen die besten Pastinaken-Sorten vor und geben ausführliche Tipps zum Anbau, zur Pflege und Ernte sowie zur vielseitigen Verwendung in der Küche.

Beliebte Pastinaken-Sorten im Überblick

Pastinaken (Pastinaca sativa) sind robuste Wurzelgemüse, die besonders in kälteren Klimazonen mit kurzen Wachstumszeiten gedeihen. Es gibt zahlreiche Sorten, von bewährten Klassikern bis zu eher seltenen, aber besonders schmackhaften Varianten.

Albion

Die Sorten ‘Albion’ besitzen lange, schlanke Wurzeln mit einem charakteristischen aufgeblähten oberen Teil. Sie sind extrem weiß, im Gegensatz zu den eher creme- oder beige-farbigen anderen Sorten, und erreichen eine Länge von bis zu 45 cm. Die Reifezeit beträgt ca. 120 Tage, was etwas länger ist als bei anderen Sorten. ‘Albion’ liefert zuverlässig gute Erträge.

All-American

Diese Sorte ist besonders süß und erdig im Geschmack. ‘All-American’ bringt cremig-weiße, große Wurzeln hervor, die bis zu 30 cm lang und etwa 9 cm breit werden können. Die Reifezeit beträgt nur ca. 95 Tage, wodurch sie sich gut für eine schnellere Ernte eignet.

Archer

‘Archer’ ist resistent gegen die gefürchtete Pastinakengalle, eine Pilzerkrankung, die Wurzelfäule verursacht. Die Sorte besticht durch einen feinen, cremigen Geschmack und benötigt rund 120 Tage zur Reife.

Bedford Monarch

Eine seltene, alte Sorte mit langen weißen Wurzeln und süßem Aroma. ‘Bedford Monarch’ ist kräftig genug, um auch festere Böden zu durchdringen und den Boden für folgende Kulturen zu lockern. Die Reifezeit liegt bei etwa 120 Tagen.

Cobham Marrow

Diese Sorte zeichnet sich durch ihre glatte, weiße Haut und den süßlich-nussigen Geschmack aus. Die Wurzeln sind im Durchschnitt ca. 20 cm lang, reifen bereits nach 95 Tagen und sind zudem resistent gegen Gallenkrankheiten.

Gladiator

‘Gladiator’ präsentiert hohle Kronen, die etwas aufwendig zu säubern sind, aber optisch ansprechend wirken. Reif nach 120 Tagen, ist diese Sorte galleresistent und lange lagerfähig – sowohl im Boden als auch im Keller.

Half Long Guernsey

Diese historische Sorte aus Guernsey ist halb so lang wie die weit verbreitete ‘Hollow Crown’, dafür besonders süß und zart. Sie wird nach etwa 110 Tagen erntereif.

Harris Model

Mit einer Reifezeit von 95 Tagen bringt ‘Harris Model’ süße, cremig-weiße Pastinaken mit einheitlicher Form hervor. Ideal für Gärtner, die auf schnelle Ernte setzen.

Hollow Crown

Die beliebteste moderne Sorte, ‘Hollow Crown’, erzeugt regelmäßig schöne Wurzeln und ist leicht galleresistent. Sie benötigt rund 105 Tage bis zur Ernte und eignet sich hervorragend für Einsteiger.

Javelin

Diese Sorte punktet mit schlanken, spitz zulaufenden Wurzeln, die hervorragend im Boden lagerfähig sind. Sie widersteht Gallenkrankheiten, ist ertragreich und geschmacklich sehr überzeugend. Die Reifezeit liegt bei 110–120 Tagen.

Kral Russian

Eine frühe Sorte mit kurzen, runden Wurzeln, die auch in flachen oder harten Böden gut wächst. Sie ist besonders kälteresistent und reift nach 90–100 Tagen.

Palace

Sehr beliebte Sorte mit süßem Aroma, großen glatten, beinahe weißen Wurzeln und milder Galleresistenz. Die Reifezeit beträgt ca. 110 Tage. ‘Palace’ wurde mit dem renommierten RHS Award of Garden Merit ausgezeichnet.

Viking

Mit einer Reifezeit von 120 Tagen benötigt ‘Viking’ etwas Geduld. Sie liefert aber kräftige, keilförmige weiße Wurzeln mit festem Fleisch.

Warrior

Eine geschmacklich herausragende Sorte mit bis zu 30 cm langen Wurzeln ohne ausgeprägte Spitze. Sie ist galleresistent und reift in 105 Tagen. Wichtig: Pastinaken nicht zu lange im Boden lassen, da sie sonst holzig und bitter werden.

White Spear

Diese klassische Sorte trägt breite, weißliche Wurzeln mit glatter Haut, die bis zu 90 cm lang werden können. Reifezeit: 120 Tage.

Pastinaken anbauen: Schritt-für-Schritt Anleitung

Standort und Boden vorbereiten

Pastinaken benötigen lockeren, tiefgründigen, nährstoffreichen Lehmboden ohne Steine. Ein zu kompakter oder steiniger Boden hemmt das Wurzelwachstum und führt zu verformten Pastinaken. Ideal ist ein ausgewogener Nährstoffgehalt, beispielsweise durch das Einarbeiten von gut verrottetem Kompost oder einem ausgewogenen Dünger (z. B. 5-10-10). Zu viel Stickstoff fördert das Blattwachstum auf Kosten der Wurzeln.

Der Standort sollte sonnig und gut drainiert sein, da Pastinaken keine Staunässe vertragen.

Aussaat und Keimung

Sobald der Boden im Frühjahr bearbeitbar ist und Temperaturen zwischen 10–21 °C (50–70 °F) erreicht, können die Samen ausgesät werden. Pflanzen Sie die Samen ca. 0,5 bis 1 cm tief und mit einem Abstand von rund 2,5 cm. Nach dem Keimen sollten die Pflanzen auf etwa 7–8 cm Abstand ausgedünnt werden.

Die Reihen sollten einen Abstand von ca. 25–30 cm haben. Pastinakensamen keimen langsam und unregelmäßig – es kann zwischen zwei Wochen bis zu einem Monat dauern. Geduld ist hier gefragt!

Für eine dauerhafte Ernte empfiehlt sich die Nachsaat im Abstand von einigen Wochen.

Pflege während der Wachstumsphase

Nach dem Auflaufen sind Pastinaken relativ robust. Dennoch ist regelmäßiges Unkrautjäten wichtig, da konkurrierende Pflanzen den zarten Keimlingen schaden können. Bewässern Sie bei längerer Trockenheit, vor allem in den Sommermonaten, gründlich, damit die Wurzeln optimal wachsen können.

Ernte

Je nach Sorte benötigen Pastinaken 95–120 Tage bis zur Ernte. Läuft das Blattwerk ein oder ist der Kronendurchmesser etwa 2 cm (für größere Sorten 2,5 cm) erreicht, können die Wurzeln geerntet werden. Pastinaken sind kälteunempfindlich und können sogar nach dem ersten Frost geerntet werden – das steigert oft die Süße.

Alternativ lassen sich Pastinaken im Boden lagern und bei Bedarf frisch ernten. Länger gelagerte Pastinaken sollten kühl und trocken, ähnlich wie Möhren, gelagert werden.

Tipps zum Schutz vor « Pastinakenschäden »

Beim Ernten oder Verarbeiten kann es bei empfindlichen Personen zu Hautreizungen, sogenannten Pastinakenschäden, kommen – ähnlich wie beim Kontakt mit Wildem oder Riesen-Bärenklau. Tragen Sie daher bei der Ernte Handschuhe und ernten Sie am besten an kühlen, trockenen Tagen.

Leckere Pastinaken-Rezepte zum Ausprobieren

Pastinaken sind vielseitig einsetzbar in der Küche und bringen süße, nussige Geschmacksnoten in viele Gerichte.

  • Geröstete Pastinaken: Pastinaken schälen, in Stifte schneiden, mit Öl, Salz und Kräutern wie Thymian oder Petersilie vermengen und bei 180 °C im Ofen rösten. Das Rösten bringt hervorragende Süße hervor.
  • Pastinakenpüree: Wie Kartoffelpüree zubereiten – gekocht und mit Butter sowie Sahne oder Milch püriert.
  • Pastinakensuppe: Pastinaken backen, pürieren und mit Brühe zu einer cremigen Suppe verarbeiten.
  • Pastinaken-Chips oder -Pommes: Dünn schneiden und frittieren oder backen.
  • Pastinakenbrot: Ein würziges, süßliches Brot ähnlich Zucchinibrot, verfeinert mit Gewürzen wie Zimt und Nelke.

Fazit: Pastinaken als vielseitiges Wurzelgemüse im eigenen Garten

Die zahlreichen Pastinakensorten bieten für jeden Gartenfreund eine passende Variante – ob frühe, widerstandsfähige oder besonders süße Sorten. Die anspruchslose Pflege und die vielfältigen Verwendungsmöglichkeiten machen Pastinaken zu einer hervorragenden Ergänzung im Gemüsebeet. Nutzen Sie die im Artikel vorgestellten Tipps zur Aussaat, Pflege und Ernte und entdecken Sie die kulinarischen Möglichkeiten dieses winterharten Wurzelgemüses.

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