Plantains anbauen: Alles über Anbau, Pflege und Ernte
Als leidenschaftlicher Gärtner und Selbstversorger gibt es kaum etwas Schöneres, als neue Pflanzen im eigenen Garten zu entdecken. Besonders spannend ist der Anbau von Plantains, den stärkehaltigen Verwandten der Banane. In den USDA-Pflanzzonen 8-11 gelingt der Anbau hervorragend. Plantains sind nicht nur eine wichtige Nahrungsquelle weltweit, sondern auch eine schöne Zierpflanze für tropische oder subtropische Gärten.
Was sind Plantains?
Plantains gehören zur Gattung Musa innerhalb der Familie Musaceae, die rund 91 Pflanzenarten umfasst. Genauer gesagt handelt es sich bei Plantains um die Hybridform Musa × paradisiaca, die aus den Arten M. acuminata und M. balbisiana entstanden ist. Diese Hybride bildet die Basis aller essbaren modernen Bananen und Plantains.
Plantains werden in die AAB-Gruppe der Musa-Hybriden eingeteilt und weiter in verschiedene Sorten oder Untergruppen wie French, French Horn, False Horn, Horn und Rhino Horn differenziert. Im alltäglichen Sprachgebrauch werden oft alle grünen, stärkehaltigen Bananen als Plantains bezeichnet – wirklich echte Plantains unterscheiden sich jedoch von grünen Bananen.
Die Pflanzen sind immergrüne Stauden, die ihre Blätter im Winter nicht abwerfen. Sie sind frostempfindlich und bilden keinen holzigen Stamm, sondern einen Scheinstamm aus übereinandergestapelten Blattstielen. Fun Fact: Plantains und Palmen sind Kräuterpflanzen, keine Bäume.
Größen und Sorten von Plantains
Plantains wachsen je nach Sorte zwischen circa 1,80 m (Zwergsorten) bis über 9 m Höhe. Die einzelnen Gruppen unterscheiden sich hauptsächlich in der Blütenbildung und der Fruchtform:
- French: Die häufigste Sorte für den Hausgarten mit großen Blütenständen und oft vielen kleinen Früchten.
- French Horn und False Horn: Große, dichte Fruchtbüschel, aber keine männlichen Blüten bei Reife.
- Horn: Charakteristisch durch fehlende männliche Blüten und Brakteen nur am unteren Blütenstand.
- Rhino Horn: Bekannt für die längsten Früchte, bis zu 60 cm, meist rotlicher Hauch und häufig als Zierpflanze genutzt.
Plantains pflanzen und vermehren
Vermehrung aus Samen
Die meisten im Handel erhältlichen Plantains sind samenlos und können nicht aus der Frucht gezogen werden. Samen eignen sich oft nur für Zierpflanzen, nicht für essbare Früchte. Wenn Sie Samen verwenden möchten, beachten Sie folgende Tipps:
- Samen vor dem Pflanzen 2-4 Tage in warmem Wasser einweichen, täglich Wasser wechseln.
- Keimung dauert zwei Wochen bis zwei Monate.
- Säen Sie die Samen ca. 0,6 cm tief in eine Mischung aus Sand und Humuserde.
- Halten Sie die Erde feucht, aber nicht nass, wie ein ausgewrungener Schwamm.
- Nutzen Sie gegebenenfalls Heizmatten, um die Temperatur tagsüber bei ca. 15 °C zu halten und nächtliche Abkühlung zu erlauben.
- Pflanzen Sie die Jungpflanzen um, sobald sie 5 cm hoch sind, in größere Töpfe (ca. 4 Liter Volumen).
- Vor der endgültigen Pflanzung im Freien eine Woche abgehärtet an einen sonnigen Standort stellen.
Für kühlere Regionen empfiehlt sich die Kultur in Kübeln, um die Pflanzen bei Frost ins Haus oder Gewächshaus zu bringen.
Vermehrung durch Ableger (Pups)
Plantains bilden an der Basis des Hauptstamms sogenannte „Pups“ – kleine, genetisch identische Nebenpflanzen. Diese können vorsichtig mit Wurzeln abgetrennt und einzeln eingepflanzt werden.
- Finden Sie die Pups am Fuß der Hauptpflanze.
- Verwenden Sie scharfe, saubere Werkzeuge (Spaten, Messer), um sie zu lösen.
- Pflanzen Sie die Ableger in gut vorbereiteten, sonnigen Boden mit organischem Kompost.
- Halten Sie die Erde gleichmäßig feucht.
- Wenn die Mutterpflanze abstirbt, können Sie den Stamm bodennah abschneiden und warten, bis neue Pups austreiben.
Pflegetipps für gesunde Plantains
Plantains benötigen viel Nährstoffe und Feuchtigkeit. Einige wichtige Hinweise für erfolgreiches Wachstum:
- Frostschutz: Nicht frosttolerant – Temperaturen unter -6 °C vermeiden.
- Düngung: Alle 4 Wochen mit langsam wirkendem Dünger (ca. 8 % Stickstoff, 10 % Phosphat, 8 % Kali) versorgen.
- Bewässerung: Etwa 5 cm Wasser pro Woche, am besten bodennah gießen, um Krankheiten vorzubeugen.
- Standort: Mindestens 8 Stunden Sonne täglich, vorzugsweise an Waldrändern oder sonnigen Gartenrändern.
- Mulchen: Mit organischem Mulch den Boden feucht halten und Unkraut reduzieren.
Ein Feuchtigkeitsmesser kann für optimale Bewässerung sehr hilfreich sein. Kontrollieren Sie die Bodenfeuchte regelmäßig, zum Beispiel mit dem Finger testend.
Häufige Probleme: Krankheiten und Schädlinge
Plantains können von verschiedenen Krankheiten und Schädlingen befallen werden, die Blattwelken, Fruchtverformungen oder Wurzelprobleme verursachen.
Krankheiten
- Anthraknose: Schwarze Flecken auf den Früchten; feuchte klimatische Bedingungen begünstigen den Pilzbefall. Infizierte Früchte entfernen.
- Bananen-Bunchy-Top-Virus (BBTV): Übertragen durch Blattläuse; verursacht verkümmertes Wachstum. Befallene Pflanzen entfernen.
- Schwarze Sigatoka: Blattkrankheit mit braunen Streifen, verlangsamt Wachstum. Befallene Blätter entfernen und Fungizid (z. B. Captan) einsetzen.
- Rhizomfäule: Verursacht Welke und fauligen Geruch. Nur selten, aber betrifft vor allem pazifische Regionen.
- Moko-Krankheit: Braunfäule an Früchten; befallene Pflanzen vernichten.
- Panama-Krankheit (Fusarium welke): Sehr gefährliche Krankheit, die zum Absterben der Pflanze führt. Befallene Pflanzen vernichten und mindestens 20 Jahre keine neuen Pflanzen am Standort einsetzen.
Schädlinge
- Bananenblattläuse: Übertragen Viren. Regelmäßige Kontrolle und bekämpfen mit biologischen oder chemischen Mitteln.
- Bananenwanzen: Legen Eier im Stamm; Larven fressen die Wurzeln. Biologische Nematoden und Fallen helfen.
- Kokosnussschädling (Riesenskala): Verursacht Blattvergilbung und Blattfall. Spezielle Pflege und Pflanzenschutz notwendig.
Begleitpflanzen für Plantains
Die Kombination mit Begleitpflanzen kann Schädlinge abschrecken und Unkraut unterdrücken. Empfehlenswert sind:
- Zitronengras
- Süßkartoffeln
- Beinwell
- Taro
- Farne
- Hosta
- Paradiesvogelblume (Strelitzia)
Ernte von Plantains
Die Erntezeit lässt sich nicht allein an der Fruchtfarbe festmachen. Das beste Zeichen ist der Zustand der Blütenreste an den Früchten: Sobald diese trocken sind und sich leicht abreiben lassen, ist die Zeit zur Ernte gekommen.
Der Genuss der eigenen Plantains macht besonderes Vergnügen und eröffnet vielfältige kulinarische Möglichkeiten wie Tostones (zweimal frittiertes Plantain). Starten Sie noch heute mit dem Anbau und erleben Sie die exotische Welt der Plantains in Ihrem Garten!
