15 Schwere Pfirsichbaum-Schädlinge und Krankheiten, die Sie kennen sollten
Wer liebt nicht Pfirsiche? Ihr Anblick signalisiert die Erntezeit nach all der Arbeit im Garten und Obstgarten. Schon die Vorstellung eines sonnengewärmten, saftigen Pfirsich lässt jedem das Wasser im Mund zusammenlaufen.
Umso schmerzlicher ist es, wenn die geliebten Früchte von zahlreichen Pfirsichschädlingen und Krankheiten attackiert werden, die ebenfalls ihre Vorliebe für Pfirsiche haben.
Pfirsiche sind recht empfindlich, was bedeutet, dass die Früchte und Bäume bei Befall durch Schädlinge oder Krankheiten meist mit großen Schwierigkeiten zu kämpfen haben.
Wenn Sie Pfirsiche lieben und selbst anbauen, sollten Sie sich mit den möglichen Problemen vertraut machen.
Pfirsichkrankheiten: Ursachen, Symptome und Behandlung
Krankheiten kommen seltener vor als Schädlinge, können jedoch weitaus zerstörerischer sein. Nach den Krankheitserregern widmen wir uns den häufigsten Pfirsichschädlingen.
1. Braunfäule (Brown Rot)

Die Braunfäule (Monilinia fructicola) ist eine häufige Pilzkrankheit bei Pfirsichen und anderen Steinfrüchten. Typische Anzeichen sind vertrocknete, mumifizierte Früchte, die am Zweig hängen oder auf dem Boden liegen.
Der Erreger dringt über verletzte Früchte durch Insektenfraß, Stöße oder Gartengeräte ein. Besonders bei wärmeren und feuchten Bedingungen breitet sich der Pilz schnell aus, ausgelöst durch Regen oder hohe Luftfeuchtigkeit.
Infizierte Früchte faulen, trocknen aus und bleiben als Sporenquelle zurück, wodurch sich die Krankheit weiterverbreitet – auch über den Winter.
Am Baum erkennt man braune Flecken, kleine Pilzsporen und Krebserkrankungen.
Behandlung:
- Entfernen Sie alle faulen oder mumifizierten Früchte – auch vom Boden – und entsorgen Sie diese nicht auf dem Kompost.
- Schneiden Sie während der Winterruhe alle krebserkrankten Zweige zurück.
- Dünnen Sie die Früchte, sodass sie sich nicht berühren, um Fäulnis zu vermeiden.
- Bei starkem Befall können Fungizide mit Thiophanat-Methyl vorbeugend nach dem Abfallen der Blütenblätter und alle zwei Wochen bis zur Ernte angewendet werden.
- Produkte wie Regalia unterstützen die Baumgesundheit, sind aber keine Fungizide.
2. Pilzbedingte Gummifluss-Krankheit (Fungal Gummosis)

Der Pilz Botryosphaeria dothidea verursacht Gummifluss, ein Austreten von harzähnlichem Saft am Baum. Es ist ein Signal, dass der Baum infiziert ist.
Wunden sind Eintrittspforten für den Pilz, der im infizierten Holz und Bodenresten überwintert und sich durch Wind, Regen oder Bewässerung verbreitet. Dies kann Ertrag und Qualität um über 40 % mindern.
Erstersichtbare Symptome sind kleine Blasen an Wunden, aus denen Gummi austritt. Feucht-warme Bedingungen begünstigen die Krankheit.
Seien Sie vorsichtig, da die Krankheit auch Aprikosen-, Mandel- und Pflaumenbäume befallen kann.
Behandlung:
- Da Fungizide meist unwirksam sind, ist Sauberkeit im Obstgarten entscheidend.
- Vermeiden Sie Verletzungen am Baum und reinigen Sie alle Werkzeuge.
- Entfernen Sie abgestorbenes und krankes Holz vorsichtig – nicht unmittelbar nach Regen.
- Verbessern Sie die Luftzirkulation und sorgen Sie für ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung.
3. Cytospora-Krebs (Cytospora Canker)

Cytospora spp. ist ein Schwäche-Parasit, der oft nur bereits geschwächte oder gestresste Bäume befällt. Über Wunden dringt der Erreger ein und bildet über Monate bis Jahre Krebsgeschwüre, die den Baum weiter schwächen können.
Im Frühling bei 15 bis 27 °C zeigen sich eingesunkene braune oder graue Krebsgeschwüre, schwarze pilzartige Pusteln und orange bis dunkelbraune Massen an der Rinde oder in Wundstellen.
Vorbeugung:
- Halten Sie Ihre Bäume gesund mit ausreichender Bewässerung und Nährstoffversorgung.
- Düngen Sie im Frühjahr, vermeiden Sie hohen Stickstoff im Spätsommer, um spätes Wachstum und Frostschäden zu verhindern.
- Regelmäßiges Entfernen von totem oder krankem Holz, um die Ausbreitung zu stoppen.
- Kontrollieren Sie schadhafte Insekten, die Verletzungen anrichten.
4. Coryneum-Blattlochpilz (Coryneum Blight)

Auch bekannt als Schusslöcherkrankheit, befällt dieser Pilz verschiedene Teile des Pfirsichbaums – Zweige, Knospen, Blätter, Blüten und Früchte.
Der Erreger Stigmina carpophila überwintert in infizierten Knospen und Zweigen und verbreitet sich durch Wind und Regen vor allem im feuchten Frühling.
Symptome:
- Blattlöcher (daher der Name „shothole“)
- Dunklere Knospen als üblich
- Lila Flecken auf Früchten, die sich weißlich oder grau verfärben
- Winzige, runde, hellbraune Flecken auf Blättern
Behandlung:
- Infizierte Zweige entfernen und vernichten.
- Im Ruhemodus schneiden, um Ausbreitung zu verhindern.
- Fungizidbehandlung im frühen Frühling auf Basis lokaler Empfehlungen.
5. Rostflecken (Rusty Spot)
Vor allem Pfirsichbäume sind von dieser Krankheit betroffen, bei der rostfarben-scheinende Flecken ausschließlich auf den Früchten erscheinen. Manchmal platzt die Frucht wegen des Befalls.
Die Symptome tauchen im späten Frühjahr auf, wenn die Früchte reif werden.
Vorbeugung: Regelmäßiger Einsatz von Spritzmitteln mit Bordeaux-Mischung oder Kupferfungiziden ist sinnvoll. Ist die Krankheit einmal ausgebrochen, ist eine Bekämpfung schwierig.
6. Blattkräuselkrankheit (Leaf Curl)

Verursacht durch Taphrina deformans, tritt die Krankheit jährlich wieder auf, sobald ein Baum infiziert ist.
Puckrige, verfärbte Blätter (rot oder braun) welken und fallen ab, während später nachwachsende Blätter symptomfrei bleiben. Die Krankheit schwächt Baumgesundheit und Fruchtqualität.
Der Pilz überwintert in infiziertem Laub und Früchten und breitet sich im Frühjahr bei kühlen, feuchten Temperaturen aus.
Behandlung:
- Behandlung erfolgt nach dem Laubfall in Form von Kupfer- oder Schwefelfungiziden.
- Entfernen Sie alle beschädigten Äste und Falllaub.
- Dünnen Sie die Früchte gut aus und sorgen für ausreichende Nährstoff- und Wasserversorgung.
Pfirsichschädlinge: Erkennen und wirksam bekämpfen
Die Bandbreite der Pfirsichschädlinge reicht von kosmetischen Problemen bis zur akuten Bedrohung des Baumes. Frühes Erkennen ist entscheidend für den Erfolg der Bekämpfung.
1. Pfirsichtriebrüssler (Peach Twig Borer)

Diese Schädlinge sind weit verbreitet. Larven bohren sich während der Blütezeit in junge Triebe ein, während die zweite Generation die Früchte befällt.
Typisch sind abgestorbene Triebe, welke Blätter und Wachstumsstörungen. Eingänge in der Frucht mit klebrigem Saft sind das sicherste Symptom.
Bekämpfung:
- Insektizideinsatz kurz vor der Blüte mit guter Spritzabdeckung.
- Umweltfreundliche Mittel wie Bacillus thuringiensis und Spinosad sind effektiv.
- Infizierte Triebe entfernen, um die Larven abzutöten.
2. Kalifornischer Wurzelläufer (Prionus Root Borer)

Dieser Wurzelbohrer ist heimtückisch, da seine Larven mehrere Jahre unter der Erde die Wurzeln fressen. Meist bemerkt man ihn erst, wenn der Baum stark krank wird oder abstirbt.
Eine Bekämpfung ist schwierig, da die Larven sich unterirdisch verstecken. Erwachsene können mit Permethrin-Insektiziden bekämpft werden.
Wichtig: Stressfreie Pflege, besonders in sandigen Böden, hilft, Schädlingsbefall zu verhindern.
3. Flachkopfbohrer (Flatheaded Borer)

Flachkopfbohrer sind oft nur bei gestressten Bäumen problematisch. Larven fressen unter der Rinde und schwächen den Baum zusehends.
Symptome sind lose oder abgestorbene Rinde, ovale Austrittslöcher und allgemeiner Substanzverlust.
Tipps zur Vorbeugung: Entfernen von Holzstapeln in der Nähe, Einsatz von Insektiziden im frühen Frühling und gesunde Baumpflege.
4. Großer Pfirsichbohrer (Greater Peach Tree Borer)
Die Larven bohren sich in den unteren Stammabschnitt (bis 30 cm Höhe, teils direkt am Boden). Anzeichen sind Bohrspäne mit Harz und abgestorbene Baumteile.
Eine rasche Bekämpfung mit geeigneten Insektiziden und ein freier Baumbasisbereich sind wichtig.
Weitere häufige Pfirsichschädlinge:
- Ohrwürmer
- Blattwickler
- Spinnmilben
- Thripse
- Stinkwanzen
Fazit: Gesunde Pfirsichbäume durch richtige Pflege und frühzeitige Kontrolle
Pfirsichbäume sind anfällig für viele Krankheiten und Schädlinge, die Ernteertrag und Baumgesundheit stark beeinträchtigen können. Eine Kombination aus sorgfältiger Beobachtung, Hygiene im Obstgarten, vorbeugenden Maßnahmen und gezielter Behandlung kann schwere Schäden verhindern.
Regelmäßiges Ausdünnen der Früchte, Entfernen von kranken Pflanzenteilen, Einsatz passender Fungizide und Insektizide sowie die Förderung eines gesunden Baumwachstums sind die Schlüssel zu einer erfolgreichen Pfirsichernte.
