Wie man wunderschöne Schmetterlingserbsen anbaut und pflegt
Schmetterlingserbsen (Clitoria ternatea) sind derzeit besonders beliebt – sei es für bezaubernde violette Gins oder erfrischende Smoothies. Diese auffälligen, essbaren Blüten bereichern nicht nur den Küchengarten mit ihrer leuchtend blau-violetten Farbe, sondern bieten auch vielseitige Nutzungsmöglichkeiten. Ursprünglich in Indien und Südostasien beheimatet, lassen sich Schmetterlingserbsen inzwischen als einjährige Pflanzen in ganz Nordamerika anbauen.
Einführung in Schmetterlingserbsen
Schmetterlingserbsen sind schnell wachsende, tropische Hülsenfrüchte, die beeindruckende Höhe von bis zu drei Metern erreichen können und eine Breite von etwa einem Meter einnehmen. Nach einigen Monaten verwandeln sich die Pflanzen in ein wahres Blütenmeer, bei dem die großen Blüten je nach Sorte zwischen 2,5 und 7,5 Zentimeter messen. Volle Sonneneinstrahlung fördert die reichhaltigste Blüte, aber auch Halbschatten wird gut vertragen.
In USDA-Pflanzzonen 9 bis 11 gelten Schmetterlingserbsen als mehrjährig und bevorzugen Temperaturen über 15 °C. In kühleren Gegenden kann man sie problemlos als einjährige Sommerpflanzen kultivieren.
Die markanten, namensgebenden Blüten ähneln Schmetterlingen – botanisch bedeuten sie „Clitoria“ und symbolisieren weibliche Geschlechtsorgane. Die Blüten sind geruchlos, mild im Geschmack und öffnen sich morgens. Getrocknet eignen sie sich hervorragend als beruhigender Tee oder als natürliche Zutat für dekorative, violette Getränke, die durch Zugabe von Zitrusfrüchten oder Tonic schillernd rosa werden.
Beliebte Sorten der Schmetterlingserbse
- Blue Queen: Diese Sorte beeindruckt mit tiefblauen, doppelten Blüten und kann bis zu 1,8 Meter hoch wachsen. Ideal für Gärtner, die eine reiche Blütenernte wünschen.
- Lavender Queen: Perfekt für kühlere Klimazonen. Die zart-lavendelfarbenen Blüten verleihen Getränken eine sanfte Farbe, ohne an Essbarkeit oder Heilwirkung einzubüßen.
- White Queen: Eine weiße, doppelt geflügelte Variante, die zwar nicht färbt, aber mit ihrer Eleganz und als essbare Blüte in Tees oder Speisen punktet.
Schmetterlingserbsen pflanzen und vorziehen
Obwohl die Pflanzen schnell wachsen, gestaltet sich die Keimung der Samen etwas anspruchsvoller. Die Samen besitzen eine harte, wachsartige Schale, die die Keimung erschwert. Hier hilft es, die Samen anzuritzen und für 24 Stunden in warmem Wasser einzuweichen.
In den USDA-Zonen 8 bis 11 können die Samen direkt ins Freiland gesät werden, sobald der Boden ausreichend erwärmt ist. In kühleren Regionen empfiehlt sich das Vorkultivieren im Haus auf einer Wärmeplatte bei idealen Bodentemperaturen von 27 bis 30 °C. Unter optimalen Bedingungen keimen die Samen nach 3 bis 6 Tagen, bei kühleren Böden kann dies bis zu zwei Wochen dauern.
Die Jungpflanzen werden ausgepflanzt, sobald sie gut angewachsen und etwa 15 Zentimeter hoch sind. Wichtig ist, dass sie langsam an das Freiland gewöhnt (abgehärtet) werden und keine Frostgefahr mehr besteht.
Der richtige Boden und Standort
Schmetterlingserbsen bevorzugen nährstoffreichen, sandigen Boden mit neutralem bis leicht alkalischem pH-Wert. Eine besondere Düngung ist nicht notwendig, da die Pflanze als Hülsenfrucht Stickstoff aus der Luft bindet und so den Boden verbessert – ähnlich wie Klee. Sie eignen sich daher ideal als Zwischenfrucht zur Bodenanreicherung.
Pflanzen Sie die Schmetterlingserbsen an einen sonnigen bis halbschattigen Standort mit gut durchlässigem Boden. Eine Mischung aus Kompost oder gut verrottetem Mist kann den Boden zusätzlich verbessern.
Pflege und Bewässerung der Schmetterlingserbsen
Ein Abstand von 20 bis 25 cm zwischen den Pflanzen sorgt für ausreichend Platz zum Klettern. Schmetterlingserbsen benötigen ein Rankgerüst oder eine Kletterhilfe, da sie sonst bodenwärts wachsen. Im Gegensatz zu anderen Kletterpflanzen überfordern sie ihre Nachbarn selten. Ideal sind Nachbarpflanzen wie Basilikum, Zitronengras oder Rosmarin.
In der Anwachsphase sollte der Boden gleichmäßig feucht, aber nicht nass gehalten werden, um Wurzelfäule zu vermeiden. Einmal etabliert sind die Pflanzen ziemlich trockenresistent und brauchen nur bei längeren Trockenperioden Wasser.
Blütezeit, Ernte und Verwendung
Die Pflanzen beginnen nach circa 90 Tagen zu blühen und produzieren dann langanhaltend eine Fülle an Blüten. Die violetten Blüten sind nur für einen bis zwei Tage frisch erntefähig, bevor sie verblassen. Zum Samen- oder Schoten-Ernten sollten einige Blüten an der Pflanze bleiben, damit sich die schmalen Schoten entwickeln können.
Blüten lassen sich nach dem Ernten gut trocknen, indem man sie an einem trockenen, schattigen Ort ausbreitet. Die getrockneten Blüten sind ein hervorragender Rohstoff für Tees oder natürliche Lebensmittelfarbe.
Die jungen Schoten sind ebenfalls essbar und schmecken mild. Sie werden meist in Currys oder frittiert verwendet. Besonders in der indischen und südostasiatischen Küche werden sowohl Blüten als auch Schoten gern verarbeitet. Für die Blüten ist auch ein leichtes Ausbacken in Teig mit einem Spritzer Zitronensaft eine beliebte Zubereitung.
Schädlinge und Krankheiten
Schmetterlingserbsen können bei übermäßiger Feuchtigkeit anfällig für Wurzelfäule sein. Häufige Schädlinge sind Spinnmilben und Blattläuse. Diese lassen sich biologisch mit Neemöl behandeln, das alle zwei Wochen auf die Blätter gesprüht wird, bis die Schädlinge verschwinden.
Heilwirkungen und mögliche Nebenwirkungen
Schmetterlingserbsen werden in der traditionellen chinesischen und ayurvedischen Medizin seit Jahrhunderten verwendet. Sie wirken beruhigend auf das Nervensystem (nervines Kraut) und können Stress abbauen sowie körperliche Verspannungen lösen.
Erste Studien deuten darauf hin, dass die Pflanze den Blutzuckerspiegel regulieren und die Insulinsensitivität verbessern kann, was bei Diabetes vorbeugend wirkt. Außerdem kann sie beim Abnehmen unterstützend sein, da bestimmte Stoffe die Fettbildung hemmen. In der Hautpflege sorgt die Blüte für erhöhte Feuchtigkeit und antioxidativen Schutz – perfekt für reife oder beanspruchte Haut.
Dennoch sollten Schmetterlingserbsen zunächst vorsichtig verwendet werden, da in seltenen Fällen Magenbeschwerden oder allergische Reaktionen auftreten können.
Fazit
Der Anbau von Schmetterlingserbsen ist nicht nur eine Bereicherung für jeden Garten mit ihrer spektakulären Blütenpracht, sondern auch eine hervorragende Quelle essbarer Blüten, die vielseitig kulinarisch und medizinisch eingesetzt werden können. Mit der richtigen Pflege sind sie ein pflegeleichter Blickfang, der bis in den späten Sommer hinein Freude und Nutzen bringt.
