Living Stones (Lithops) Anbauen: So Pflanzen und Pflegen Sie Die Coolsten Sukkulenten
Der Anbau von Living Stones, auch bekannt als Lithops oder „lebende Steine“, ist eine faszinierende Möglichkeit, Ihrem Garten oder Ihrer Fensterbank eine einzigartige Note zu verleihen. Diese außergewöhnlichen kleinen Sukkulenten sehen aus wie harmlose Kieselsteine und bieten eine überraschende Schönheit gepaart mit pflegeleichten Eigenschaften. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wichtige über die besten Sorten, die richtige Pflege, Vermehrung und häufige Probleme beim Anbau von Living Stones.
Was Sind Living Stones?
Living Stones (Lithops spp.) stammen ursprünglich aus Afrika und werden aufgrund ihrer steinähnlichen Erscheinung auch oft „Kieselsteine“ genannt. Diese Sukkulenten überleben in ihrer natürlichen Umgebung, indem sie Wasser in ihren paarigen, fleischigen Blättern speichern, die die Oberseite der Pflanze bilden. Die beiden Blätter sind durch eine klare Fissur getrennt und direkt mit der Wurzel verbunden – es gibt keinen sichtbaren Stängel.
Living Stones wachsen meist nur bis zu einem Zoll (ca. 2,5 cm) über den Boden hinaus und viele Sorten liegen vollkommen eben mit der Erde. Weltweit gibt es etwa 37 Arten mit rund 145 unterschiedlichen Sorten, die sich in Form, Farbe und Textur unterscheiden.
Die Beliebtesten Living Stones Sorten
Hier finden Sie eine Auswahl der faszinierendsten Lithops-Sorten, die sich besonders gut für den Anbau eignen:
- Ruschiorum: Marmorgrau bis beige mit Flecken, leuchtend gelbe Blüten, etwas frostresistenter als andere Sorten.
- Aucampiae: Rotbraun mit gelblichen Blüten, wächst in Clustern von 2-12 Pflanzen, breite Fissur für Lichtdurchlass.
- Lesliei: Aus Botswana, wächst kaum mehr als wenige Millimeter über dem Boden, rote, grüne oder beige Blätter, gelbe oder weiße Blüten.
- Verruculosa: Warzige Oberfläche, ca. 2,5 cm groß, robust und ideal für Anfänger.
- Julii: Rosa-graue Blätter mit braunen Zeichnungen, bildet Gruppen bis zu 15 Pflanzen.
- Fulviceps: Gut geeignet für felsiges Terrain, relativ kältebeständig.
- Terricolor: Grau-grün, besonders trockenresistent, Blüte im Herbst.
Living Stones Vermehren: Samen und Teilung
Vermehrung per Samen
Living Stones wachsen langsam, weshalb der Kauf von Pflanzen für den Einstieg empfohlen wird. Möchten Sie viele verschiedene Arten haben, ist jedoch die Anzucht per Samen am effektivsten.
- Samen können gekauft oder von befruchteten Pflanzen entnommen werden.
- Living Stones sind selbstunfruchtbar – eine manuelle Bestäubung oder wild bestäubte Exemplare sind notwendig.
- Nach dem Verblühen im Herbst bilden sich geschlossene Samenkapseln.
- Die Samenkapsel mit einer scharfen Schere abschneiden.
- Mit einer Pipette Wasser auf die Kapsel träufeln, um sie zu öffnen (ähnlich wie Regen in der Natur).
- Die Samen mit einem Zahnstocher herauskratzen.
- Ein flaches Gefäß mit Kakteenerde füllen und befeuchten.
- Die Samen dünn auf der Oberfläche verteilen und leicht mit Erde bedecken.
- Die Erde feucht halten, aber keine Staunässe entstehen lassen.
- Nach der Keimung weniger gießen.
Vermehrung durch Teilung
Living Stones vermehren sich auch durch Teilung ihrer Pflanzengruppen. Am besten erfolgt dies im Frühling, wenn die Pflanzen aktiv wachsen:
- Neue Töpfe mit Kakteenerde füllen – Wurzeln können bis zu 15 cm lang werden.
- Pflanzen aus dem Topf nehmen und vorsichtig trennen, dabei Wurzeln nicht beschädigen – zur Not mit einem scharfen Messer helfen.
- Gesunde Wurzeln prüfen.
- Pflanzen einzeln oder paarweise in neue Töpfe setzen.
Die Perfekte Pflege für Living Stones
Living Stones haben spezielle Anforderungen, die vor allem einen durchlässigen Boden und sorgfältiges Gießen betreffen. Optimal gedeihen sie im Haus an einem sonnigen Fensterplatz mit mindestens fünf Stunden direktem Sonnenlicht am Morgen. Bei geeigneten klimatischen Bedingungen (USDA-Zonen 10-11) können sie auch draußen kultiviert werden.
- Verwenden Sie Kakteenerde oder eine sandige, gut drainierende Erde mit einem pH-Wert um 7,0.
- Gießen Sie von Spätfrühling bis Frühsommer regelmäßig, dann stellen Sie die Bewässerung bis zum Herbst ein, da die Pflanzen in die Ruhephase gehen.
- Wenn die Pflanze schrumpelig wirkt, etwas Wasser geben, aber nicht übergießen.
- Im frühen Herbst erneut gießen, wenn sich die Spalte zwischen den Blättern öffnet.
- Im Winter und Frühjahr die Erde vollständig austrocknen lassen.
Düngen und Pflegen der Pflanzen
Ein Dünger ist meist nicht notwendig. Bei Bedarf verwenden Sie einen kaliumreichen, stickstoffarmen Dünger höchstens einmal jährlich.
Während der Wachstumsphase erscheinen neue Blätter, die alten vertrocknen dabei. Entfernen Sie abgestorbene Blätter vorsichtig, um Platz für Neues zu schaffen.
Optimale Partnerpflanzen für Living Stones
Living Stones wirken besonders eindrucksvoll einzeln, aber in Kombination harmonieren sie gut mit:
- Pleiospilos
- Kakteen
- anderen Sukkulenten
Häufige Probleme und Lösungen beim Anbau von Living Stones
Weiche, matschige Blätter
Meistens verursacht durch Überbewässerung oder Gießen in der Ruhephase. Wurzelfäule entsteht schnell – lieber den Boden nur leicht feucht halten und die Pflanze trocken lassen.
Faltige oder schrumpelnde Blätter
Zeichen von Wassermangel während der Wachstumsphase. Living Stones speichern Wasser in ihren Blättern, welche dann schlapp werden, wenn sie zu wenig erhalten.
Verfärbte Blätter
Zu wenig Sonnenlicht führt zu blassen oder verfärbten Blättern, die sich zudem in Richtung Licht strecken. Stellen Sie die Pflanzen an einen helleren Standort.
Schnecken und Nacktschnecken
Draußen angepflanzte Living Stones können von Schnecken befallen werden. Nutzen Sie bewährte Methoden zur Bekämpfung, z.B. Schneckenkorn.
Spinnmilben
Bei warmen, sonnigen Bedingungen treten Spinnmilben auf. Sichtbare Symptome sind feine Netze und beschädigte Blätter. Ein mildes Hausmittel: Einen Liter lauwarmes Wasser mit einem Teelöffel milder Flüssigseife mischen und die Pflanze besprühen.
Mäusefraß
Mäuse mögen Living Stones besonders in trockenen oder heißen Perioden. Kontrollieren Sie auf Fraßspuren und verwenden Sie gegebenenfalls Fallen, um Ihre Pflanzen zu schützen.
Fazit
Living Stones sind außergewöhnliche kleine Sukkulenten, die mit ihrem Stein-ähnlichen Aussehen und ihren speziellen Pflegebedürfnissen begeistern. Mit der richtigen Erde, gutem Licht und dosierter Bewässerung bereiten sie viel Freude und sind ein echter Blickfang in jedem Sukkulentengarten oder auf der Fensterbank. Probieren Sie es aus und entdecken Sie die Vielfalt und Einzigartigkeit dieser faszinierenden Pflanzen!
