Romanesco anbauen: Wie man Romanesco pflanzt und pflegt

Romanesco Anbauen: So Pflanzt und Pflegt Man Romanesco

Romanesco, das außergewöhnlich aussehende Gemüse mit seiner einzigartigen, fraktalen Struktur, ist eine faszinierende Alternative zu Brokkoli und Blumenkohl. Mit seinem erdigen, nussigen Geschmack bringt Romanesco Abwechslung auf den Teller und ist zudem reich an Vitamin C, K, Carotinoiden und Ballaststoffen. Obwohl man Romanesco gelegentlich auf Märkten findet, lohnt es sich, dieses besondere Gemüse selbst zu Hause anzubauen.

Was ist Romanesco?

Romanesco ist weder Brokkoli noch Blumenkohl, sondern gehört botanisch zur Familie der Brassica oleracea var. botrytis ‘Romanesco’. Seinen Namen verdankt es der Kultivierung im 15. Jahrhundert nahe Rom durch italienische Züchter. Die essbare Blüte beeindruckt durch ihre spiralförmigen fraktalen Röschen, die sich immer wieder selbst in kleineren Mustern wiederholen – ein echtes Naturwunder.

Beliebte Sorten von Romanesco

  • Veronica: Beliebte Sorte mit der schnellsten Reifezeit und großen Köpfen. Sie ist hellgrün, erreicht eine Höhe von bis zu 75 cm und Breite von 45 cm, und die Köpfe sind bereits nach etwa 80 Tagen erntereif. Der Geschmack ist süß und das Fleisch zart.
  • Natalino: Ideal für die Ernte kleiner Köpfe, die ganz gegessen werden können. Etwas heller grün mit einem gelblichen Schimmer. Reift in rund 90 Tagen und eignet sich für kürzere Vegetationsperioden.
  • Gitano: Hybridsorte mit ausgeprägter Pilzresistenz, ideal für kühle Regionen. Dunkleres Grün, etwa 45 cm hoch und 60 cm breit, mit Erntezeit um 110 Tage und Kopfgewicht bis zu 1,4 kg.

Wie pflanzt man Romanesco richtig?

Romanesco ist ein Kaltzeitgemüse, das am besten bei Tagestemperaturen um 21 °C gedeiht, nachts nicht unter 4 °C gesät werden sollte und in USDA-Anbauzonen 3 bis 10 gut wächst. Die Pflanze bevorzugt gut durchlässigen, lockeren Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 6,0 und 7,5.

Vor dem Pflanzen sollte gut verrotteter organischer Kompost mindestens eine Woche vorab in den Boden eingearbeitet werden. Der Standort sollte vollsonnig sein, idealerweise mit Nachmittagsschattierung. Pflanzabstand: etwa 45 cm, um guten Luftaustausch zu gewährleisten.

Aussaat und Anzucht von Romanesco

Romanesco lässt sich auf zwei Arten vermehren: Aussaat von Samen oder Anpflanzen von Jungpflanzen.

Romanescosamen aussäen

  • Aussaat ca. acht Wochen vor dem letzten Frosttermin im Haus oder Gewächshaus.
  • Ein Sämlingsbehälter oder kleine Töpfe verwenden.
  • Jeweils zwei Samen etwa 0,5 cm tief säen, mit Erde bedecken und gut befeuchten.
  • Behälter mit einer Abdeckung oder Plastikfolie abdecken, um Feuchtigkeit zu halten.
  • Die Erde feucht halten; Keimung erfolgt innerhalb von etwa 21 Tagen.
  • Sobald grüne Triebe sichtbar sind, Abdeckung entfernen und die Pflanzen an einen sonnigen Ort stellen.
  • Wenn die Pflanzen 10-15 cm groß sind und zwei Blätter haben, an Außenbedingungen gewöhnen (abhärten).
  • Nach dem letzten Frost die Pflanzen mit ca. 45 cm Abstand auspflanzen.

Romanesco-Jungpflanzen

Alternativ können Jungpflanzen (Startpflanzen) aus der Gärtnerei direkt nach dem letzten Frost ins Freiland gesetzt werden. Das Pflanzloch sollte der Topfgröße entsprechen, damit die Wurzeln nicht beschädigt werden. Pflanzabstand ebenfalls 45 cm. Nach dem Einsetzen gut angießen und Boden andrücken.

So pflegt man Romanesco

Ist Romanesco ca. 25 cm hoch, wird eine Düngung mit einem ausgewogenen NPK-Dünger (5-5-5) empfohlen. Den Dünger vorsichtig in die obersten 7 cm Boden einarbeiten, ohne die Pflanzenwurzeln zu beschädigen. Wichtig ist eine gleichmäßige Bewässerung – etwa 2,5 cm Wasser pro Woche. Ein Bodenfeuchtigkeitscheck mit dem Finger hilft: Fühlt sich die Erde in 5 cm Tiefe trocken an, sollte gegossen werden.

Unkraut sollte regelmäßig entfernt werden, vor allem in der jungen Wachstumsphase, um Nährstoffkonkurrenz zu vermeiden und das Risiko von Krankheiten zu minimieren.

Begleitpflanzen für Romanesco

Romanesco gedeiht gut neben Pflanzen, die kühlere Bedingungen bevorzugen:

  • Schafgarbe
  • Fenchel
  • Artischocken
  • Dill
  • Chard (Mangold)
  • Rote Beete
  • Minze
  • Erbsen
  • Kartoffeln

Folgende Pflanzen sollten nicht in der Nähe von Romanesco wachsen, da sie sich negativ auswirken können:

  • Erdbeeren
  • Knoblauch
  • Lauch
  • Radieschen
  • Schalotten
  • Steckrüben
  • Tomaten

Häufige Probleme beim Anbau von Romanesco und Lösungen

Blattmosaikvirus (Cauliflower Mosaic)

Von Blattläusen übertragener Virus, der ungeheilte Schäden verursacht. Symptome sind gelbe Blätter, gestoppte Entwicklung und durchscheinende Blattadern. Bekämpfung durch Blattlausbekämpfung, z.B. Neemöl.

Fusarium-Welke (Fusarium Wilt)

Erkennbar an gelben Blättern, abfallend, braunen Adern und generell geschwächten Pflanzen. Pilzkrankheit ohne Heilung. Betroffene Pflanzen entfernen und gute Fruchtfolge einhalten.

Schwarze Beinkrankheit (Blackleg)

Fungusinfektion mit braunen Läsionen und schwarzen Punkten, die sich über Wind, Wasser oder Werkzeuge verbreitet. Gute Gartenhygiene, Reinigung der Geräte und Sortenwahl helfen der Vorbeugung.

Blattflohkäfer (Flea Beetles)

Erwachsene Tiere verursachen zahlreiche kleine Löcher auf jungen Blättern, besonders gefährlich im Frühjahr. Bekämpfung durch Fruchtfolge, Reinigung der Werkzeuge und gegebenenfalls organische Insektizide wie Pyrethrum.

Diamant-Rückenmotte (Diamondback Moth)

Fressen an den Blättern, insbesondere der unteren Schichten. Einsatz von Lockpflanzen und Fruchtwechsel empfehlenswert. Die Motte zeigt oft Resistenz gegenüber chemischen Mitteln.

Schnecken und Nacktschnecken

Diese Schädlinge können Jungpflanzen erheblich beschädigen oder vernichten. Nächtliches Absammeln und Einsatz von natürlichen Barrieren empfohlen.

Kohlschotenrüssler (Cabbage Loopers) und Kohlweißlingsraupen (Cabbage Worms)

Typische Schädlinge der Kohlfamilie. Raupen fressen Blätter großflächig an. Förderung natürlicher Räuber wie Marienkäfer und Passionswespen, sowie biologische Spritzmittel mit Bacillus thuringiensis sind hilfreich.

Romanesco ernten und genießen

Der perfekte Erntezeitpunkt ist erreicht, wenn die Köpfe ihre typische Farbe zeigen und sich die kleinen Röschen gerade zu lösen beginnen. Nicht zu lange warten, da sonst Schädlingsbefall und Krankheiten die Ernte schädigen können.

Romanesco lässt sich genauso vielseitig zubereiten wie Brokkoli oder Blumenkohl: Dämpfen, dünsten, kochen, backen, braten oder auch als Reisersatz oder Pizzaboden verarbeiten. Der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt!

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