Maximiere Deine Gartenprodukte mit diesen 23 vielseitigen Pflanzen
Vielseitige Pflanzen sind wahres Gold wert – besonders wenn Du nur wenig Platz hast, aber möglichst viele Lebensmittel und Heilpflanzen anbauen möchtest, während Du gleichzeitig Deinen Garten verschönerst. Pflanzen, die essbar, medizinisch nutzbar und attraktiv anzusehen sind, bieten dabei den größten Mehrwert.
Im Folgenden stellen wir 23 Pflanzenarten vor, die mindestens zwei dieser Eigenschaften vereinen – oft sogar alle drei.
Gemüse, Getreide und Küchenkräuter mit Heilwirkung
1. Mais (Zea mays)
Der seidige Faden, der die Maiskolben umhüllt, besitzt erstaunliche Heilkräfte. Ein Tee aus frischem Maisseide ist ideal zur Behandlung von Harnwegsinfekten und Blasenentzündungen. Ureinwohner Nordamerikas nutzen seit Tausenden von Jahren eine Mischung aus Maisseiden- und Bärentraubenblätter-Tee.
Studien zeigen, dass Maisseidentee den Blutzuckerspiegel senken kann. In Kombination mit Eibischwurzel (Althaea officinalis) lindert er außerdem Schmerzen und Entzündungen beim Harnsteindurchgang.
2. Cayennepfeffer (Capsicum annuum)
Der scharfe Geschmack von Cayennepfeffer kommt vom Capsaicin, das schmerzlindernde Eigenschaften besitzt. Bei Arthrose in den Händen hilft eine wärmende Salbe aus Arnika und Cayennepfeffer, Schmerzen und Schwellungen zu reduzieren.
Cayennepfeffer wirkt außerdem anregend und entzündungshemmend, kann verschiedenen Krebsarten vorbeugen, Blutgerinnsel reduzieren und den Blutdruck senken.
3. Knoblauch (Allium sativum)
Knoblauch ist eine der stärksten antibiotischen, antimikrobiellen und antioxidativen Pflanzen. Historisch verwendet man ihn äußerlich zur Wundheilung und innerlich zur Stärkung des Immunsystems, zur Parasitenbekämpfung und zur Krebsprävention.
Topisch angewendet bekämpft Knoblauch Pilzinfektionen wie Fußpilz oder Hefepilz (Candida) und fördert die Wundheilung bei nässenden Entzündungen.
4. Hafer (Avena sativa)
Milchhafer ist ein hervorragendes Nerventonikum, das bei Angstzuständen, Depressionen und Erschöpfung sanft beruhigt. Je nach Wachstumszone kannst Du im späten Frühjahr die Haferähren anstechen, um den wertvollen Milchsaft (Latex) zu ernten.
Milchhafer lässt sich als Tee, Tinktur oder in einem Muslinsäckchen als entspannendes Bad verwenden.
5. Zwiebel (Allium cepa)
Zwiebeln verfügen wie Knoblauch über viele antibiotische und antibakterielle Eigenschaften. Besonders rote Zwiebeln wirken zudem krampflösend. Bei hartnäckigem Husten kannst Du einen wohltuenden Zwiebelsirup ansetzen, indem Du die Zwiebeln mit Monarden- oder Thymianblättern mischst und mit Honig bedeckst. Nach etwa 12 Stunden reift der Sirup und kann bei Bedarf eingenommen werden.
6. Salbei (Salvia officinalis)
Salbei, bekannt aus der Küche, ist zugleich ein starkes antivirales Kraut mit vielfacher Wirkung. Er kann je nach Person sowohl wärmend als auch kühlend wirken und hilft Schleim zu lösen und Entzündungen zu reduzieren.
Darüber hinaus gleicht Salbei weibliche Hormone aus, lindert Hitzewallungen in den Wechseljahren und unterstützt die Heilung von Harnwegsproblemen.
Obstbäume, Sträucher und Reben mit vielseitigen Anwendungen
7. Trauerkirsche (Prunus serotina)
Die Wildkirsche ist zwar weniger bekannt als kultivierte Sorten, ihre duftenden Blüten sind aber jedes Frühjahr ein Augenschmaus. Rinde, Blüten und Blätter wirken beruhigend auf das Nervensystem, lindern Angstzustände und können Herzrasen und stressbedingte Magen-Darm-Beschwerden mildern.
8. Holunder (Sambucus nigra, Sambucus canadensis)
Holunderbeeren sind nicht nur köstlich, sondern haben auch starke antivirale Eigenschaften. Forschungen belegten, dass schwarzer Holunder virale Bronchitis infektiöskeitsfrei machen und Viren an der Vermehrung hindern kann.
9. Passionsblume (Passiflora incarnata)
Diese schöne Kletterpflanze ist in Ziergärten beliebt und wirkt als starkes Nervenkraut. Studien zeigen, dass sie bei Angstzuständen und Schlaflosigkeit ähnlich wirksam sein kann wie Benzodiazepine.
10. Pfirsich (Prunus persica)
Pfirsiche sind nicht nur lecker – Rinde, Zweige, Blätter und Blüten des Baumes besitzen kühlende, ausgleichende und nervenstärkende Eigenschaften und helfen vor allem bei Angstgefühlen und Übelkeit.
Außerdem lindern sie den Juckreiz und Schmerz von „heißen“ Insektenstichen und wurden sogar bei Brauner Einsiedlerspinne Bissen verwendet.
11. Himbeere (Rubus idaeus)
Neben den köstlichen Beeren sind vor allem die Blätter wertvoll. Sie enthalten viele Mineralstoffe und wirken entzündungshemmend und krampflösend, was bei Menstruationsbeschwerden sowie Magen-Darm-Krämpfen hilfreich ist. Die Blätter sind auch mild adstringierend und unterstützen bei Durchfall und Blasenentzündungen.
Zierpflanzen, Bäume und Sträucher mit Heilwirkungen
12. Indianernessel (Monarda spp.)
Indianernessel ist eine beliebte Pflanze zur Anlockung von Bestäubern – sie besitzt jedoch auch starke antibakterielle und antimykotische Wirkungen, die bei Hefeinfektionen, Magen-Darm-Beschwerden sowie Atemwegsinfekten helfen können.
13. Weißdorn (Crataegus spp.)
Als Hecke ist Weißdorn bei Gärtnern beliebt, seine Rinde und Beeren stärken das Herz-Kreislauf-System, senken Blutdruck und sorgen für einen beruhigten Herzschlag. Zudem lindert Weißdorn Migräne und Schlafstörungen.
14. Pfingstrose (Paeonia lactiflora)
In der Traditionellen Chinesischen Medizin ist die Wurzel der weißen Pfingstrose besonders wichtig bei Leberentzündungen, nervösen Krämpfen, PMS und Reizbarkeit. Sie wirkt spasmolytisch, schmerzlindernd und entzündungshemmend.
Wichtig: Die Anwendung sollte stets durch erfahrene Fachpersonen begleitet werden.
15. Rosen (Rosa spp.)
Rosen sind weltbekannte Heilpflanzen, deren Blütenblätter und Hagebutten essbar sind. Bei äußerlicher Anwendung lindern Rosenwasser und Ölauszüge Hautrötungen und Schwellungen. Als Tee helfen sie bei Stimmungsschwankungen, Menstruationsbeschwerden und Verdauungskoliken.
16. Veilchen (Viola spp.)
Veilchen und verwandte Arten sind nicht nur dekorativ, sondern auch essbar und heilkräftig. Sie wirken kühlend und feuchtigkeitsspendend bei Hautproblemen und helfen bei Husten und Bronchitis als Sirup oder Tee.
17. Zaubernuss (Hamamelis virginiana)
Diese robuste Zierpflanze hat stark entzündungshemmende und antibakterielle Eigenschaften. Der Zaubernussextrakt wird als Hauttonikum verwendet und hilft bei Ohrinfektionen, Akne, Abszessen und Insektenstichen. In Kompressen lindert er Hämorrhoiden und wird von Hebammen empfohlen.
18. Weißweide (Salix alba)
Weidenrinde ist die ursprüngliche Quelle für Salicylsäure, den Wirkstoff von Aspirin. Sie wirkt schmerzlindernd, entzündungshemmend und fiebersenkend.
19. Wacholder (Juniperus spp.)
Wacholder gedeiht selbst in trockenen Regionen und liefert neben Zierwert auch medizinische Wirkstoffe. Rinde, Zapfen und Blätter werden als Tee oder Gewürz genutzt und haben vielfältige heilende Effekte.
20. Sonnenhut (Echinacea spp.)
Sonnenhut ist weltweit bekannt für die Unterstützung des Immunsystems bei Erkältungen. Blüten und Wurzeln sind essbar und ergänzen die antivirale Wirkung.
Zwischenfrüchte mit Heilnutzen
21. Beinwell (Symphytum officinale)
Beinwell wird oft als Gründüngung ausgesät, ist zugleich aber auch ein bewährtes Mittel gegen Gelenkschmerzen und unterstützt die Knochenheilung. Topische Anwendungen reduzieren Schmerzen, Schwellungen und Blutergüsse.
Die innere Anwendung ist umstritten, deshalb empfiehlt sich die Nutzung auf der Haut.
22. Löwenzahn (Taraxacum spp.)
Löwenzahn lockert Böden mit seinen tiefen Wurzeln und ist außerdem ein nährstoffreiches Wildgemüse. Alle Pflanzenteile sind essbar und haben entgiftende und entzündungshemmende Eigenschaften – ideal zur Unterstützung von Leber und Niere.
23. Rotklee (Trifolium pratense)
Rotklee verbessert dank seiner Fähigkeit zur Stickstoffbindung den Boden und lindert zugleich Wechseljahresbeschwerden wie Hitzewallungen. Er hat entzündungshemmende und schmerzlindernde Wirkungen und wird auch zur Behandlung von Hauterkrankungen genutzt.
Wichtiger Hinweis zur Verwendung von Heilpflanzen
Bevor Du Pflanzen zu Nahrungs- oder Heilzwecken verwendest, solltest Du diese gründlich recherchieren und korrekt bestimmen. Pflanzenteile sollten nur dann eingenommen werden, wenn sie für Dich sicher sind. Konsultiere vor der Anwendung einen Arzt, Heilpraktiker oder erfahrenen Kräuterkundigen, besonders bei Allergien, bestehenden Erkrankungen, Schwangerschaft oder Stillzeit.
Diese vielseitigen Pflanzen bieten Dir eine wunderbare Möglichkeit, Deinen Garten nicht nur dekorativ zu gestalten, sondern auch Gesundheit und Wohlbefinden durch selbst angebaute Lebensmittel und natürliche Heilmittel zu fördern.
