11 Probleme mit Spargelpflanzen, die Ihre Ernte ruinieren können (und wie Sie sie lösen)
Vor sechs Jahren begann ich mit einem Spargelbeet. Ich pflanzte sechs Wurzelkrone in einem Beet mit reichem, gut durchlässigem Boden und wartete darauf, dass die Pflanzen anwuchsen und das Beet übernahmen. Nach vier Jahren war meine Ernte jedoch enttäuschend: Pro Frühling konnten wir gerade mal drei bis vier Stangen ernten, und obwohl die Pflanzen nicht abgestorben sind, hatten sie verschiedene Probleme.
Es wurde Zeit, mich eine Saison lang intensiv um das Spargelbeet zu kümmern. Zwei Jahre später erfreue ich mich an einem gesünderen und kräftigeren Spargelbeet als je zuvor. Ob Sie ein schwaches Beet verbessern wollen oder gerade erst mit Spargel beginnen – es gibt einige häufige Herausforderungen, auf die Sie achten sollten.
Grundlagen für den Anbau von Spargel
Spargelpflanzen sind im Vergleich zu den meisten Gemüsesorten recht speziell: Sie sind langlebige, mehrjährige Pflanzen. Deshalb ist es wichtig, einen Standort zu wählen, der den Pflanzen während ihres gesamten Lebens gerecht wird – Spargel kann über 15 Jahre produzieren, lässt sich aber nur schlecht verpflanzen.
Der erste Schritt für eine reiche Spargelernte ist also die Anlage des richtigen Standorts: Spargel liebt einen reichen, nährstoffreichen und gut durchlässigen Boden sowie einen sonnigen Platz. Die Pflanzen gedeihen am besten in den Klimazonen 4 bis 9.
Wichtig ist auch, dass Spargel keine Konkurrenz durch Unkraut toleriert. Leider habe ich anfangs die Beikräuter wie Wegerich und Löwenzahn unterschätzt, was den Pflanzen geschadet hat. Regelmäßiges Unkrautjäten ist deshalb unerlässlich, um gesunde Spargelpflanzen zu gewährleisten.
11 Spargelprobleme und wie Sie sie vermeiden
1. Gelbe, kränkliche Pflanzen und Stangen
Gelb verfärbte oder schwache Pflanzen deuten meist auf Staunässe hin – der Boden rund um Ihre Spargelpflanzen ist zu feucht und schlecht durchlässig. Lassen Sie das Beet zwischen den Bewässerungen gut abtrocknen.
Prüfen Sie die Feuchtigkeit, indem Sie Ihren Finger etwa 10-12 cm tief in die Erde stecken. Fühlt sich die Erde trocken an, ist es Zeit zu gießen.
2. Krumm gewachsene Spargelstangen
Gezackte oder verbogene Stangen entstehen oft durch Wind oder zu dichte Bepflanzung. Spargelstangen, die sich im Wind neigen oder zu eng stehen, wachsen in unregelmäßigen Formen.
Lüften Sie das Beet, indem Sie die Pflanzen weiter auseinander setzen und sorgen Sie mit Windschutz für gerade und starke Stangen.
3. Kleine, schwache Stangen oder geringe Ernte
Ein schwacher Ertrag entsteht häufig durch zu frühe oder zu heftige Ernte. In den ersten drei Jahren nach der Pflanzung sollten Sie Spargelstangen nicht ernten, um den Pflanzen Zeit zur Entwicklung zu geben.
Ab dem dritten Jahr ernten Sie behutsam: Nehmen Sie nur wenige Stangen und lassen Sie den Rest wachsen, damit die Pflanze sich stärken kann. Die Erntezeit sollte auf 4 bis 6 Wochen beschränkt sein, danach dürfen Sie nicht ernten, damit die Pflanzen Reserven bilden können.
4. Gelbe, rote oder schwarze Pusteln
Diese Symptome deuten auf den sogenannten Spargelrost hin, eine Pilzkrankheit, die das Beet stark schädigen kann. Die Stangenspitzen verfärben sich braun und sterben ab.
Schneiden Sie befallene Pflanzenteile bis zur Wurzel zurück und behandeln Sie das Beet mit einem kupferhaltigen Fungizid. Alternativ können Sie von Anfang an resistente Sorten wie ‘Mary Washington’ pflanzen.
5. Verfärbte, weiche Stangen durch Spätfrost
Spätfröste können Spargelstangen schädigen, die dann weich und verfärbt erscheinen – ähnlich wie aufgetaute Gefrorene.
Beschädigte Stangen sollten Sie entfernen. Bei Frostgefahr schützen Sie Ihr Beet mit Vlies oder Frostdecken, um Schäden zu minimieren.
6. Tunnel oder Löcher in den Stangen
Der Spargelkäfer und seine Larven fressen sich durch frische Triebe und können großen Schaden anrichten. Oft finden sich kleine Löcher in den Stangen.
Spritzen Sie die Pflanzen mit Wasser ab, um die Käfer abzuspülen, und entfernen Sie befallene Triebe. Bei hartnäckigem Befall kann der Einsatz von Rotenon-Insektizid notwendig sein.
7. Krone- und Stangenschwund (Fäulnis)
Phytophthora-Krankheiten sorgen bei feuchtem Wetter für weiche, biegsame Stangen mit hellen Verfärbungen. Befallene Pflanzen sollten Sie sofort entfernen, da die Krankheit sich sonst ausbreitet.
Ein sonniger Standort mit gut drainiertem Boden sowie regelmäßiges Jäten verringern das Risiko deutlich.
8. Umfallende Stangen
Nach der Ernte neigen sich Spargelpflanzen natürlich, um Samen zu bilden und sich auf die Ruhephase vorzubereiten. Werden Stangen allerdings bereits früh in der Saison lang und schlapp, fehlen Licht und Sonne.
Mindestens acht Stunden volle Sonne täglich sind wichtig, damit die Pflanzen kräftig wachsen. Wählen Sie für das Beet daher einen sonnigen Standort.
9. Vertiefte Läsionen auf den Stielen (Purple Spot)
Diese Pilzkrankheit zeigt sich durch eingesunkene, meist braune Flecken an den Spargelstangen. Sie führt zum Absterben der Pflanze.
Bekämpfen Sie Purple Spot vorbeugend mit Kupferfungizid im Sommer oder Frühherbst, um die Ausbreitung zu verhindern.
10. Rostfarbene Läsionen an Wurzeln und unteren Stielen
Die bei Trockenheit verstärkt auftretende Wurzelfäule schwächt Spargelpflanzen und führt zu rostbraunen Flecken an der Wurzelbasis.
Regelmäßiges Gießen, Düngen und das Vermeiden von Überernte stärken die Pflanzen und vermindern das Auftreten dieser Krankheit.
11. Stagnierendes Wachstum
Wenn Ihr Spargel zwar vorhanden ist, aber kaum wächst oder sich weiterentwickelt, liegt das meist an einem Nährstoffmangel im Boden. Spargel ist ein Starkzehrer und braucht einen ständig nährstoffreichen Untergrund.
Düngen Sie regelmäßig, am besten mit einer Mischung aus gut verrottetem Schafsdung, Knochenmehl und Pottasche. Auch gut kompostierter Hühnermist gibt einen kräftigen Nährstoffschub.
Düngen Sie im Frühjahr und Herbst, bei sehr nährstoffarmen Böden gerne auch einmal in der Sommermitte.
Fazit: Gesunder Spargel für eine reiche Ernte
Mit der richtigen Standortwahl, konsequenter Pflege und regelmäßiger Kontrolle auf Krankheiten und Schädlinge können Sie Ihr Spargelbeet zum Blühen bringen. Vermeiden Sie häufige Fehler wie zu frühe Ernte oder Konkurrenz durch Unkraut, und geben Sie Ihren Pflanzen ausreichend Nährstoffe.
So steht einer jahrelangen Freude an selbst gezogenem, frischem Spargel nichts mehr im Wege!
