Shiso Anbauen: Der Ultimative Guide zum Pflanz-, Pflege- und Ernteprozess
Shiso, auch bekannt als Perilla, Chinesischer Basilikum oder Purple Mint, ist ein vielseitiges Kraut aus der Familie der Minze. Es findet Verwendung in zahlreichen asiatischen Küchen wie der japanischen, chinesischen, koreanischen und thailändischen. Besonders Sushi-Liebhaber kennen und schätzen das frische Aroma von Shiso. In diesem Beitrag erfahren Sie alles Wichtige rund um den Anbau von Shiso – von der Aussaat über die Pflege bis zur Ernte und Verwendung.
Was ist Shiso?
Shiso (Perilla frutescens var. crispa) ist eine beliebte und aromatische Pflanze, die ursprünglich aus Indien und China stammt. Heute wird sie weltweit angebaut und gilt in einigen Regionen sogar als invasive Pflanze, was typisch für Minzarten mit schnellem Wachstum ist.
Der Geschmack von Shiso ist einzigartig und erinnert an eine Mischung aus Basilikum, Zimt, Anis, Estragon und Minze. Die Blätter sind leicht rauh sowie gewellt und werden oft als Garnitur oder Gewürz verwendet. Besonders in der japanischen Küche ist Shiso essenziell und wird als frisches Blatt zu vielen Gerichten serviert.
Sorten von Shiso
Grüner Shiso
- Hat komplett grüne Blätter und einen frischen, milden Geschmack.
- Eignet sich perfekt als Garnierung, zum Würzen oder zum Verfeinern von Cocktails wie Mojitos.
- Die Samenkapseln können zudem für Tempura verwendet werden.
Roter Shiso
- Hat eine würzigere, herbere Note als die grüne Variante und variiert in der Farbe zwischen Rot, Purpur und Grünmischungen.
- Wird häufig für eingelegte Früchte wie eingelegte Pflaumen verwendet.
- Vor dem Verzehr bevorzugen manche die Blätter blanchiert, sie schmecken aber auch roh hervorragend.
Shiso Pflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung zum Anbau
Aussaat drinnen
- Weichen Sie die Samen 24 Stunden in Wasser ein.
- Pflanzen Sie die Samen etwa 3 mm tief in Anzuchterde oder ein Anzuchtmedium.
- Befeuchten Sie die Erde mit einer Sprühflasche und halten Sie sie stets feucht.
- Sie keimen innerhalb einer Woche.
- Decken Sie den Anzuchtbehälter mit feuchtem Zeitungspapier ab, bis die Blätter erscheinen.
Shiso in Töpfen ziehen
- Wählen Sie einen Topf mit mindestens 15 cm Tiefe und 20 cm Durchmesser.
- Füllen Sie ihn mit hochwertiger Blumenerde und säen Sie die Samen ein, ca. 3 mm tief bedeckt.
- Decken Sie die Samen mit feuchtem Zeitungspapier ab, um die Feuchtigkeit zu halten.
- Stellen Sie den Topf an einen sonnigen Standort mit etwa sechs Stunden direktem Sonnenlicht.
Direkt ins Freiland pflanzen
- Nach Frostgefahr die Samen 3 mm tief in gut durchlässigen, nährstoffreichen Boden mit pH-Wert 5,5 bis 6,5 aussäen.
- Für eine größere Pflanzung Abstand von 25 bis 30 cm zwischen den einzelnen Pflanzen lassen.
- Standort sonnig bis halbschattig wählen.
- Den Boden gleichmäßig feucht halten, bis die Samen keimen.
Pflege von Shiso
Shiso ist relativ pflegeleicht, benötigt jedoch regelmäßige Kontrolle bei der Wasserversorgung. Gießen Sie immer dann, wenn die Erde etwa einen Zentimeter unter der Oberfläche trocken ist, aber vermeiden Sie Staunässe.
Ein geringer Nährstoffbedarf macht häufiges Düngen überflüssig. Ein gelegentliches Einarbeiten von Kompost als Seitendünger reicht aus.
Shiso bevorzugt täglich rund sechs Stunden Sonnenlicht, sollte jedoch in der heißesten Tageszeit für etwas Schatten geschützt werden. Entfernen Sie gelbe oder braune Blätter regelmäßig, um die Pflanzengesundheit zu fördern.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
- Blattläuse: Ziehen Pflanzensaft und lassen Blätter vergilben. Schnelles Handeln durch natürliche Gegenspieler oder Neemöl empfohlen.
- Fleckenkäfer: Erkennen Sie kleine Löcher in den Blättern? Dann können dies Flohkäfer sein, die mit biologischen Mitteln bekämpft werden sollten.
- Spinnmilben: Kleine Spinnentiere, die feines Netz hinterlassen. Regelmäßiges Besprühen und natürliche Feinde helfen hier.
- Bakterielles Welken: Blattrollen und welkende Pflanzenteile, besonders bei Hitze. Keine Heilung möglich, betroffene Pflanzen sofort entfernen.
- Falscher Mehltau und Rost: Erkennen an grauem oder rostfarbenem Belag und Pusteln auf Blättern. Kupferhaltige Fungizide können vorbeugend eingesetzt werden.
Shiso Ernten und Verwendung
Die Ernte der Blätter ist jederzeit möglich, sobald sie eine ausreichende Größe erreicht haben. Schneiden Sie die Blätter einzeln mit einer Schere ab. Entfernen Sie Blüten, sobald diese erscheinen, da die Blätter dann bitter und zäh werden. Alternativ kann man die essbaren Blüten am Saisonende auch stehen lassen und als Garnitur verwenden.
Shiso eignet sich zum Würzen von Salaten, Suppen und Reisgerichten. Außerdem können Sie daraus Sirup, Kräutereis (Granita) oder gefüllte Snacks wie Shiso Maki herstellen – ein geschmacklicher Genuss, bei dem Blätter mit süßer Misopaste umhüllt werden.
Lagern Sie frische Shiso-Blätter am besten eingewickelt in einem feuchten Tuch im Kühlschrank, so bleiben sie einige Tage knackig. Für längere Haltbarkeit trocknen oder einfrieren Sie die Blätter.
Gesundheitliche Vorteile von Shiso
Shiso ist nicht nur geschmacklich ein Highlight, sondern überzeugt auch mit vielerlei gesundheitlichen Vorteilen. In der traditionellen asiatischen Medizin wird es für seine antioxidativen und entzündungshemmenden Eigenschaften geschätzt. Es stärkt das Immunsystem, unterstützt die Hautgesundheit und ist eine exzellente Quelle für Kalzium, Eisen und Vitamin A – wertvolle Nährstoffe für eine ausgewogene Ernährung.
Außerdem kann Shiso-Öl eine pflanzliche Alternative zu Fischöl darstellen, da es reich an Omega-3-Fettsäuren ist.
Ob als frisches Kraut in der Küche, Heilkraut im Tee oder als vielseitiges Gartenkraut: Shiso lohnt sich, selbst anzubauen und zu genießen.
