Hickory-Bäume anbauen: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege und Verwendungsmöglichkeiten

Hickory Bäume anbauen: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege und Verwendung

Wenn Sie wie ich an den unverwechselbaren Geschmack von südlichem BBQ denken, kommt Ihnen sofort Hickory in den Sinn. Hickory-Holz verleiht geräuchertem Fleisch und Gemüse ein rauchiges, baconartiges Aroma und eine wunderschöne dunkle Farbe – ein Muss für jeden Heimraucher. Doch Hickory ist nicht nur für Grillfreunde interessant, sondern auch für Selbstversorger besonders wertvoll.

Das Holz eignet sich zum Bauen, kann gut verkauft werden und aus den Zweigen lassen sich Werkzeuggriffe herstellen. Und natürlich sind da noch die leckeren Hickory-Nüsse. Diese werden im Herbst geerntet und sind zu Weihnachten reif zum Verzehr – so köstlich wie gesund. Bereit für den Einstieg?

Was ist Hickory?

Hickory gehört zur Gattung Carya, zu der auch Pekanbäume zählen. Die meist großen Bäume werden als Ziergehölze, zur Holzgewinnung und wegen ihrer Nüsse geschätzt. Manche Arten können mehr als 30 Meter hoch und über 20 Meter breit werden, weshalb sie sich besser für große, ländliche Grundstücke eignen als für kleine Stadtgärten.

Es gibt aber auch kleinere Arten mit einer Höhe von etwa 15 Metern und einer Breite von 12 Metern. Hickories sind nahe Verwandte der Walnussbäume, laubabwerfend und umfassen rund 18 Arten. Davon sind etwa zwölf in Nordamerika heimisch, wobei vier Arten dort häufig wild wachsen. Weitere kommen in Mexiko, China und Indonesien vor.

Hickory-Bäume wachsen meist in feuchten Böden entlang von Flussufern und Bachläufen. Aufgrund ihres langsamen Wachstums ist ihr Holz dicht und robust, ideal zur Herstellung von Baseballschlägern, Spazierstöcken, Trommelstöcken und Fußböden.

Beliebte Sorten von Hickory

Nicht alle Hickory-Arten werden wegen ihrer Nüsse angebaut. Wir konzentrieren uns hier auf die bekannten Sorten mit den besten Nüssen und dem besten Holz zum Räuchern. Für Zierzwecke gibt es weitere Sorten, bei Interesse empfiehlt sich die Beratung beim örtlichen Gartenamt.

Shagbark Hickory

Der Name „Shagbark“ kommt von der auffälligen Rinde, die aussieht, als würde sie sich vom Stamm ablösen. Die Bäume produzieren Nüsse mit einer dünnen weißen Schale. Da diese Bäume langsam wachsen, lohnt sich der Kauf eines bereits veredelten Exemplars, um schneller Nüsse zu erhalten. Einige Baumschulen verkaufen Shagbarks, die schon nach drei Jahren erste Nüsse tragen.

Diese Art erreicht meist 18 bis 24 Meter Höhe.

Shellbark Hickory

Shellbark produziert größere Nüsse als Shagbark, mit dickeren braunen Schalen. Die Nüsse sind tendenziell süßer und die Bäume erreichen im Garten etwa 18 bis 24 Meter.

Mockernut Hickory

Mockernut hat kleinere, sehr süße Nüsse, die sich hervorragend zum Einlegen in Salz eignen. Die Bäume wachsen bis zu etwa 18 Meter.

Pignut Hickory

Diese Sorte trägt kleine, zum Teil bittere Nüsse, die man aber kandieren oder zu Mehl verarbeiten kann. Der Baum wird ebenfalls etwa 18 Meter hoch.

Hickory Bäume pflanzen: Anleitung und Tipps

Hickories wachsen natürlich im östlichen Teil der USA in den USDA-Pflanzzonen 4 bis 8. Sie bevorzugen feuchten, lehmigen Boden wie im Wald, sind jedoch relativ anpassungsfähig.

Für einen guten Start sollte der Boden leicht sauer bis neutral sein (pH 6,0 bis 7,0) und gut durchlässig. Da Hickory bestimmte Mikroorganismen im Boden benötigt, ist es ideal, etwas Erde aus einem natürlichen Wachstumsgebiet unterzumischen (je nach regionaler Gesetzgebung).

Standort sollte vollsonnig sein, mindestens vier Stunden Sonne täglich. Leichter Schatten wird toleriert, führt aber zu geringerem Ertrag und langsamerem Wachstum.

Kleine Pflanzen richtig auspflanzen

Hickories bilden eine lange, dicke Pfahlwurzel, weshalb Umpflanzen schwierig ist. Pflanzen Sie die jungen Bäume daher an den endgültigen Standort. Weil Hickories bis zur ersten Nussbildung bis zu 15 Jahre brauchen, empfiehlt sich der Kauf einer veredelten Sorte für eine schnellere Ernte.

Graben Sie ein ausreichend großes Pflanzloch, das die Wurzeln gut aufnimmt, mit etwas Spielraum. Pflanzen Sie im frühen Frühling, damit das Bäumchen vor dem ersten Winter gut anwurzeln kann. Setzen Sie den Baum in das Loch, füllen es halb mit Erde und wässern gründlich.

Falls verfügbar, arbeiten Sie native Erde und hochwertigen Kompost in das Pflanzloch ein und füllen es restlich auf.

Pflege von Hickory Bäumen

Düngen

Düngen Sie Ihre Hickory-Bäume einmal jährlich im Frühling oder Herbst. Messen Sie dafür den Stammdurchmesser in einer Höhe von 1,20 bis 1,50 Metern. Pro Zoll Stammdurchmesser verwenden Sie ein Pfund Dünger. Ein ausgewogenes NPK 10-10-10 eignet sich gut, maximal aber 11 kg (25 Pfund).

Verteilen Sie den Dünger in einem Bereich von ca. drei Meter Abstand zum Stamm bis zur Umfangsgrenze der Baumkrone (Dripline) und wässern Sie anschließend gründlich nach.

Wässern

In den ersten zwölf Monaten ist viel Wasser essenziell. Lieber selten, dafür tief wässern, um die Pfahlwurzel zur Tiefenentwicklung anzuregen. Danach benötigen gut etablierte Bäume meist keine zusätzliche Bewässerung außer während längerer Trockenperioden.

Beschneiden

Im Frühling schneiden Sie störende untere Äste ab, um das Rasenmähen zu erleichtern und Durchgangswege frei zu halten. Entfernen Sie im Laufe des Jahres auch kranke oder beschädigte Äste.

Alle paar Jahre empfiehlt sich ein Ausdünnen der Krone, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und Krankheiten vorzubeugen.

Begleitpflanzen für Hickory-Anbau

Im ersten Jahr verzichten Sie am besten auf Bepflanzung unter den Bäumen. Danach sind kleinere Kräuter und Gemüse möglich, sofern sie keinen intensiven Sonnenbedarf haben. Geeignete Begleiter sind:

  • Kerbel
  • Minze
  • Zitronenmelisse
  • Dill
  • Estragon
  • Rucola
  • Endivie
  • Erbsen
  • Spinat

Häufige Probleme bei Hickory Bäumen und deren Behandlung

Rindenkrebs (Canker)

Ein Pilzbefall, der über Verletzungen in den Baum eindringt und entzündete Stellen erzeugt. Fungizide helfen kaum – befallene Äste sollten daher mit sterilen Werkzeugen entfernt und vernichtet werden.

Achten Sie darauf, den Baum beim Mähen oder Gärtnern nicht zu verletzen.

Hexenbesen

Eine Pilzinfektion, die dichte Büschel aus Kurztrieben entstehen lässt – die sogenannten Hexenbesen. Diese führen oft zu frühzeitigem Fruchtabwurf. Befallene Äste sollte man frühzeitig entfernen.

Anthracnose

Erste Zeichen sind rote Flecken auf den Blättern, die sich später auf Äste ausbreiten. Befallene Pflanzenteile schneiden und wenn nötig, ein spezielles Fungizid einsetzen.

Welke aufgrund von Verticillium

Symptome sind schlaffe, braune Blätter und absterbende Äste. Betroffene Stellen beschneiden, bei Trockenheit gut wässern und jährlich düngen. Weitere Infos finden Sie in unserem Artikel zur Verticillium-Welke.

Echter Mehltau

Meist bei jungen Bäumen tritt ein weißer Pilzbelag auf den Blättern auf. Frühzeitige Behandlung ist wichtig, damit der Baum die Krankheit gut übersteht. Mehr dazu in unserem Ratgeber zu Mehltau.

Hickory-Rindenkäfer

Der vermutlich zerstörerischste Schädling für Hickory-Bäume. Die Käfer überwintern unter der Rinde und bohren im Sommer Larvengänge in das Holz, was die Versorgung des Baumes mit Wasser und Nährstoffen unterbindet. Befallene Bäume zeigen gelbe und später rotbraune Blätter bis hin zum Absterben.

Gesunde Bäume werden selten befallen – daher ist Prävention durch gute Pflege (Wässern, Düngen, Schneiden, Auslichten) die beste Schutzmaßnahme. Bei Krankheit sollte diese umgehend behandelt werden.

Hickory-Nüsse ernten und verwenden

Im Herbst (September/Oktober) verfärben sich die grünen Hüllen der Nüsse braun und werden hart und spröde. Sobald sie am Boden liegen und die Schale aufplatzt, sind sie erntereif. Es empfiehlt sich, zu warten bis die Hülle vollständig getrocknet ist, bevor Sie die Nüsse knacken.

Lassen Sie die Nüsse aber nicht zu lange liegen, da sie bei Nagetieren wie Eichhörnchen, Streifenhörnchen und Waschbären sehr beliebt sind. Obwohl diese putzig sind, möchte man seine Ernte natürlich lieber für sich behalten.

Die Nüsse können roh gegessen werden, zu Brei verarbeitet, eingefroren oder für süße und herzhafte Gerichte verwendet werden.

Das Holz eignet sich hervorragend zum Räuchern von Fleisch und Käse sowie zum Grillen.

Laisser un commentaire

Votre adresse e-mail ne sera pas publiée. Les champs obligatoires sont indiqués avec *