Linsen Anbauen: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte
Linsen sind nicht nur lecker, sondern auch hochwertige, nährstoffreiche Hülsenfrüchte. Wussten Sie, dass Sie Linsen ganz einfach selbst im Garten anbauen können? So kochen Sie köstliche Aufläufe, Eintöpfe oder Suppen mit Ihren eigenen, frisch geernteten Linsen – ein Genuss für die ganze Familie!
Die besten Linsensorten für den Hausgarten
Es gibt viele verschiedene Linsensorten, darunter französische, schwarze, rote, grüne, braune, Pardina- und weiße Linsen. Finden Sie am besten heraus, welche Sorten in Ihrer Region am besten gedeihen, indem Sie bei lokalen Gärtnereien oder landwirtschaftlichen Beratungsstellen nachfragen.
- Brewer: Eine große braune Linse, die im Handel häufig zu finden ist.
- Green Eston: Kleine grüne Linse, wie der Name schon sagt.
- Laird: Große grüne Sorte, besonders in Westkanada beliebt.
- Red Chief: Hat eine hellbraune Schale und rote Saat.
- Masoor: Rote Saat mit brauner Schale.
- Puy: Französische Linse mit blau-grünen Sprenkeln.
- Avondale: Mittelgroße grüne Linse mit hohem Ertrag.
- Beluga: Schwarze Sorte, benannt nach ihrem kaviarähnlichen Aussehen.
Linsen pflanzen: Schritt-für-Schritt Anleitung
Den perfekten Standort wählen
Linsen benötigen lockeren, gut durchlässigen Boden mit viel organischer Substanz. Staunässe vertragen sie nicht gut, daher ist eine gute Drainage entscheidend. Idealerweise liegt der pH-Wert des Bodens zwischen 6,0 und 6,5.
Für optimale Erträge empfiehlt es sich, 2–3 Wochen vor der Aussaat Kompost oder gut verrotteten Mist in die Beete einzuarbeiten. Wählen Sie einen sonnigen Platz, der täglich mindestens 6–8 Stunden direktes Sonnenlicht erhält. Vermeiden Sie Standorte, die leicht unter Wasser stehen, wie Senken oder am Hangfuß.
Der richtige Zeitpunkt zum Pflanzen
Linsen sind Kaltzeit-Kulturen, die am besten 2–3 Wochen vor dem letzten Frosttermin ins Freiland ausgesät werden. Da die Linsen je nach Sorte 80–110 Tage bis zur Reife benötigen, sollten sie rechtzeitig gepflanzt werden, damit die Ernte vor dem ersten Herbstfrost möglich ist.
Linsen vorziehen oder direkt säen
Sie können Linsen vorziehen, indem Sie die Samen 2-4 Wochen vor dem Auspflanzen in Anzuchttöpfen mit hochwertiger Anzuchterde keimen lassen. Die Keimung dauert etwa 10 Tage bei Temperaturen ab 20 °C. Linsen mögen keine zu dichte Wurzelballen und sollten daher rechtzeitig pikiert werden.
Alternativ pflanzen Sie die Linsen direkt ins Freiland. Säen Sie die Samen 2,5 bis 3,5 cm tief ein, bei trockenen Böden eher etwas tiefer. Der Abstand zwischen einzelnen Samen sollte ca. 2,5 cm betragen, die Reihen 45–60 cm auseinander.
Um das Wurzelwachstum zu fördern, empfiehlt es sich, die Samen vor der Aussaat mit einem Rhizobium-leguminosarum-Inokulum zu behandeln. Diese nützlichen Bakterien unterstützen die Stickstofffixierung und fördern kräftige Pflanzen.
Abstand und Unterstützung
Linsen wachsen kletternd und benötigen eine Rankhilfe wie ein niedriges Spalier oder ein Netz. Ohne Stütze muss der Pflanzabstand vergrößert werden, um eine ausreichende Luftzirkulation sicherzustellen und Krankheiten vorzubeugen.
Linsen im Topf anbauen?
Auch im Kübel können Linsen wachsen, allerdings benötigen Sie viele Pflanzen für eine nennenswerte Ernte. Ideal sind große Übertöpfe mit mindestens 20 cm Tiefe. In Containern muss häufiger gegossen werden, da die Erde schneller austrocknet.
Linsen als Sprossen ziehen
Linsensprossen sind eine nährstoffreiche Ergänzung für Salate und Sandwiches. Dafür die Samen 12 Stunden in Wasser einweichen, dann das Wasser abgießen und erneut 12 Stunden bei bedecktem Gefäß quellen lassen. Diesen Vorgang mehrmals wiederholen, bis kleine Keimlinge sichtbar sind.
Die fertigen Sprossen können im Kühlschrank bis zu einer Woche gelagert oder weiter zu Microgreens herangezogen werden. Dazu eine halbe Zoll dicke Schicht Aussaatsubstrat in eine flache Schale geben, die vorgekeimten Linsen darauf verteilen und leicht mit Erde bedecken. Halten Sie das Substrat feucht, bis die Sprossen einige Zentimeter hoch sind.
Linsen richtig pflegen
Wässern
Der Boden sollte stets gleichmäßig feucht, aber nicht nass sein. Linsen sind relativ trockenresistent, bei andauernder Trockenheit sinkt jedoch der Ertrag. Sobald die Hülsen sich zum Trocknen färben, stellen Sie die Bewässerung ein, um die Ernte zu erleichtern.
Düngen
Compost vor der Aussaat gibt den nötigen Nährstoffkick. Wird der Kompost rechtzeitig eingearbeitet, reicht es oft aus, die Pflanzen mit Komposttee oder einer Kompostgabe im Jungpflanzenstadium zu versorgen.
Schädlinge und Krankheiten
Linsen können von verschiedenen Schädlingen befallen werden, wobei Blattläuse und Erdraupen besonders lästig sind. Pilzkrankheiten wie Anthraknose und Grauschimmel treten vor allem bei zu dicht stehenden Pflanzen oder feuchter Witterung auf.
- Blattläuse: Erkennen Sie die kleinen Insekten an der Blattunterseite. Entfernen Sie sie mit einem Wasserstrahl oder geeigneten Pflanzenschutzmitteln.
- Erdraupen: Diese nachtaktiven Larven können Stängel schädigen und sollten durch Umgeben der Stängel mit Schutzkragen aus Plastik oder Alufolie abgewehrt werden. Die Larven können auch nachts abgepflückt werden.
- Pilzerkrankungen: Sorgen Sie für ausreichenden Pflanzabstand, gießen Sie bodennah und sorgen Sie für eine gute Belüftung. Kupferhaltige Fungizide können helfen, Pilzbefall zu reduzieren.
Passende Mischkulturpartner für Linsen
Vermeiden Sie die Nachbarschaft zu Zwiebeln und Knoblauch, da diese Linsenpflanzen negativ beeinflussen können. Gute Begleitpflanzen sind Kartoffeln, Gurken sowie Kräuter wie Sommer-Bohnenkraut, Basilikum oder Schnittlauch, die Blattläuse fernhalten.
Linsen ernten und lagern
Die Linsen sind reif zur Ernte, wenn die Pflanzen komplett gelb werden und die Hülsen braun sind. Der Erntezeitraum liegt je nach Sorte zwischen 80 und 110 Tagen, einige Sorten benötigen bis zu 130 Tage.
Sie können auch jugendliche Linsen als grüne Snackbohnen bereits nach 70–80 Tagen ernten. Für getrocknete Linsen die Hülsen vorsichtig vom Stängel ziehen oder mit einer Gartenschere abschneiden. Legen Sie die Ernte zum Trocknen in die Sonne oder an einen luftigen Ort. Alternativ können die Pflanzen auch kopfüber aufgehängt werden.
Das Dreschen erfolgt durch Riebung der Hülsen in den Händen, um die Samen zu lösen. Zur Reinigung wird ein Ventilator verwendet, der die leichten Schalen wegbläst und die reinen Linsen übrig lässt.
Frische grüne Hülsen lagern Sie im Kühlschrank bis zu einer Woche. Getrocknete Linsen halten sich an einem kühlen, trockenen Ort 10–12 Monate. Zur längeren Lagerung bieten sich luftdichte Glasgefäße oder vakuumierte Mylar-Beutel mit Sauerstoffabsorbern an.
