Alles, was Sie über den Anbau von Gladiolen wissen müssen
Gladiolen sind bei Hobbygärtnern äußerst beliebt – ihre eleganten und farbenfrohen Blütenstauden verschönern jeden Garten. Ob in Pink, Lila, Gelb oder Weiß: Gladiolen gibt es in vielen verschiedenen Farbtönen, sodass Sie Ihren Garten ganz nach Ihrem Geschmack gestalten können.
Faszinierende Fakten über Gladiolen
Die Gladiolen stammen ursprünglich aus Afrika, Europa und dem Mittelmeerraum. Sie sind mehrjährige Pflanzen, die aus sogenannten Wurzelknollen, den sogenannten « Corms », wachsen. Diese Knollen besitzen eine papierähnliche Außenhaut, die sie schützt, ähnlich wie bei Knoblauch oder Zwiebeln.
Weltweit sind über 300 verschiedene Gladiolenspezies bekannt. Für den Hausgarten eignen sich vor allem einige robuste und leicht zu pflegende Hybride. Zu den gängigen Arten gehören der Gemeine Gladiolus (Gladiolus communis), der Italienische Gladiolus (G. italicus) sowie der Immerblühende Gladiolus (G. tristis).
Die Blütezeit reicht von späten Frühjahr bis zum ersten Frost. Die meisten Gladiolen gedeihen gut in den USDA-Pflanzenhärtezonen 7 bis 10. In kälteren Regionen empfiehlt es sich, die Knollen im Winter auszugraben und frostfrei einzulagern oder Gladiolen als einjährige Pflanzen zu ziehen.
Beliebte Gladiolen-Hybriden und -Arten
- Yellowstone (Gladiolus x hortulanus): Sonnengelbe Blüten auf fünf Fuß hohen Stielen.
- Abyssinian (G. murielae): Kleine, duftende weiße Blüten an drei Fuß hohen Pflanzen.
- Alaska (G. x hortulanus): Große, weiß gezackte Blüten, etwa vier Fuß hoch.
- Purple Flora: Fünf Fuß hohe Stängel mit dunkelvioletten Blüten.
- Green Star: Helle Limetten-grüne Blüten auf fünf Fuß hohen Stängeln.
- Black Star: Dunkelrote, fast schwarze Blüten auf fünf Fuß hohen Pflanzen.
- Espresso: Kräftige, dunkelrote Blüten auf fünf Fuß hohen Stängeln.
- Pfauenorchidee (G. acidanthera): Duftende weiße Blüten mit purpurfarbenem Herzen, ca. drei Fuß hoch.
Gladiolenzwiebeln pflanzen – so gelingt’s
Beim Kauf sollten Sie auf große, pralle und feste Knollen achten. Je größer die Knolle, desto größer sind die Chancen auf eindrucksvolle Blüten. Ideal sind etwa fünf Zentimeter Durchmesser.
Der beste Zeitpunkt zum Pflanzen ist der Frühling, sobald der Boden bearbeitbar ist und der letzte Frost vorüber ist. In wärmeren Regionen (Zone 7 und höher) kann auch im Herbst gepflanzt werden. In der Regel erscheinen die ersten Blüten 60 bis 90 Tage nach dem Pflanzen.
Der ideale Standort
Gladiolenzwiebeln brauchen einen sonnigen Standort mit gleichmäßig feuchtem Boden. Bevorzugt wird gut drainierter Boden mit neutralem pH-Wert. Die Pflanzen lassen sich alternativ auch gut in großen Pflanzgefäßen ziehen – ein Topf mit etwa 40 Litern Volumen ist optimal.
Auch im Gartenbeet, etwa als Randbepflanzung oder in Hochbeeten, entwickeln sich Gladiolen prächtig.
So pflanzen Sie Gladiolen richtig
- Graben Sie ein Loch, das etwa dreimal so breit und tief wie die Knolle ist.
- Vermischen Sie den ausgehobenen Boden mit gut verrottetem Kompost.
- Setzen Sie die Knollen mit dem spitzen Ende nach oben etwa fünf Zentimeter tief ein.
- Beim Pflanzen den Abstand zwischen den Knollen etwa 12-15 Zentimeter lassen.
- Für attraktive Beete empfiehlt sich eine Gruppierung von sieben Knollen.
- In Töpfen können zwei bis drei Knollen mit unterschiedlichen Farben gepflanzt werden, um einen lebhaften Farbkontrast zu erzielen.
Pflegehinweise für gesunde Gladiolen
Sobald die Blätter sichtbar sind, sollten Sie die Pflanzen stützen, damit die langen Stiele nicht umknicken. Bambusstäbe und Gartenbindfaden eignen sich dafür hervorragend.
Während der Wachstumsphase benötigen Gladiolen regelmäßig Wasser, besonders an warmen Tagen. In Töpfen trocknet das Substrat schneller aus, daher ist tägliche Kontrolle ratsam.
Wenn sich die Blütenansätze zeigen, empfiehlt sich die Gabe eines ausgewogenen Flüssigdüngers, um kräftige und gesunde Blüten zu fördern. Eine Mulchschicht hilft, Feuchtigkeit zu speichern, den Boden zu düngen und Unkraut zu unterdrücken.
Häufige Schädlinge und Krankheiten
Gladiolen sind recht robust, dennoch gibt es einige Schädlinge und Krankheiten, auf die Sie achten sollten:
Schädlinge
- Thripse: Diese kleinsten Insekten hinterlassen silbrige Flecken auf den Blättern und können Knospenabwurf oder braune Blüten verursachen.
- Blattläuse: Sie saugen Pflanzensäfte und übertragen Krankheiten, was zu Wachstumsstörungen führt.
- Wollläuse: Weniger häufig, aber auch schädlich für Gladiolen.
Krankheiten
- Grauschimmel (Botrytis blight): Verursacht braune Flecken und Stängelfäule; nur zertifizierte, befallsfreie Knollen kaufen und bei Befall mit Kupferfungizid behandeln.
- Fusarium-Gelbkrankheit: Beginnt an den Knollen mit Fäulnis, die Stängel krümmen sich, Blüten entwickeln sich nicht richtig.
- Blattfleckenkrankheit: Gelbe bis braune Flecken auf Blättern; starker Befall kann zum Absterben führen – Kupfer behandelt auch hier wirksam.
Gladiolen schneiden und ernten
Das Schneiden der Blüten ist besonders befriedigend. Sobald sich die ersten Einzelblüten öffnen, können Sie die Stiele abschneiden. Der beste Zeitpunkt ist morgens, wenn die Pflanzen frisch mit Feuchtigkeit versorgt sind. So bleiben die Schnittblumen am längsten frisch.
Beim Schneiden sollten mindestens vier Blätter an der Pflanze verbleiben, damit die Knolle weiterhin Energie sammeln kann. Nach dem Schneiden die Blumen in warmes Wasser stellen und für einige Stunden an einen kühlen, dunklen Ort legen. Dort stabilisieren sich die Blüten für eine längere Haltbarkeit.
Gladiolen sind wunderbare Schnittblumen, die sich ebenso gut im eigenen Zuhause als dekorativer Blickfang machen, wie als liebevolles Geschenk.
Fazit
Gladiolen sind nicht nur vielseitig und farbenprächtig, sondern auch relativ einfach im Anbau. Mit der richtigen Pflanzung, Pflege und etwas Geduld können Sie Ihr Zuhause und Ihren Garten mit einer beeindruckenden Blütenpracht bereichern. Folgen Sie dieser ausführlichen Anleitung, um Ihre eigenen farbenfrohen Gladiolen erfolgreich zu kultivieren!
