Anbau von Neuseeländer Spinat – Besser als gewöhnlicher Spinat im Sommer
Der Anbau von Neuseeländer Spinat ist eine bereichernde Erfahrung für jeden Hobbygärtner. Diese widerstandsfähige und wärmeliebende Pflanze liefert den ganzen Sommer über eine reiche Ernte an nahrhaftem Blattgemüse. In diesem Beitrag erfahren Sie, wie Sie Neuseeländer Spinat erfolgreich anbauen, pflegen und ernten können, inklusive wertvoller Tipps zur Saatgutvorbereitung und Pflanzengesundheit.
Was ist Neuseeländer Spinat?
Trotz seines Namens ist Neuseeländer Spinat (Tetragonia tetragonioides) kein echter Spinat, schmeckt aber ähnlich und kann in Rezepten wie Spinat verwendet werden. Diese Pflanze stammt ursprünglich aus Neuseeland, Australien, Argentinien und Japan. Kapitän Cook entdeckte den Neuseeländer Spinat und nutzte ihn zur Vorbeugung von Skorbut bei seiner Mannschaft. 1772 führte Sir Joseph Banks die Samen nach England ein, woraufhin die Pflanze als Sommergemüse populär wurde.
Der hohe Gehalt an Vitamin A, B1, B2 und C macht Neuseeländer Spinat zu einem sehr nahrhaften Gemüse. Zudem wird der Oxalatgehalt durch Kochen reduziert, was die Verträglichkeit erhöht.
Zutaten – das benötigen Sie für den Anbau von Neuseeländer Spinat
- Neuseeländer Spinat Samen
- Kompostierte Erde oder nährstoffreiche Gartenerde
- Sandpapier oder Nagelfeile zum Anritzen der Samen
- Behälter für die Anzucht (Saatplatten oder Töpfe)
- Wasser zum Einweichen und Bewässern
- Mulchmaterial (Stroh, gehäckselte Blätter, Kiefernnadeln)
- Organischer Stickstoffdünger (z.B. Blutmehl oder Hühnermist)
- Gartenwerkzeuge zum Umgraben und Pflanzen
Schritt-für-Schritt Anleitung – Neuseeländer Spinat anbauen
1. Vorbereitung der Samen – Scarifizierung und Einweichen
Die Samen von Neuseeländer Spinat besitzen eine harte Samenschale, die das Keimen erschwert. Um die Keimfähigkeit zu verbessern, ritzen Sie die Oberfläche vorsichtig mit Sandpapier oder einer Nagelfeile an. Achten Sie darauf, die Stelle, an der die Wurzeln austreten, nicht zu beschädigen.
Weichen Sie die angeritzten Samen 24 Stunden in Wasser ein. Das Wasser erweicht die Schale, lässt Feuchtigkeit eindringen und fördert die Keimung.
2. Aussaat drinnen unter Licht
Füllen Sie Anzuchtbehälter mit angefeuchteter Anzuchterde und säen die Samen etwa 1,3 cm tief ein. Besprühen Sie die Erde leicht mit Wasser und bedecken Sie die Behälter mit einer transparenten Haube, um Feuchtigkeit zu speichern.
Stellen Sie die Behälter an einen warmen Ort (oder auf eine Heizmatte) und sorgen Sie nach dem Auflaufen der Keimlinge für ein Pflanzenlicht, das ca. 5 cm über den Pflanzen hängt. Die Keimung erfolgt in 14 bis 21 Tagen.
3. Ausdünnen und Pikieren
Da jede Samenhülle mehrere Samen enthält, ist es üblich, dass mehrere Keimlinge aus einem Samen entstehenden. Dünnen Sie die schwächeren Keimlinge aus, sodass nur ein starker Pflanzentrieb verbleibt.
4. Abhärten und Auspflanzen
Nach den letzten Frösten, wenn die Bodentemperatur mindestens 10 °C (50 °F) erreicht hat, härten Sie die Jungpflanzen eine bis zwei Wochen ab. Stellen Sie diese tagsüber nach draußen und nehmen Sie sie nachts wieder rein, um sie an Sonne, Wind und Temperaturschwankungen zu gewöhnen.
Wählen Sie einen bewölkten Tag ohne Wind für das Umsetzen ins Beet. Setzen Sie die Pflanzen mit 30 cm Abstand in gut vorbereitete, sonnige und gut drainierte Beete. Drücken Sie die Erde leicht an und wässern Sie die Pflanzen gründlich.
5. Direktsaat im Garten
Alternativ können Sie die Samen direkt ins Freiland säen, sobald keine starken Fröste mehr zu erwarten sind und der Boden erwärmt ist. Säen Sie ca. 1,3 cm tief mit einem Abstand von 15 cm. Halten Sie den Boden bis zum Keimen gleichmäßig feucht. Nach dem Auflaufen auf 5 cm Höhe, dünnen Sie auf 30 cm aus.
Pflege und Tipps für eine erfolgreiche Ernte
Wässern und Mulchen
Neuseeländer Spinat ist etwas trockenresistent, gedeiht jedoch besser bei regelmäßigem Gießen, da konstante Feuchtigkeit den Geschmack verbessert. Gießen Sie möglichst morgens und vermeiden Sie Nässe auf den Blättern, um Pilzbefall zu reduzieren.
Eine Mulchschicht aus z.B. gehäckselten Blättern oder Stroh hilft, Feuchtigkeit im Boden zu halten und Unkräuter zu unterdrücken. Halten Sie den Mulch einige Zentimeter vom Pflanzenstamm entfernt.
Unkrautentfernung und Düngung
Junge Pflanzen benötigen regelmäßiges Jäten. Die rankenden Triebe bilden später eine dichte Bodendecke, die Unkräuter hemmt.
Neuseeländer Spinat ist ein Starkzehrer und profitiert in der Hauptwachstumsphase von einer zusätzlichen Stickstoffgabe, z.B. durch Blutmehl oder kompostierten Hühnermist. Dies verhindert das unerwünschte Blühen (Schossen) und sorgt für saftige, milde Blätter.
Schädlings- und Krankheitsbekämpfung
Neuseeländer Spinat ist wenig anfällig für Schädlinge wie Blattläuse, Erdflöhe oder Schnecken. Betroffene Blätter sollten entfernt werden. Zur Prävention eignen sich auch Pflanzenschutznetze.
Fungizide Maßnahmen umfassen das Vermeiden von feuchten Blättern, regelmäßiges Auslichten der Pflanzen und gute Luftzirkulation. Entfernen Sie befallenes Laub pfleglich und entsorgen Sie es nicht auf dem Kompost.
Erntezeit und Lagerung
Etwa 60 Tage nach der Aussaat können Sie die ersten Blätter ernten. Schneiden Sie die Spitzen der Triebe mit etwa 12 cm Länge ab und sammeln Sie bevorzugt die jüngsten Blätter – so wächst der Spinat buschiger nach.
Waschen Sie die Blätter gründlich, tupfen Sie sie trocken und lagern Sie diese in einem Papierhandtuch eingewickelt möglichst in einem luftdichten Beutel im Gemüsefach des Kühlschranks. So bleibt der Neuseeländer Spinat bis zu sieben Tage frisch.
Neuseeländer Spinat in der Küche
Der Geschmack ähnelt bekanntem Spinat und eignet sich hervorragend zum Dünsten, Sautieren oder als frischer Salat. Besonders lecker ist gebratener Neuseeländer Spinat mit Knoblauch in Olivenöl. Auch gedünstet auf Pizza oder blanchiert in Pastagerichten kommt er wunderbar zur Geltung.
Fazit: Warum Neuseeländer Spinat anbauen?
Neuseeländer Spinat ist eine widerstandsfähige, schädlingsresistente und nährstoffreiche Alternative zu herkömmlichem Spinat – ideal für warme Sommermonate. Er ist einfach zu ziehen, pflegeleicht und liefert bis in den Herbst frisches Blattgemüse. Damit ist er perfekt für alle, die einen gesunden, geschmackvollen und ertragreichen Gartengenossen suchen.
Probieren Sie es aus und bereichern Sie Ihren Garten mit einem Gartenklassiker der besonderen Art!
