Buchweizen Anbauen: Ein Umfassender Leitfaden zum Anbau dieses Vielseitigen Urgetreides
Buchweizen (Fagopyrum esculentum) ist eine der schnellstwachsenden Getreidearten und somit ideal für kurze Vegetationsperioden. Besonders in den nordöstlichen US-Bundesstaaten wie New York oder Maine findet man ihn häufig. Doch dieses bemerkenswerte Pflanzengewächs eignet sich für weitaus mehr Anbaugebiete. Ob als Nahrungsmittel, Futter oder Gründüngung – Buchweizen ist äußerst anpassungsfähig und sogar für die Erosionskontrolle in nährstoffarmen Böden geeignet.
Buchweizen: Eigenschaften und Herkunft
Ursprünglich stammt Buchweizen aus Südwestasien, wurde aber bald nach Europa gebracht und von dort aus in den Westen verbreitet. Trotz seines Namens gehört Buchweizen nicht zur Familie der Süßgräser (Poaceae), sondern zu den Knöterichgewächsen (Polygonaceae), zu denen auch Rhabarber und einige bekannte Unkräuter gehören.
Die Pflanzen wachsen schnell, bilden attraktive weiße Blüten aus und sind ein Gewinn für lokale Bestäuber und die Artenvielfalt im Garten. Buchweizen wird oft als „Urgetreide“ bezeichnet, da es seit Jahrhunderten kultiviert wird. Seine semi-sukkulente Beschaffenheit und der rasche Wuchs machen ihn besonders beliebt.
Beliebte Buchweizensorten zum Anbau
Es gibt zahlreiche Sorten von Buchweizen, wobei häufig generische Samen angeboten werden. Für die Gründüngung eignet sich vor allem der „Common“-Buchweizen. Für die Samengewinnung stehen jedoch viele weitere Sorten zur Auswahl:
- Common: Ideal als Gründüngung oder zur Mehlherstellung
- Manor: War lange dominierend, wird aber von produktiveren Sorten abgelöst
- Mancan: Herausragende Gründüngung mit hohem Samenertrag
- Manisoba: Ertragsstark, besonders im Nordosten geeignet
- Koban: Gut für die Präriegebiete, nicht optimal für den Nordosten
- Koma: Sehr ertragreich mit großen Samen
- Koto: Neue stressresistente Hochleistungssorte
- Horizon: Große Samen und hoher Ertrag
- Springfield: Robust und ertragreich, besonders im Mittleren Westen
- Keukett: Von Birkett Mills lizenziert, vielversprechend für hohe Produktivität
Buchweizen richtig pflanzen
Auch wenn Buchweizen oft in großen Flächen angebaut wird, lässt er sich problemlos auf kleinen Flächen im heimischen Garten oder auf dem Hof kultivieren. Zur optimalen Entwicklung bevorzugt Buchweizen warme Temperaturen, daher ist der Mai der ideale Pflanzmonat.
Pflanztipps:
- Streuung oder Drillen von 1 Pfund Samen auf 400 Quadratfuß (~37 m²)
- Die Samen sollten etwa 1,3 cm tief in den Boden eingebracht werden
- Die optimale Bodentemperatur zum Keimen liegt bei ca. 21 °C oder höher
Der richtige Boden für Buchweizen
Der große Vorteil von Buchweizen liegt in seiner Anpassungsfähigkeit an schlechte Böden, was ihn auch für die Erosionskontrolle prädestiniert. Seine Pfahlwurzel kann bis zu 1,2 Meter tief reichen und stabilisiert so den Boden effektiv.
Für eine optimale Samenernte sollten folgende Bodenbedingungen eingehalten werden:
- Neutral bis leicht sauer (pH-Wert)
- Locker oder mittelschwerer Boden mit guter Drainage
- Kein verdichteter Boden oder stark austrocknende Böden
- Bei Bedarf Kompost zur Bodenverbesserung einarbeiten
Pflege und Standortanforderungen
Buchweizen bevorzugt warme und feuchte Bedingungen und gedeiht in den USDA Anbauzonen 3-10. Temperaturen unter 10 °C und über 38 °C stellen eine Belastung für die Pflanze dar.
Für ein gesundes Wachstum sollte Buchweizen an einem vollsonnigen Standort mit ausreichender, aber nicht zu starker Bewässerung gepflanzt werden. Zu viel Wasser kann Wurzelfäule verursachen, zu wenig Wasser führt zu welken Blättern und Entwicklungsstörungen. Die oberste Bodenschicht darf zwischen den Wassergaben leicht antrocknen.
Dank seiner dichten Blattentwicklung unterdrückt Buchweizen zudem effektiv Unkraut.
Düngung von Buchweizen
Buchweizen ist eine anspruchslose Kultur — organischer oder langsam wirkender Dünger reicht meist aus, um die Pflanzen mit den nötigen Nährstoffen zu versorgen. Ein Übermaß an Stickstoff sollte vermieden werden, da dies die Qualität beeinträchtigen kann.
Als sanftere Alternative kann eine Mulch- oder Kompostschicht die Bodenfruchtbarkeit steigern und ist zudem umweltfreundlich.
Schädlinge und Krankheiten beim Buchweizen-Anbau
Buchweizen gilt als relativ resistent gegenüber Krankheiten und Schädlingen. Dennoch sollten folgende Probleme beachtet werden:
Aster Yellows
Diese Erkrankung macht sich durch gelb-grüne Verfärbungen an Blüten bemerkbar. Da es keine Heilung gibt, hilft nur das Entfernen befallener Pflanzen. Die Verbreitung erfolgt hauptsächlich durch Zikaden (Leafhoppers), deren Befall sollte vorbeugend kontrolliert werden.
Wurzelfäule
Wurzelfäule tritt vor allem bei Staunässe auf. Symptome sind gelbe Blätter und Wachstumsstörungen. Gesunde Wurzeln sind weiß und fest, kranke braun und weich. Abhilfe schaffen reduzierte Bewässerung, verbesserte Drainage und der Einsatz von Kupferfungiziden zur Eindämmung.
Blattläuse
Erkennen lassen sich Blattläuse an kleinen gelben, grünen, rosa, braunen oder schwarzen Insekten auf Stängeln und Blättern. Sie sondern Honigtau ab, der Rußtau fördert. Ein gezielter Rückschnitt befallener Pflanzenteile kann die Ausbreitung eindämmen.
Erdrüssler (Cutworms)
Diese Larven fressen die Pflanzensprosse an der Basis an und können schwere Schäden verursachen. Sofortige Maßnahmen zur Bekämpfung sind empfehlenswert, um Verluste zu verhindern.
Buchweizen ernten: So funktioniert’s
Geerntet wird, wenn etwa drei Viertel der Samen dunkelbraun sind. Die Pflanzen dafür am besten mit der Sense abtrennen und mehrere Tage trocknen lassen. Zum Entspelzen werden die Samen in ein Baumwollsäckchen gegeben und mit einem Besenstiel geschlagen. Anschließend mit Hilfe eines Ventilators die Samen vom Spreu trennen.
Bei Verwendung als Gründüngung empfiehlt es sich, das Feld etwa 10 Tage nach dem Blühen in den Boden einzuarbeiten.
Fazit
Buchweizen ist ein unkompliziert zu kultivierendes Urgetreide, das sich hervorragend für verschiedene Garten- und Anbauflächen eignet. Seine Vielseitigkeit – von der Nahrungsmittelproduktion bis zum Bodenschutz – macht ihn zu einer wertvollen Ergänzung für jeden Garten oder Hof. Mit den richtigen Sorten, Standortbedingungen und Pflege können auch Sie erfolgreich Buchweizen anbauen und ernten.
