Cucamelons Anbauen: So pflanzen und nutzen Sie diese winzigen Wunder
Was aussieht wie eine Mini-Wassermelone, schmeckt wie eine Gurke und wird als Beere eingestuft? Die Antwort lautet Cucamelons! Diese bezaubernden kleinen Gemüse sind zwar nicht so bekannt wie ihre Gurken- und Melonenverwandten, gewinnen aber zunehmend an Beliebtheit, weil sie einfach köstlich sind.
Ob Sie auf der Suche nach einer neuen Zwergsorte für Ihren Garten sind oder einfach die Artenvielfalt erweitern möchten – hier erfahren Sie alles Wissenswerte, um Cucamelons erfolgreich anzubauen und zu ernten.
Was sind Cucamelons?
Auch bekannt als mexikanische Sauergurken, gehören die Früchte von Melothria scabra zur Familie der Kürbisgewächse (Cucurbitaceae). Damit sind sie verwandt mit Gurken, Melonen, Kürbissen und anderen Kürbisverwandten.
Cucamelons stammen ursprünglich aus Mittelamerika, haben aber auch Verwandte in Nord- und Südamerika. Beim Sammeln in der Natur ist Vorsicht geboten, da es giftige Doppelgänger wie M. charantia und M. pendula gibt. Wer jedoch Samen oder Sämlinge von einer vertrauenswürdigen Gärtnerei bezieht, kann sicher sein, die richtigen Pflanzen zu kultivieren.
Anbau und Pflege der Cucamelons
Pflanzen und Standortwahl
Cucamelon-Ranken wachsen ähnlich wie Gurken oder Melonen, doch ihre Früchte bleiben mit der Größe von Trauben sehr klein. Das macht sie ideal für den Anbau auf dem Balkon oder der Terrasse.
Beim Säen die Samen etwa 1,5 cm tief in gut vorbereitete, kompostreiche Erde pflanzen und einen Abstand von ca. 60 cm zwischen den Pflanzen einhalten. Sämlinge sollten ebenfalls in diesem Abstand eingepflanzt werden. Nach dem Pflanzen gut angießen und an einen sonnigen Standort setzen.
Rankhilfen und Pflege
Weil die Ranken bis zu 3,5 Meter lang werden können, benötigen Cucamelons eine stabile Rankhilfe aus Metall, Holz oder Maschendraht. Binden Sie die Sämlinge spätestens bei einer Höhe von 15 cm an die Rankhilfe. So klettern die Pflanzen nach oben, und die Früchte hängen frei, was die Qualität und Gesundheit verbessert.
Die Erhöhung über dem Boden vermindert die Gefahr von Pilzkrankheiten wie Mehltau und schützt vor Schneckenfraß.
Standort und Bodenbeschaffenheit
Als Pflanzen aus Süd- und Mittelamerika benötigen Cucamelons viel Sonnenlicht – mindestens sechs Stunden täglich. Sie wachsen am besten in nährstoffreichem, gut durchlässigem Boden, der vor dem Pflanzen mit gut verrottetem Kompost angereichert wird.
Da sie zu den Starkzehrern gehören, sollte der Boden idealerweise vor dem Anbau auf Calciumgehalt geprüft werden. Ein Mangel kann zum sogenannten Blütenendfäule-Syndrom (Blossom End Rot) führen. Bei Bedarf düngen Sie mit Gips oder Kalk und bewässern gleichmäßig.
Bewässerung
Cucamelons brauchen etwa 2,5 cm Wasser pro Woche, inklusive Regen. Vermeiden Sie Staunässe, aber sorgen Sie für eine konstante Bodenfeuchtigkeit. Gießen Sie bevorzugt bodennah, um Pilzinfektionen zu vermeiden. Sollte eine Bewässerung von oben notwendig sein, dann am besten frühmorgens durchführen, damit die Blätter tagsüber trocknen können.
Schädlinge und Krankheiten bei Cucamelons
Schnecken und Nacktschnecken
Diese Schädlinge sind berüchtigt in Kürbis- und Gurfengärten. Die Rankhilfe hilft, den Fraß zu minimieren. Helfen können auch freilaufende Enten oder Perlhühner, die Schnecken vertilgen. Handabsammeln und spezielle Pellets sind weitere Möglichkeiten.
Blattläuse
Blattläuse können durch den Einsatz von Marienkäfern oder das Bestäuben mit Kieselgur (Diatomeenerde) reduziert werden. Ein kräftiger Wasserstrahl als Notmaßnahme ist ebenfalls möglich, sollte jedoch sparsam eingesetzt werden, um die Pflanzen nicht zu schädigen.
Mehltau
Vorbeugend gehen Sie am besten sicher, dass die Pflanzen gut luftdurchlässig wachsen. Entfernen Sie überschüssiges Laub und kontrollieren Sie regelmäßig. Befallene Pflanzenteile sollten sofort entfernt und verbrannt werden. Eine Behandlung mit verdünntem Apfelessig oder Neemöl kann helfen, eine Ausbreitung zu stoppen.
Mosaikvirus
Dieser Virus tritt bei vielen Kürbisgewächsen auf. Wachsen bei Ihnen Mosaikvirus-Symptome wie verfärbte, marmorierte Blätter auf, entfernen Sie die Pflanzen und verbrennen diese umgehend. Achten Sie auf Hygiene, Fruchtfolge und die Bekämpfung von Blattläusen, um die Verbreitung zu minimieren.
Beste Begleitpflanzen für Cucamelons
Cucamelons eignen sich hervorragend für den Anbau im sogenannten „Drei-Schwestern“-Beet zusammen mit Mais und Erbsen oder Bohnen. Auch Tomaten, Dill und verschiedene Salatsorten sind gute Nachbarn. Unter den Rankgittern können Sie Blattgemüse kultivieren und Fläche optimal ausnutzen.
Ernte und Verwendung
Ernten Sie die Cucamelon-Früchte, wenn sie circa 2,5 cm lang sind. Werden sie zu groß, entwickeln sie eher Bitterstoffe und Samen.
Die kleinen Früchte schmecken frisch mit mildem Gurkenaroma und einer dezenten Limettenfrische. Sie eignen sich hervorragend für frische Salate, Salsas oder grüne Smoothies. Für eine längere Haltbarkeit können Sie die Cucamelons als Salsa Verde mit Tomatillos einkochen oder als ganze Gurken mit Knoblauch und Dill einlegen.
Frisch gekühlt halten sie sich etwa eine Woche.
Fazit: Warum Sie Cucamelons anbauen sollten
Cucamelons sind perfekte, platzsparende Bereicherungen für jeden Garten, Balkon oder Terrasse. Neben ihrem charmanten Aussehen überzeugen sie mit ihrem erfrischenden Geschmack und einfacher Pflege. Nutzen Sie Cucamelons als lebenden Sichtschutz oder schattenspendende Kletterpflanze auf Pergolen und genießen Sie den naschbaren Garten das ganze Jahr über.
Planen Sie Ihre Balkon- oder Terrassengarten mit Cucamelons, Kirschtomaten und frischen Kräutern für eine „Selbstpflück“-Gemüseparty – Spaß und Frische garantiert!
