Camellia Blumen Anbauen: Anleitung zum Pflanzen, Pflegen und Vermehren dieser Winterblüher
Camellias sind in wärmeren Klimazonen, wie im Süden oder im pazifischen Nordwesten, ein vertrauter Anblick in Gärten. Diese immergrünen Sträucher mit ihren leuchtenden Blüten sind besonders im Winter ein dekoratives Highlight, wenn der Garten sonst farblos erscheint. Aufgrund ihrer Schönheit werden sie auch gerne als die „Rose des Winters“ bezeichnet. Entgegen der weit verbreiteten Meinung sind Camellias jedoch überraschend einfach anzubauen.
Was sind Camellias?
Camellias gehören zur Familie der Theaceae und sind mit anderen Teepflanzen verwandt. Ihre Heimat liegt in Ost- und Südostasien, darunter Japan und Indonesien. Besonders die Art Camellia sinensis wird zur Herstellung von Tee genutzt.
Es gibt etwa 220 Arten und über 3000 Hybriden, die alle als immergrüne Sträucher oder kleine Bäume wachsen. Weil Camellias lange vor ihrer Verbreitung in Europa bereits in Japan und China kultiviert wurden, gingen sie vermutlich durch den Teehandel weltweit auf Reisen.
Die besten 10 Camellia-Sorten für den Garten
Unter den vielen Arten, Sorten und Hybriden eignen sich insbesondere C. sasanqua und C. japonica gut für den Heimgarten.
- C. sasanqua: Blüte von Oktober bis Dezember, bevorzugt Sonne, größere Blüten, kälteresistent in USDA-Zonen 7-9.
- C. japonica: Blüte von Januar bis März, liebt Wärme und etwas Schatten, gedeiht in USDA-Zonen 7-10.
1. Debutante
Diese Sorte begeistert mit einer langen Blütezeit von Oktober bis Mai und ist ideal für USDA-Zonen 7-10. „Debutante“ zeigt zarte und kräftige Pinktöne an leuchtend grünen Blättern und wächst bis zu 3,5 Meter hoch.
2. High Fragrance
Diese kompakte Sorte (1,2 bis 1,8 Meter) zeichnet sich durch intensiv duftende, tief rosa Blüten aus, die an Rosen und Jasmin erinnern. Blütezeit ist von Spätwinter bis Frühling (Zonen 7-10).
3. Kramer’s Supreme
Mit leuchtend roten Blüten von November bis März ist „Kramer’s Supreme“ ein wahrer Blickfang, wächst 1,8 bis 2,5 Meter und ist perfekt für Zonen 8 bis 10.
4. April Dawn
Für eine farbenfrohe Blütenpracht mit weißen und pinken Akzenten ist „April Dawn“ eine tolle Wahl (bis 2,4 Meter). Diese robuste Sorte blüht von Spätwinter bis Spätfrühling (Zonen 6-9).
5. White by the Gate
Reinweiße Blüten und eine Höhe von bis zu 2,4 Metern zeichnen diese Sorte aus. Optimal für Zonen 7 bis 9, mit Schatten und ausreichend Wasser gut gepflegt.
6. Moonshadow
Bis zu drei Meter hoch wächst „Moonshadow“ mit weißen Blüten, die rosa Ränder haben. Ideal in schattigen Plätzen in den Zonen 7 bis 9.
7. Yuletide
Leuchtend rote Blüten und auffällige gelbe Staubblätter machen „Yuletide“ zu einem attraktiven Immergrünen (ca. 3 Meter), der in den Zonen 7 bis 10 gut wächst.
8. Jordan’s Pride
Dieser bis zu 3,5 Meter hohe Strauch blüht von Januar bis März und überzeugt mit gestreiften rosa Blüten auf dunklem Laub (Zonen 7 bis 9).
9. Bloomfield
Eine früh blühende Sorte bis 3,5 Meter mit leuchtend roten Blüten, die bereits im milden Winter erscheinen (Zone 6).
10. Shishi Gashira
Die kuscheligen, pinkfarbenen Blüten erscheinen über sechs Monate und der Strauch wird etwa 1,2 bis 1,5 Meter hoch. Besonders passend für Zonen 7–10.
Camellias vermehren – Schritt für Schritt
- Schneiden Sie im Frühling 15 cm lange Triebe ab, sobald die Rinde braun und fester ist.
- Verwenden Sie saubere, scharfe Gartenscheren und schneiden Sie knapp unter einem Knoten.
- Entfernen Sie alle Blätter bis auf die oberen drei, diese halbieren Sie längs.
- Tauchen Sie die Stecklinge in Bewurzelungshormon.
- Setzen Sie die Stecklinge in ein gut durchlässiges Substrat (Aussaat- oder Blumenerde).
- In einem 15-cm-Topf passen drei bis vier Stecklinge, abdecken mit einer Plastiktüte für hohe Luftfeuchtigkeit.
- Halten Sie das Substrat feucht. Nach ca. drei Monaten prüfen Sie die Verwurzelung vorsichtig.
- Nach erfolgreicher Bewurzelung die Jungpflanzen langsam an Außenbedingungen gewöhnen und anschließend auspflanzen.
Pflege von Camellias – Standort, Wasser und Licht
Camellias gedeihen in den USDA-Zonen 6 bis 10, je nach Sorte. Der beste Pflanzzeitpunkt ist der Frühling, um ausreichend Wurzelwachstum vor kaltem Wetter zu ermöglichen.
Der Boden sollte nährstoffreich, organisch und leicht sauer (pH 5,5–6,5) sein. Wichtig ist eine gute Drainage bei gleichzeitig ausreichend Feuchtigkeit.
Der ideale Standort bietet schattige Plätze während der heißen Nachmittagssonne, idealerweise mit morgendlicher Sonne. Direkte Hitze kann bei feuchten Blüten Schäden verursachen. Schutz vor Wind ist wichtig, da die Knospen empfindlich sind.
Während Camellias gleichmäßig feucht gehalten werden sollten, sind etablierte Pflanzen etwas trockenheitstolerant.
Düngung und Schnitt für optimale Blüten
- Düngen Sie zweimal jährlich: im Herbst bei der Knospenbildung und im späten Winter bis Frühling, wenn die Blüten aufgehen.
- Verwenden Sie am besten organischen Universaldünger oder speziellen Camellia-Dünger.
- Zu viel oder synthetischer Dünger kann die Blüte beeinträchtigen (Knospenschwund).
- Mulchen Sie den Boden im Sommer mit gut verrottetem Kompost oder Mist.
- Im frühen Frühjahr vor der Blüte können Sie bei Bedarf etwas Blut- und Knochenmehl ausstreuen.
- Falls der Boden-pH nicht ideal ist, hilft jährliche Bodenverbesserung mit Aluminiumsulfat.
- Den Formschnitt führen Sie am besten direkt nach der Blüte aus, um die Blüte des Folgejahres nicht zu stören.
- Kranke oder beschädigte Äste sollten jederzeit entfernt werden.
Passende Begleitpflanzen für Camellias
Camellias lieben leicht saure Böden und halbschattige Standorte. Gut geeignet sind neben ihnen beispielsweise:
- Hostas
- Farne
- Rhododendren
- Azaleen
- Hortensien
- Hartriegel
- Gardenien
Häufige Probleme beim Anbau von Camellias und ihre Lösung
Camellia-Blattfleckenkrankheit (Camellia Petal Blight)
Erkennbar an rostigen Flecken auf den Blütenblättern. Befallene Blüten und abgefallene Blütenreste sofort entfernen. Alte Mulchschicht durch frischen ersetzten.
Wurzelfäule
Entsteht durch Staunässe. Symptome sind gelbes Laub und welkende Pflanzen. Wurzeln faulen braun statt weiß. Sorgen Sie stets für gut drainierten Boden. Fungizide können helfen, Erholung dauert jedoch mehrere Jahre.
Spinnmilbenbefall
Spinnmilben erkennt man unter den Blättern als kleine bewegliche Punkte. Blätter wirken trotz Wasser trocken. Regelmäßiges Abbrausen mit Wasser kann Milben vertreiben. Bei starkem Befall speziellen Milbenbekämpfer einsetzen.
Blattläuse
Vor allem an neuen Trieben und Knospen anzutreffen. Bekämpfung durch natürliche Feinde, Abspritzen oder gezielte Maßnahmen möglich.
Blattgallen
Verdickungen und weißliche Beläge auf jungen Blättern durch Pilz Exobasidium camelliae. Befallene Pflanzenteile entfernen, Fungizide einsetzen.
Verwendung von Camellias
Camellia-Blätter und -Blüten sind essbar und werden weltweit für die Teezubereitung genutzt. Einige Sorten produzieren Früchte mit ölhaltigen Samen, die sowohl für Speise- als auch Kosmetiköle verarbeitet werden können. Die Fruchtbildung hängt von Sorte und Bestäubung ab.
Camellias sind nicht nur im Garten ein echter Blickfang und ein Symbol für den Winter – sie verbinden Schönheit und Nutzen in einem. Mit ein wenig Pflege und dem richtigen Standort gedeihen diese faszinierenden Pflanzen auch bei Ihnen zuhause.
