Corn Smut: Was ist „Teufelskorn“ und wie Sie den Pilz in Ihrem Garten bekämpfen
Haben Sie an Ihrem Mais im Garten seltsame Wucherungen entdeckt? Wahrscheinlich handelt es sich um Corn Smut, auch bekannt als „Teufelskorn“. Dieser Pilz macht Landwirten das Leben schwer, denn wenn er einmal auftritt, kann er die gesamte Ernte zerstören. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über diese Pilzkrankheit, wie Sie sie erkennen, bekämpfen und idealerweise verhindern können – damit Ihr Mais gesund und lecker bleibt.
Was ist Corn Smut?
Corn Smut ist eine Pilzkrankheit, verursacht durch den Pilz Ustilago maydis. Sie befällt verschiedene Teile der Pflanze wie Stängel, Blätter, Blütenstände oder die Maiskolben selbst. Die Krankheit ist hochgradig ansteckend und zerstört die Ernte durch die Bildung von großen Gallen oder Tumoren, die die Maiskörner entstellen und ungenießbar machen.
Der Pilz verbreitet sich schnell über Sporen, die jahrelang im Boden überleben können. Vor allem in Mexiko und den südlichen USA tritt Corn Smut häufig auf und entwickelt sich besonders im Spätsommer, kurz vor der Ernte, wenn die Maiskörner sich bilden.
Symptome und Erkennungsmerkmale von Corn Smut
Die auffälligsten Symptome sind größere, pilzartige Gallen auf den Maiskolben. Zu Beginn erscheinen sie als kleine, weißlich-graue Stellen, die im Verlauf dunkel und schwarz werden und schließlich aufplatzen, um Tausende von Sporen freizusetzen.
- Gallen sind etwa 10–13 cm groß.
- Die Sporenbildung macht den Mais komplett ungenießbar.
- Manche Gallen entstehen auch auf Blättern, bleiben dort aber kleiner und werden hart und trocken.
Die Ursache von Corn Smut
Der Krankheitserreger lebt als langlebiger Pilz im Boden und breitet sich durch Wind, Regen oder sogar über Mist aus. Auch kleine Verletzungen an Pflanzenteilen oder die Befruchtung durch Maisseide bieten dem Pilz Eintrittspunkte.
Bestimmte Bedingungen begünstigen die Ausbreitung von Corn Smut:
- Zu viel oder zu wenig Niederschlag
- Nährstoffarme Böden
- Böden mit hohem Stickstoffgehalt
- Schlechte Bestäubung durch fehlende Insekten oder Trockenheit
Wie Sie Corn Smut in Ihrem Garten bekämpfen
Da der Pilz im Boden sehr widerstandsfähig ist und bis zu sieben Jahre überleben kann, ist die Bekämpfung anspruchsvoll. Fungizide helfen meist nur im Frühstadium und nicht, wenn die Gallen bereits sichtbar sind.
1. Entfernen Sie Gallen rechtzeitig
Sammeln Sie alle Gallen ab, bevor sich schwarze Sporen bilden und die Gallen platzen. So verhindern Sie die weitere Verbreitung des Pilzes auf benachbarte Pflanzen.
2. Zerstören Sie befallene Pflanzen
Entsorgen Sie infizierte Pflanzen sowie Pflanzabfälle gründlich. Verbrennen Sie diese oder geben Sie sie in den Hausmüll – niemals in den Kompost!
3. Fungizide mit Vorsicht einsetzen
Kupfer- oder Schwefelfungizide können in sehr frühen Stadien vorbeugend wirken, sind aber meist wirkungslos, wenn die Krankheit sichtbar wird. Eine präventive Anwendung ist bei hohem Infektionsrisiko denkbar.
Tipps zur Vorbeugung von Corn Smut
Prävention ist der beste Schutz vor Corn Smut. Folgende Maßnahmen helfen, die Krankheit gar nicht erst in Ihren Maisgarten gelangen zu lassen:
1. Resistentes Saatgut wählen
Einige Maissorten zeigen eine höhere Resistenz gegen Corn Smut. Empfehlenswerte Sorten sind unter anderem:
- Argent
- Brilliant
- Fantasia
- Pristine
- Seneca Sensation
- Silver Prince
Zudem sind sogenannte „Zuckerverstärkte Sorten“ (SE) oft widerstandsfähiger.
2. Verletzungen an Pflanzen vermeiden
Seien Sie beim Pflegen vorsichtig, um Wunden an Blättern, Stängeln und Wurzeln zu vermeiden. Jedes Pflanzenteil kann dem Pilz als Eintrittspunkt dienen.
3. Schädlinge fernhalten
Schädlinge wie Maisbohrer können Pflanzenteile schädigen und somit die Infektionsgefahr durch Corn Smut erhöhen. Durch Schutzmaßnahmen gegen Schädlinge reduzieren Sie indirekt den Pilzbefall.
4. Fruchtwechsel praktizieren
Wechseln Sie jedes Jahr den Standort für Ihren Mais. Da Corn Smut nur Mais befällt, verhindert ein Fruchtwechsel die Anreicherung von Pilzsporen im Boden.
5. Ausgewogene Düngung verwenden
Ein Übermaß an Stickstoff fördert die Krankheit. Verwenden Sie einen ausgewogenen, organischen Dünger und setzen Sie idealerweise gereiften Kompost ein. Bei zu hohem Stickstoffgehalt hilft zusätzliches Phosphat, das Risiko zu senken.
Fazit: Corn Smut im Garten richtig erkennen und wirksam vorbeugen
Corn Smut zählt zu den hartnäckigsten Pilzkrankheiten am Mais und kann große Ernteverluste verursachen. Die Erkennung ist relativ einfach durch die charakteristischen Gallen. Die effektive Bekämpfung erfordert vor allem schnelles Handeln und präventive Maßnahmen.
Setzen Sie auf resistente Maissorten, schonende Pflege und Fruchtfolge, um den Pilz zu vermeiden. Entfernen Sie Gallen und befallene Pflanzen konsequent, bevor Sporen freigesetzt werden. So schützen Sie Ihre Maisernte langfristig vor „Teufelskorn“ und können sich auf eine reiche, gesunde Ernte freuen.
