Zitronenmelisse Anbauen: Sorten, Pflanzanleitung, Pflege, Probleme und Ernte
Zitronenmelisse ist ein aromatisches, schmackhaftes und mehrjähriges Kraut, das sich mit wenig Aufwand im eigenen Garten anbauen lässt. Mit seinem erfrischenden Zitronen-Minze-Duft ist es perfekt für heiße und kalte Getränke geeignet und verleiht Geflügel- sowie Fleischgerichten eine besondere Note.
Haben Sie schon einmal darüber nachgedacht, Zitronenmelisse im Garten anzupflanzen? Wenn nicht, verpassen Sie wirklich etwas!
Nicht nur der Geschmack überzeugt, auch das dekorative Erscheinungsbild ist ein Highlight in jedem Gartenbeet. Die Pflanzen erreichen gewöhnlich eine Höhe von 30 bis 60 cm und tragen kleine Blütenbüschel, die von Weiß bis Gelb variieren.
Zitronenmelisse Sorten
Zitronenmelisse wird unter verschiedenen Namen geführt, darunter Melissa, Süßmelisse, Honigkraut oder Gartenmelisse. Unabhängig vom Namen gibt es mehrere interessante Sorten, die Sie ausprobieren können:
- AUREA: Diese Sorte zeichnet sich durch dunkelgrüne Blätter mit gelber Zeichnung im Frühjahr aus. Im Sommer verblasst das Gelb wieder. Geschmacklich ist die Aurea mild und angenehm.
- COMPACTA: Für alle, die keine ausufernden Pflanzen wünschen, eignet sich diese sterile Sorte besonders. Sie wird nur etwa 15 cm hoch und 30 cm breit, bildet keine Blüten und keine Samen. Die Blätter sind dunkelgrün mit mildem bis mittlerem Aroma.
- CITRONELLA: Diese Sorte zieht viele Bienen und andere Bestäuber an und punktet mit einem beruhigenden Duft sowie einem intensiven Geschmack. Sie wächst etwa 25-30 cm hoch.
Zitronenmelisse im Garten anbauen
Standort und Boden
Zitronenmelisse gedeiht in USDA-Pflanzenhärtezonen 4 bis 9. In kälteren Regionen (Zone 4) empfiehlt sich zum Winterschutz eine Mulchschicht.
Die Pflanze bevorzugt einen sonnigen Standort, verträgt aber auch Halbschatten. Der Boden sollte durchlässig und sandig-lehmig sein. Zitronenmelisse wächst fast in jedem Boden, solange keine Staunässe herrscht, da die Pflanze keine „nassen Füße“ verträgt. Der ideale pH-Wert liegt zwischen 6,7 und 7,3.
Aussaat von Zitronenmelisse
Starten Sie die Samen 6 bis 8 Wochen vor dem letzten Frosttermin in Innenräumen. Vor der Aussaat müssen die Samen für mindestens eine Woche kaltgestellt (stratifiziert) werden – das fördert die Keimung.
Zitronenmelisse keimt langsam und benötigt etwa 14 Tage. Für die Keimung ist Licht unerlässlich, daher sollten Sie die Samen nur leicht mit Erde bedecken oder gar nicht. Nutzen Sie ein helles Fenster oder Pflanzenlampen.
Pflanzung im Freiland
Sobald keine Frostgefahr mehr besteht, können die Jungpflanzen ins Freie umgesetzt werden. Pflanzen Sie sie mit einem Abstand von 45 cm in Reihen, die 45 bis 60 cm voneinander entfernt sind – Zitronenmelisse wird recht ausladend.
Alternativ ist die Direktsaat im Garten möglich: Säen Sie die Samen 0,5 cm tief nach dem letzten Frost und halten Sie die Erde feucht. Nach dem Aufgang und einer Höhe von 7-10 cm, die Pflanzen auf 45 cm ausdünnen.
Zitronenmelisse im Topf ziehen
Zitronenmelisse lässt sich auch gut in Containern mit einer Tiefe und Breite von 15-20 cm kultivieren. Dabei ist die Pflanze allerdings meist einjährig. In milden Klimazonen kann sie in Wintergärten oder nicht beheizten Winterräumen überwintert werden.
Pflege von Zitronenmelisse
Bewässerung
Gießen Sie Zitronenmelisse regelmäßig, vor allem abends, am besten in Bereichen mit leicht feuchtem Boden. Einmal etabliert ist die Pflanze recht trockenheitsresistent.
Düngung
In der Regel ist keine spezielle Düngung notwendig. Eine gelegentliche Gabe von Kompost als „Nebenfütterung“ während der Wachstumsperiode fördert das Wachstum.
Wuchs und Ausbreitung kontrollieren
Zitronenmelisse kann sich stark ausbreiten, da sie über unterirdische Wurzelausläufer wächst. Dieses „Auswuchern“ sollten Sie kontrollieren, beispielsweise durch das Einsetzen von Wurzelsperren oder im Garten vergrabene Töpfe.
Das Entfernen von verblühten Blüten verhindert unerwünschte Aussaat. Vermeiden Sie es, abgeschnittene Pflanzenteile liegen zu lassen, da sie sonst wurzeln und neu austreiben können.
Vermehrung
Zitronenmelisse lässt sich leicht durch Stecklinge vermehren. Schneiden Sie dazu einen mindestens 7 cm langen Trieb mit sauberen, sterilen Werkzeugen ab, tauchen Sie ihn in Bewurzelungshormon und pflanzen Sie ihn in nährstoffreiche Anzuchterde.
Bewässern Sie die Stecklinge gut und stellen Sie sie an einen schattigen Ort. Mit etwas Glück entwickeln sich nach 3-4 Wochen Wurzeln – eine Wärmematte kann diesen Prozess beschleunigen.
Die besten Pflanzenstecklinge werden im Frühling oder Herbst genommen. Im Frühjahr eignet sich frisches Wachstum, im Herbst eher ältere, nicht blühende Triebe.
Typische Schädlinge und Krankheiten bei Zitronenmelisse
Minzrost
Minzrost ist eine Pilzkrankheit, die typisch für Pflanzen der Minzfamilie ist. Sie zeigt sich als orange bis rostfarbene Flecken auf der Unterseite der unteren Blätter und führt unbehandelt zu Blattverlust.
Betroffene Blätter sollten umgehend entfernt und entsorgt werden. Sorgen Sie für ausreichend Pflanzabstände, um eine gute Luftzirkulation zu gewährleisten und die Ausbreitung zu minimieren.
Echter Mehltau
Diese verbreitete Pilzkrankheit zeigt sich als weißlicher, mehliger Belag auf den Blättern. Sie tritt häufig bei warmen, feuchten Tagen mit kühlen Nächten oder bei zu hoher Feuchtigkeit auf.
Vorbeugung ist entscheidend: Regelmäßiges Auslichten und Ernten verbessern die Luftzirkulation und reduzieren das Risiko. Bei Befall ist es schwierig, die Krankheit zu bekämpfen.
Septoria-Blattflecken
Ein weiterer Pilzbefall, der sich durch dunkelbraune bis schwarze Flecken auf den Blättern zeigt und besonders bei hohen Temperaturen und Feuchtigkeit auftritt.
Infizierte Blätter müssen entfernt und vernichtet werden. Zur Behandlung kann eine Mischung aus Wasser, Natron, Spülmittel und Gartenöl auf die Pflanzen gesprüht werden.
Gute Nachbarn – Begleitpflanzen für Zitronenmelisse
Zitronenmelisse eignet sich hervorragend als Begleitpflanze, da ihr Duft Insekten fernhält. Besonders nützlich ist das in der Nähe von Kohlpflanzen, da Zitronenmelisse Schädlinge anlockt, die sonst Kohlgewächse befallen könnten.
Empfohlene Begleitpflanzen sind unter anderem:
- Kohl
- Brokkoli
- Blumenkohl
- Rosenkohl
- Stockrosen
- Kapuzinerkresse
- Obstbäume
Vermeiden sollten Sie eine Pflanzung neben Fenchel oder Kartoffeln.
Ernte und Lagerung der Zitronenmelisse
Die Blätter und Zweige können während der gesamten Wachstumszeit gepflückt werden. Nutzen Sie eine scharfe Gartenschere, um Pflanzen nicht zu beschädigen.
Frische Zitronenmelisse lässt sich in einem Baumwolltuch eingewickelt einige Tage im Kühlschrank lagern. Die Pflanze eignet sich hervorragend für erfrischende Getränke wie einen Zitronenmelisse-Mojito oder als beruhigender Kräutertee.
Für ein besonders intensives Aroma ernten Sie ältere Blätter an unteren Pflanzenteilen. Werden die Blätter getrocknet, ist der Sommer vor der Blütezeit der ideale Erntezeitpunkt.
Im Spätsommer oder Herbst ist es ratsam, die Pflanze um die Hälfte zurückzuschneiden – innerhalb von 4 bis 6 Wochen treibt Zitronenmelisse dann wieder frisch aus.
Fazit: Geduld zahlt sich aus beim Zitronenmelisse-Anbau
Der Anbau von Zitronenmelisse benötigt am Anfang etwas Zeit und Geduld, doch wenn die Pflanze erst einmal etabliert ist, gedeiht sie problemlos und robust unter den meisten Bedingungen. Probieren Sie es aus – der frische, zitronige Geschmack wird Ihre Gerichte und Getränke wunderbar bereichern.
