Upland Reis Anbauen: Sorten, Anbau, Pflege, Probleme und Ernte
Wenn man an Reis denkt, kommen einem meist Bilder von Reisfeldern in Japan oder China in den Sinn, wo Menschen in überfluteten Reis-Paddies die Körner ernten. Doch Reis kann auch ganz anders angebaut werden – zum Beispiel in deinem eigenen Garten. In diesem Artikel erfährst du alles Wichtige über den Anbau von Upland Reis, die besten Sorten, wichtige Pflegetipps sowie Ernte- und Zubereitungsempfehlungen für deinen heimischen Reis.
Reissorten: Upland vs. Lowland Reis
Es gibt zwei Haupttypen von Reis: Lowland Reis und Upland Reis. Lowland Reis wächst üblicherweise in Paddies oder gefluteten Feldern, während Upland Reis an trockenere Böden und Bedingungen angepasst ist und in gut durchlässigem, trockenerem Boden gedeiht.
Reis ist eine tropische Pflanze, die warme Temperaturen und eine lange Wachstumsperiode benötigt. Mit der richtigen Anzucht im Haus kannst du Reis sogar so weit nördlich wie in Maine anbauen.
Anatomie des Reis-Pflanze
Die Reispflanze durchläuft verschiedene Entwicklungsstadien. Nach der Keimlingsphase beginnt ab ca. 18 Tagen das sogenannte « Tillering », das bis ungefähr Tag 45 andauert. Während dieser Phase entwickeln sich mehrere Halme (Tillers) aus einem einzelnen Samen, von denen jeder Getreidekörner hervorbringen kann.
Als nächstes bildet die Pflanze die Rispe (Panicle), die mehrstachelig verzweigt ist und an deren Spitzen schließlich die Reiskörner reifen. Um die Rispen herum wachsen die Fahnenblätter (flag leaves), die wichtige Nährstoffe und Sonnenlicht aufnehmen, um die Körner zu nähren. Die Körner sind von einer Spelzhülle (Hülle) umgeben, die den essbaren Kern schützt.
Beliebte Reissorten für den Hausgarten
- Long Grain (Langkornreis): Schlank, körnig und locker nach dem Kochen, ideal für Hühnchengerichte, Suppen und Currys.
- Medium Grain (Mittelkornreis): Kürzer und etwas klebriger, cremige Konsistenz, besonders gut für Puddings und gefüllte Paprika geeignet.
- Short Grain (Rundkornreis): Rund, weich und klebrig nach dem Kochen, süßer Geschmack und beliebt für Sushi.
Besondere Sorten von Upland Reis
- Akamuro Reis: Eine alte japanische Sorte mit kleinen roten Körnern und besonderem Duft. Kälteunempfindlich bis Zone 4b, benötigt ca. 105 Tage zur Reife.
- Blue Bonnet: Eine lange Körnersorte mit mildem Geschmack, ursprünglich von Maya angebaut.
- Duborskian: Ideal für kleine Gartenflächen, wächst ca. 60 cm hoch mit bis zu 18 Halmen pro Pflanze, frosttolerant, ca. 115 Tage bis zur Ernte.
- Hayayuki: Wächst bis zu 90 cm, bekannt für seinen hervorragenden Geschmack, benötigt konstante Feuchtigkeit, ca. 105 Tage Reifezeit.
- Titanio Rose: Italienische Sorte für trockene Höhenlagen, braune Körner mit cremiger Textur, perfekt für Risotto.
Reis anpflanzen – Schritt-für-Schritt Anleitung
1. Aussaat und Keimung
Starte die Reissamen sechs Wochen vor dem letzten Frost in deiner Region drinnen, ähnlich wie bei Tomaten. Weiche die Samen 36 Stunden in Wasser ein, lasse sie danach 24 Stunden trocknen. Säe sie in Anzuchtschalen unter künstlichem Licht oder auf einer sonnigen Fensterbank aus.
Für Upland Reis sind Temperaturen zwischen 21 und 27 °C optimal. Verwende bei kühleren Bedingungen gerne eine Wärmeunterlage, damit die Samen innerhalb von etwa einer Woche keimen.
2. Umsetzen und Pflanzen im Freiland
Wenn die Reispflanzen 12 bis 18 cm groß sind, kannst du sie nach draußen setzen, sobald kein Frost mehr droht und der Boden mindestens 13 °C warm ist. Härte die Setzlinge eine Woche lang ab, indem du sie täglich 1 Stunde länger ins Sonnenlicht stellst.
Bereite den Pflanzbereich gut vor, indem du ihn gründlich wässerst, bis ein schlammiger Boden entsteht – das erleichtert den Wurzelkontakt.
3. Standort und Boden
Reis braucht nährstoffreichen Boden, daher solltest du vor der Pflanzung gut verrotteten Kompost unterarbeiten. Der Standort sollte vollsonnig sein.
4. Pflanzabstand
In Hochbeeten empfiehlt sich ein Abstand von 15 cm in alle Richtungen. In Reihen kannst du die Pflanzen im Abstand von 8 cm mit 60 cm Reihenabstand platzieren. Gute Luftzirkulation ist wichtig, da Upland Reis windbestäubt wird.
Alternativ kannst du Permakulturtechniken anwenden, z.B. Reis in einem Damm anpflanzen und daneben trockenere Pflanzen wie Gerste.
Pflege von Upland Reis
Wasserbedarf
Auch wenn Upland Reis nicht wie Lowland Reis geflutet wird, benötigt er dennoch regelmäßig Feuchtigkeit. Sorge wöchentlich für etwa 2,5 bis 4 cm Wasser. Tropfbewässerung ist besonders für größere Anbauflächen sinnvoll.
Düngung
Reis ist ein Starkzehrer. Dünge alle zwei Wochen nach Herstellerangaben, etwa mit organischen Blattdüngern wie Maxicrop oder Alaska Fischlösung.
Mulchen
Eine Mulchschicht aus Stroh oder kompostierten Blättern von ca. 5 cm Höhe hilft, die Bodenfeuchtigkeit zu speichern und Unkraut zu reduzieren.
Typische Probleme beim Reisanbau und Lösungen
- Unkräuter: Reis toleriert keine Konkurrenz. Halte das Beet frei von Unkraut, um Ertragseinbußen zu verhindern.
- Vögel: Vögel können besonders zur Reifezeit die Körner fressen. Schütze die Pflanzen mit Netzen.
Ernte und Lagerung von Reis
Je nach Sorte dauert die Wachstumsphase vom Auspflanzen bis zur Ernte 90 bis 120 Tage. Die Reispflanze färbt sich goldbraun und die Saat wird hart.
- Schneide die Pflanzen knapp über dem Boden ab.
- Binde die Halme in Bündel und hänge sie an einem schattigen, gut belüfteten Ort zum Trocknen auf – ca. drei Wochen.
- Entferne danach die Reiskörner vom Stängel.
- Dresche die Körner, indem du sie auf eine Holzfläche legst und mit einem Holzhammer oder Nudelholz bearbeitest, um die Schale zu lösen.
- Blase oder fächele die Spelzen weg, indem du die Körner zwischen zwei Behältern hin und her wirbelst, sodass der Wind die leichten Hüllen fortträgt.
- Lagere den Reis trocken und lichtgeschützt in luftdichten Gläsern, zum Beispiel in der Speisekammer oder im Keller.
Für größere Mengen sind kleine Reismühlen oder Huller erhältlich, die die Verarbeitung erleichtern.
Rezept und Kochtipps für selbst angebauten Reis
Bedenke, dass dein frischer hausgemachter Reis naturbelassen ist und daher länger braucht zum Garen als polierter weißer Reis aus dem Supermarkt. Er ähnelt in Geschmack und Kochzeit eher Vollkornreis.
- Verwende einen mittelgroßen Topf (ca. 2 Liter) zum Kochen von 1 Tasse Reis.
- Erhitze etwas Pflanzenöl im Topf, gib den Reis hinein und röste ihn 2 Minuten unter Rühren.
- Füge 2 1/2 Tassen Wasser oder Brühe sowie eine Prise Salz hinzu.
- Bringe alles zum Kochen und reduziere dann die Hitze auf niedrige Stufe zum Simmern.
- Decke den Topf ab und lasse den Reis 45 Minuten ohne Umschauen garen.
- Nach Ende der Kochzeit nimm den Deckel ab, lasse den Reis einige Minuten ruhen und lockere ihn mit einer Gabel auf.
- Vermenge den Reis mit Gewürzen, Gemüse oder Fleisch nach Belieben und serviere ihn frisch.
Fazit: Upland Reis selbst anbauen lohnt sich
Reis im eigenen Garten anzubauen ist eine spannende und erfüllende Erfahrung. Trotz seines tropischen Ursprungs lässt sich Upland Reis in gemäßigten Klimazonen erfolgreich kultivieren, wenn man die richtigen Anzucht- und Pflegemethoden anwendet. Genieße den Geschmack deines selbst geernteten Reises und nutze dieses vielseitige Grundnahrungsmittel direkt aus deiner eigenen Ernte.
