So werden Sie Ohrwürmer los und schützen Ihre Pflanzen mit einfachen Tricks

Ohrwürmer natürlich loswerden und Ihren Garten schützen – Effektive Methoden und Tipps

Ohrwürmer sind in vielen Gärten anzutreffen und lösen bei Hobbygärtnern oft gemischte Gefühle aus. Während sie mit ihrem ungewohnten Aussehen und ihrem schnellen Verhalten zunächst beunruhigen können, übernehmen sie zugleich wichtige Aufgaben im Garten. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ohrwürmer erkennen, ihre Vor- und Nachteile verstehen und sie mit natürlichen Methoden behutsam kontrollieren können. So schützen Sie Ihre Pflanzen effektiv und schonend vor Schäden.

Was sind Ohrwürmer?

Ohrwürmer (Dermaptera) bevorzugen warme und feuchte Umgebungen und sind in vielen Gartenregionen verbreitet. Sie besitzen einen abgeflachten, rötlich-braunen Körper von etwa 2 cm Länge und zeichnen sich durch ihre zwei markanten Zangen (Cerci) am Hinterleib aus. Außerdem verfügen Ohrwürmer über sechs Beine und zwei Fühler. Obwohl sie Flügel besitzen, fliegen sie selten und bevorzugen es, sich an Gegenständen wie Gemüse, Holz oder Kisten entlangzuziehen.

Ohrwürmer sind nachtaktiv und suchen tagsüber dunkle, feuchte Verstecke, zum Beispiel unter Blumentöpfen, Laubhaufen oder Holzstapeln. Dort treten sie oft gesellig auf.

Lebenszyklus der Ohrwürmer

Männchen sind an ihren gebogenen Cerci zu erkennen, Weibchen haben gerade Zangen. Im Herbst und Winter graben Weibchen bis zu 15 cm tiefe Höhlen, in denen sie 30 bis 60 perlweiße Eier ablegen. Die Eier saugen Wasser auf und wachsen, wobei die Mutter die Brut vor Schimmel schützt, bis die Jungen schlüpfen.

Die Larven durchlaufen vier Nymphenstadien, werden mit der Zeit dunkler und entwickeln Flügel. Die Weibchen kümmern sich umsorgend um die Eier und Jungtiere bis zum ersten Larvenstadium und sterben danach.

Sind Ohrwürmer schädlich für den Garten?

Ohrwürmer sind Allesfresser, die sich überwiegend von verrottendem Pflanzen- und Tiermaterial ernähren. Jedoch können bei hoher Population lebende Pflanzen als Nahrungsquelle genutzt werden, was zu Schäden an Gemüse und Obst führt. Besonders gern fressen sie Kohl, Mais, Mangold, Blumenkohl, Gurken, Salat, Erbsen, Tomaten, Bohnen, Kartoffeln sowie diverse Obstbäume (Äpfel, Pfirsiche, Aprikosen, Pflaumen und Birnen).

Junge Pflanzen bieten außerdem Schutz für die Tiere, was zu Fraßspuren und Verunreinigung der Ernte durch Kot führt. Auch Blumen wie Dahlien, Nelken, Prachtkerzen und Studentenblumen sind betroffen. Bei Nahrungsknappheit können Ohrwürmer auch Erdbeeren und andere weiche Früchte schädigen.

Typische Anzeichen für Ohrwurmbefall

  • Unregelmäßige, kleine Löcher in Blättern von Gemüse und Blumen
  • Abgekaute Maisseide, die die Bestäubung beeinträchtigt
  • Winzige Löcher in Früchten wie Paprika, Kartoffeln und Tomaten
  • Kothäufchen (Frass) auf Blättern und in Stängelspalten
  • Keine schleimigen Schleifspuren – im Gegensatz zu Schnecken

Ohrwürmer: Schädlinge oder nützliche Helfer?

Ohrwürmer sind zwar gelegentlich Schädlinge, dennoch erfüllen sie eine wichtige Funktion als natürliche Schädlingsbekämpfer, da sie Blattläuse, Schnecken und verschiedene Larven fressen. Sie tragen so dazu bei, das ökologische Gleichgewicht im Garten zu erhalten und den Einsatz chemischer Mittel zu reduzieren.

Solange Sie keine starken Schäden an Pflanzen bemerken, ist es oft hilfreich, Ohrwürmer im Garten zu belassen. Erst bei massiven Fraßschäden empfehlen sich gezielte Gegenmaßnahmen mit natürlichen Methoden.

Natürliche Feinde der Ohrwürmer

Verschiedene Tiere fressen Ohrwürmer und helfen, ihre Population zu regulieren:

  • Vögel
  • Gottesanbeterinnen
  • Assassinenwanzen
  • Kröten
  • Tachinidenfliegen

Diese Nützlinge können Sie fördern, indem Sie entsprechende Lebensräume schaffen oder passende Pflanzen auswählen.

Wie Sie Ohrwürmer auf natürliche Weise loswerden

Folgende Methoden helfen, Ohrwürmer umweltfreundlich zu kontrollieren, ohne Ihren Garten mit Schadstoffen zu belasten.

1) Gartenschlauch-Fallen

Legen Sie kurze Stücke von Gartenschläuchen oder kleinen PVC-Rohren (unter 2,5 cm Durchmesser) zwischen den Pflanzen aus. Ohrwürmer krochen gern hinein, um Schutz zu suchen. Kontrollieren Sie die Fallen morgens, sammeln die Tiere ein und entsorgen sie in einem Seifenwasser-Eimer.

2) Zeitungspapier-Fallen

Rollen Sie feuchtes Zeitungspapier zu Röhren, binden diese mit Kordel zusammen und legen sie unter die Pflanzen. Nach 3–4 Tagen können Sie die Fallen mit den darin versteckten Ohrwürmern entsorgen (Kompost oder Müll). Alternativ funktioniert auch Wellpappe.

3) Öl-Gruben-Fallen

Graben Sie eine flache Grube neben befallenen Pflanzen und stellen eine Thunfischdose ein, die mit dem Boden abschließt. Füllen Sie die Dose etwa 1 cm hoch mit geruchsintensiven Flüssigkeiten wie Sojasoße, Fischöl oder etwas ausgelassenem Speckfett, gemischt mit Pflanzenöl. Der Geruch lockt Ohrwürmer an, die dann in der Flüssigkeit ertrinken. Kontrollieren und leeren Sie die Fallen täglich.

4) Enten und Hühner

Enten und Hühner fressen Ohrwürmer als natürliche Schädlingsbekämpfer. Beachten Sie, dass sie auch Pflanzen beschädigen können, insbesondere Hühner. Nutzen Sie diese Methode daher bevorzugt, wenn die Pflanzen robuster sind. Zudem verbessern die Tiere mit ihrem Mist die Bodenqualität.

5) Lebensmittelqualität-Diatomeenerde (DE)

Diatomeenerde besteht aus fossilen Kieselalgen und wirkt als mechanisches Insektizid, das Insekten austrocknet. Verwenden Sie nur lebensmitteltaugliche DE, keine Pool-Variante.

Wichtig: DE tötet auch nützliche Insekten, daher nur als letzte Maßnahme einsetzen. Streuen Sie es trocken um die Basis befallener Pflanzen oder verwenden Sie einen Puderzerstäuber.

So verhindern Sie Ohrwurmeinvasionen im Garten

Prävention ist entscheidend, um Ohrwürmer langfristig in Schach zu halten, indem Sie deren bevorzugte Verstecke unattraktiv machen.

1) Garten sauber halten

Entfernen Sie regelmäßig Pflanzenreste, Laub oder verfaulte Pflanzenteile – weniger Verstecke bedeuten weniger Ohrwürmer.

2) Blumentöpfe auf Füße stellen

Stellen Sie Pflanztöpfe nicht direkt auf Böden oder Gehwege, sondern verwenden Sie Blumentopfständer. Dadurch entziehen Sie Ohrwürmern die trockenen Verstecke unter den Töpfen.

3) Früh morgens gießen

So haben Pflanzen tagsüber Zeit, das Wasser aufzunehmen und Oberflächen trocknen schneller ab, was Feuchtigkeit für Ohrwürmer verringert.

4) Mischkultur zur Abschreckung

Pflanzen Sie aromatische Kräuter und Blumen, die Ohrwürmer meiden, wie:

  • Basilikum
  • Thymian
  • Minze
  • Ringelblumen
  • Knoblauch
  • Zwiebeln

5) Blumen für natürliche Feinde pflanzen

Bestimmte Pflanzen ziehen Ohrwurm-Räuber an und fördern die Biodiversität im Garten, zum Beispiel:

  • Fenchel
  • Jakobskreuzkraut (Tansy)
  • Vogelnestkraut (Fiddleneck)
  • Petersilie
  • Buchweizen
  • Zitronenmelisse
  • Klee

Diese Pflanzen locken auch nützliche Bestäuber an, was Ihre Ernte zusätzlich verbessert.

Fazit: Das Gleichgewicht im Garten bewahren

Ohrwürmer sind weder ausschließlich Schädlinge noch reine Helfer. Mit dem richtigen Verständnis und gezielten, natürlichen Maßnahmen können Sie ihre Population kontrollieren und zugleich ihre positiven Effekte im Garten erhalten.

Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig auf Schadenszeichen und setzen Sie bei Bedarf umweltfreundliche Fallen und Präventionsmaßnahmen ein. So sichern Sie sich einen gesunden, blühenden Garten mit möglichst wenig Schädlingsdruck.

Haben Sie Erfahrungen mit Ohrwürmern im Garten? Teilen Sie Ihre Tipps und Fragen gerne in den Kommentaren!

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