Symphylen im Garten: Erkennen und Bekämpfen des unsichtbaren Schädlings
Symphylen sind seltene, winzige Bodenarthropoden, die im Garten großen Schaden anrichten können, ohne dass sie leicht zu entdecken sind. Diese kleinen, weißlichen Tiere lauern meist unsichtbar im Erdreich und können Ihre Ernte komplett zerstören, wenn man sie nicht rechtzeitig erkennt und bekämpft. In diesem Artikel erfahren Sie alles Wissenswerte über Symphylen, ihre Lebensweise, den Schaden, den sie anrichten und effektive Methoden zur Bekämpfung in Ihrem Garten.
Was sind Symphylen?
Symphylen sind kleine, helle, beinreiche Arthropoden, die entfernt mit Tausendfüßlern verwandt sind. Sie besitzen keine Augen und keine Farbe, weshalb sie fast durchscheinend wirken. Diese bodenbewohnenden Tiere leben vor allem in feuchter, lockerer Erde unter verrottendem Holz oder Steinen und sind selten über der Erdoberfläche anzutreffen.
Symphylen ernähren sich überwiegend von verfallender Pflanzensubstanz. Die meisten Arten sind also keine direkte Gefahr für Gärten. Gefährlich wird es erst mit dem sogenannten Gartensymphylan (Scutigellera immaculata), der insbesondere Wurzeln von Kulturpflanzen befällt und so große Schäden verursachen kann.
Der Gartensymphylan: Ein unbemerkter Schädling
Der Gartensymphylan stammt vermutlich aus Europa, hat sich aber weltweit verbreitet. Mit bis zu sechs Millimetern Länge und zwölf Beinpaaren entlang seines segmentierten Körpers ist er sehr schwer zu erkennen. Symphylen benötigen eine feuchte Umgebung und bewegen sich durch Risse im Boden, ohne zu graben.
Ihr bevorzugter Lebensraum ist schwerer, humusreicher und feuchter Boden, in dem sie neben verrottendem Pflanzenmaterial auch die Wurzeln junger Pflanzen fressen. Besonders gefährdet sind dabei Kulturen wie Rote Bete, Kopfsalat und Mais, doch fast alle Pflanzenwurzeln sind anfällig.
Lebenszyklus und Fortpflanzung
Symphylen verbringen den Winter tief unter der Erde. Sobald die Bodentemperatur etwa 7 °C (45 °F) erreicht, bewegen sie sich näher an die Oberfläche, bleiben aber 15 bis 25 cm unter ihr – Licht meiden sie strikt. Weibliche Symphylen legen ihre Eier in Bodennähe ab, welche nach etwa zwei bis drei Wochen schlüpfen.
Die Jungtiere durchlaufen mehrere Häutungen, bei denen sie mit jedem Stadium ein weiteres Beinpaar entwickeln, bis sie ausgewachsen sind. Insgesamt dauert dieser Wachstumsprozess ca. drei Monate, in denen die Nymphen sehr aktiv Wurzeln und organisches Material zerstören.
Schäden durch Symphylen erkennen
Vor allem Setzlinge und Jungpflanzen leiden unter dem Wurzelfraß der Symphylen. Erkennbar sind Verkrüppelungen, verminderter Wuchs und eine allgemeine Schwächung der Pflanzen. Im Wurzelbereich zeigen sich oftmals knotige, korkige Wucherungen und Löcher. Betroffene Wurzelgemüse sind oft kleiner, härter und unansehnlich, sodass dieser Teil häufig weggeworfen werden muss.
Symphylen bekämpfen: Effektive Maßnahmen für Ihren Garten
1. Kontrolle durch Bodenuntersuchung
Erkennen Sie erste Anzeichen von Symphylan-Befall, indem Sie mehrere Schaufeln Erde umgraben und nach den schnellen, hellen Tieren suchen. Wenn pro Schaufel durchschnittlich ein Symphylan auftaucht, sollten Sie Bekämpfungsmaßnahmen ergreifen.
2. Bodenbearbeitung (Tillage)
Tiefes und häufiges Pflügen hilft, Symphylen zu dezimieren, da dabei ihre Gänge zerstört werden und die Tiere verstärkt Luft und Sonne ausgesetzt sind. Ideal ist das Umgraben nach der Ernte oder wenn die Pflanzen durch Befall verloren gehen.
Wichtig: Flaches Einarbeiten hilft wenig, da die Tiere in tieferen Bodenschichten verbleiben können und schnell flüchten.
3. Einsatz von Insektiziden
Die chemische Bekämpfung erfolgt durch Bodeninsektenmittel, die in den Boden eingearbeitet werden müssen, da Symphylen sich ausschließlich unterirdisch aufhalten. Nicht alle Mittel wirken gegen Symphylen. Für den Bio-Anbau ist Aza-Direct das einzige effektiv erprobte Mittel.
Konventionelle Mittel wie Capture und Mustang sind ebenfalls wirksam, müssen aber vorsichtig und gezielt angewandt werden. Granulierte Insektizide können bei reduzierter Bodenbearbeitung zum Einsatz kommen.
4. Sonstige Strategien
- Fruchtfolge: Der Anbau von Kartoffeln oder Frühlingshafer kann die Population von Symphylen etwas reduzieren.
- Hochbeete: Diese können eine Barriere bilden und die Wurzeln vor Schädlingen schützen.
- Fluten: In manchen Regionen wird versucht, den Befall durch mehrwöchiges Überfluten der Felder zu verringern – der Erfolg ist jedoch umstritten.
Fazit: Symphylen effektiv erkennen und nachhaltig bekämpfen
Symphylen sind unsichtbare Wurzelschädlinge, die bei feuchtem, humusreichem Boden große Schäden an Kulturpflanzen anrichten können. Ihre Bekämpfung erfordert eine Kombination aus sorgfältiger Beobachtung, gezielter Bodenbearbeitung und gegebenenfalls dem Einsatz von geeigneten Insektiziden.
Mit den richtigen Maßnahmen schützen Sie Ihre Ernte vor einem der heimtückischsten Schädlinge im Garten und sichern gesunde, vitale Pflanzen.
