Tamarillo Anbauen: Die besten Sorten, Pflanztipps, Pflege, Probleme und Ernte
Tamarillos – auch bekannt als Baumtomaten – sind vielseitig verwendbar und bringen einen erfrischend-fruchtigen Geschmack auf den Teller. Ob für Saucen, Chutneys, Dips, Desserts oder einfach frisch vom Baum, diese exotischen Früchte sollten in keinem Garten fehlen. Leider unterschätzen viele Gärtner das Potenzial der Tamarillo, dabei ist sie leicht anzubauen und ein echter Ertragsschwerpunkt im heimischen Garten.
Beliebte Tamarillo-Sorten
- Ruby Red: Die wohl bekannteste Sorte mit intensiv roter Farbe und markantem, säuerlichem Geschmack. Ideal für frischen Verzehr oder die Weiterverarbeitung zu Saucen und Chutneys.
- Ecuadorian Orange: Diese hellorange Variante hat cremiges, leicht süßliches Fruchtfleisch – perfekt für süße und herzhafte Gerichte.
- Oratia Red: Große, dunkelrote Früchte mit kräftigem, säuerlichem Aroma. Besonders gut geeignet für Marmeladen und Konserven. Frisch gerne mit Zucker bestreut.
- Solid Gold: Weniger säuerlich, schmeckt ausgezeichnet frisch und eignet sich ebenfalls gut für Einkochrezepte.
- Rothamer: Herkunft Kalifornien. Große, süße Früchte mit gelbem Fruchtfleisch und roten Kernen. Sehr ertragreich und kräftig wachsend.
- Goldmine: Große, goldgelbe Früchte mit süßlichem Geschmack – ideal frisch oder im exotischen Obstsalat.
- Hardy Tamarillo (Cyphomandra corymbiflora): Kleinere, weißlich-grüne Früchte, wachsen kälteresistenter bis etwa –9 °C.
Perfekte Voraussetzungen für den Tamarillo-Anbau
Standort und Boden
Tamarillos bevorzugen vollsonnige Plätze, da sie im Halbschatten anfällig für Krankheiten sind und weniger Früchte bilden. Ein gut drainierter, nährstoffreicher Boden mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 7 ist ideal. Beim Pflanzen sollte gut verrotteter Kompost oder Stallmist eingearbeitet werden.
Klima und Pflanzzeit
Als subtropische Pflanzen gedeihen Tamarillos am besten in Regionen, die ganzjährig Temperaturen über 10 °C aufweisen. Ältere Bäume vertragen kurzzeitig Fröste bis etwa –2 °C, kleinere Frostschäden können auftreten. Hardy Tamarillo-Sorten kommen mit kälteren Regionen bis –9 °C zurecht.
Junge Pflanzen werden im Frühjahr nach Frostgefahr ausgepflanzt, idealerweise bei Temperaturen um 29 °C. Im Kübel kultivierte Pflanzen können bei Frostgefahr ins Haus geholt werden.
Pflanzenabstand und -pflege
Planen Sie mindestens 3 Meter Abstand zwischen den Tamarillo-Bäumen ein, um ausreichend Luftzirkulation und Licht zu garantieren. Wegen des flachen Wurzelsystems ist das Abstützen (Anbinden) der Bäume in den ersten 2 Jahren unerlässlich.
Tamarillo selbst ziehen: So gelingt die Aussaat
- Samenernte: Tamarillo-Samen sind gut erhältlich und lassen sich zuhause anziehen.
- Aussaat: Im Herbst drinnen in kleine Töpfe mit hochwertiger Anzuchterde bei ca. 29 °C keimen lassen.
- Umpflanzen: Nach letzten Frösten und sobald die Pflanze ca. 25 cm groß ist, ins Freiland oder größeren Topf umsetzen.
- Ertrag: Erste Früchte gibt die Pflanze meist nach 2–3 Jahren und nach der Bildung von mindestens 21 Zweigen.
Tamarillo im Topf anbauen
Für kältere Regionen sind Tamarillo-Pflanzen im Container optimal. So können sie im Sommer draußen und bei Frost drinnen stehen. Sorgen Sie für eine Drainageschicht, gute Erde und düngen Sie regelmäßig während der Fruchtbildung.
Schritt-für-Schritt: Tamarillo richtig pflanzen
- Graben Sie ein ausreichend tiefes Loch und verbessern Sie den Boden mit Kompost.
- Setzen Sie die Pflanze gerade ein und stecken Sie einen Pflanzpfahl zur Stabilisierung.
- Gießen Sie nach dem Pflanzen gut an, aber vermeiden Sie Staunässe.
- Bedecken Sie die Fläche mit Mulch für bessere Feuchthaltung.
Pflege von Tamarillo-Bäumen
Düngung
Verwenden Sie einen NPK-Dünger im Verhältnis 5:6:6 und streuen Sie ihn rund um die Tröpfchenlinie der Krone im Frühling, Sommer und Spätwinter.
Bewässerung
Tamarillos sind nicht trockenresistent und benötigen bei heißem Wetter regelmäßige Wassergaben. Staunässe gilt es unbedingt zu vermeiden.
Beschneiden
Tamarillos tragen am neuen Holz. Schneiden Sie deshalb jährlich nach der Fruchternte, um das Wachstum neuer Triebe und somit die Ernte zu fördern. Junge Pflanzen auf ca. 1,20 m zurückschneiden, um eine ausladende Form zu fördern.
Gute Begleiter für Tamarillos
Bestimmte Pflanzenarten helfen dabei, eine gesunde Tamarillo-Kultur zu fördern. Besonders gut geeignet sind:
- Petersilie (Tansy) – lockt Bienen an und fördert die Bestäubung
- Guave
- Salbei
- Dill
- Basilikum
Häufige Probleme und Lösungen beim Tamarillo-Anbau
Schneckenbefall
Schnecken fressen Tamarillo-Blüten häufig komplett weg. Verwenden Sie Schneckenkorn am Baumfuß, wenn Sie einen starken Befall bemerken.
Blattläuse
Blattläuse saugen Pflanzensaft und hinterlassen Rußtau. Besprühen Sie die Pflanze regelmäßig mit starkem Wasserstrahl. Bei hartnäckigem Befall sind Neem-Öl oder insektizide Seife empfehlenswert.
Weiße Fliegen
Weiße Fliegen fühlen sich von den Gerüchen der Tamarillo-Blätter angezogen. Bekämpfen Sie diese mit Klebefallen, fördern Sie parasitäre Schlupfwespen und nutzen Sie insektizide Seifen.
Mehltau
Hohe Luftfeuchtigkeit begünstigt Mehltau. Ein vorbeugendes Hausmittel ist eine Backpulver-Lösung, die bei ersten Symptomen aufgetragen wird.
Gurkenmosaikvirus
Zeichnet sich durch deformierte und marmorierte Blätter aus, häufig in Verbindung mit Blattlausbefall. Halten Sie Unkraut frei, reinigen Sie Schnittwerkzeuge und vermeiden Sie Blattläuse.
Ernte von Tamarillo
Am besten lassen Sie die Früchte reif am Baum und ernten, sobald sie von selbst herunterfallen. Das erhöht die Süße und verringert die Säure. Pflücken Sie die Früchte regelmäßig, um Ameisen und Insekten am Boden zuvorzukommen.
Verwenden können Sie die Tamarillos zum Beispiel für Chutneys, als Fruchttopping zu Fisch oder Geflügel oder einfach frisch genießen.
Fazit: Darum lohnt es sich, Tamarillos anzubauen
Tamarillo-Bäume sind nicht nur pflegeleicht, sondern bringen das exotische Flair direkt in Ihren Garten oder auf den Balkon. Mit ihrem einzigartigen Geschmack und vielseitigen Einsatzmöglichkeiten sind sie ein Highlight für jeden Hobbygärtner. Probieren Sie verschiedene Sorten aus und lassen Sie sich von der Vielfalt dieser Baumtomaten begeistern!
Teilen Sie Ihre liebsten Tamarillo-Rezepte gern in den Kommentaren – wir freuen uns auf Ihre Ideen!
