Was ist Blattdüngung und wie funktioniert sie?

Was ist Blattdüngung und wie funktioniert sie? – Effektive Nährstoffversorgung für gesunde Pflanzen

Viele Gärtner kennen die Blattdüngung nicht, dabei ist sie eine äußerst wirkungsvolle Methode, um Pflanzen zusätzlich mit wichtigen Nährstoffen zu versorgen. Während die meisten Pflanzen nur über die Wurzeln gedüngt werden, bietet die Blattdüngung bedeutende Vorteile – insbesondere bei gestressten Pflanzen oder wenn einzelne Nährstoffmängel vorliegen.

Was versteht man unter Blattdüngung?

Blattdüngung lässt sich am besten mit der Hautpflege beim Menschen vergleichen. Wir wissen, dass unsere Haut durch gesunde Ernährung und ausreichend Flüssigkeit strahlt. Regelmäßiges Eincremen sorgt zusätzlich für einen gesunden, ausgewogenen Zustand, da Wirkstoffe direkt über die Haut aufgenommen werden.

Pflanzen funktionieren ähnlich. Zwar nehmen sie über ihre Wurzeln Nährstoffe auf, die dann im gesamten Pflanzenkörper verteilt werden. Doch auch die Blätter sind in der Lage, Nährstoffe direkt aufzunehmen. Durch die Kombination von Wurzel- und Blattdüngung werden Pflanzen also ganzheitlich von oben bis unten genährt.

Wie funktioniert die Nährstoffaufnahme über die Blätter?

Die Blätter sind porös und absorbieren Nährstoffe ähnlich wie unsere Haut Wirkstoffe aufnimmt. Man kann es mit der Sublingualgabe von Medikamenten vergleichen, die schneller in den Blutkreislauf gelangen, als wenn sie erst durch den gesamten Verdauungstrakt müssen.

Die wichtigsten Makronährstoffe, die Pflanzen benötigen, sind Stickstoff (N), Phosphor (P) und Kalium (K). Diese Hauptnährstoffe stehen auf den meisten Düngemittelverpackungen als N-P-K-Werte. Für die Pflanzengesundheit sind außerdem Magnesium, Zink, Calcium und Eisen entscheidend.

Während N, P und K am besten über die Wurzeln aufgenommen werden, lassen sich Spurenelemente wie Eisen, Zink und Calcium leichter über die Blätter zuführen. Diese Spurenelemente liegen im Boden nur in geringen Konzentrationen vor und fehlen daher oft in handelsüblichen Düngern.

Welche Dünger eignen sich für Blattdüngung?

Da die Blattdüngung in Form von Flüssigkeit oder feinem Nebel erfolgt, eignen sich Flüssigdünger besonders gut. Es kann ein handelsüblicher Flüssigdünger verwendet werden oder ein selbst angesetzter Komposttee.

  • Komposttee wird aus Wurmhumus gemischt mit Wasser und etwas Melasse hergestellt und ist ein natürliches Düngemittel.
  • Bei Stickstoffmangel kann auch Brennnessel- oder Beinwelltee eingesetzt werden. Für Beinwelltee werden frische Blätter püriert, mit Wasser aufgefüllt, durch ein Sieb gegossen und im Verhältnis 1:10 verdünnt.

Speziell formulierte Flüssigdünger für die Blattdüngung sind ideal. Diese sollten vor Anwendung in der Regel 1:10 mit Wasser verdünnt werden.

Die richtigen Werkzeuge für die Blattdüngung

Ein einfacher Pumpzerstäuber reicht nur für wenige Pflanzen auf dem Balkon. Für größere Gärten empfiehlt sich die Verwendung eines Farbsprühers mit Nebelfunktion. Damit lassen sich große Flächen zügig und gleichmäßig besprühen, ohne dass die Hände ermüden.

Ein Tipp: Dem Sprühwasser ein paar Tropfen Garten- oder Schmierseife hinzufügen. Dies hilft, den Nährstoffnebel besser auf den Blättern haften zu lassen und verbessert die Aufnahme.

Wichtig: Auch die Blattunterseiten besprühen, denn dort befinden sich viele Stomata, durch die die Pflanzen Nährstoffe aufnehmen.

Wann und wie oft sollte die Blattdüngung angewendet werden?

Der richtige Zeitpunkt und die Häufigkeit der Blattdüngung hängen von verschiedenen Faktoren ab:

  • Blattdüngung sollte bei blühenden Pflanzen nur in der vegetativen Wachstumsphase erfolgen. Sobald Pflanzen blühen, kann eine Blattdüngung die Blüten beschädigen und Fruchtbildung behindern.
  • Zum Beispiel bei Tomaten oder Kürbissen hilft eine Blattdüngung mit Calcium nur bei kleinen Früchten; später ist eine Wurzeldüngung besser.
  • Bester Zeitpunkt ist morgens vor Sonnenaufgang oder abends in der Dämmerung, da Sonnenlicht auf den Wassertropfen auf den Blättern zu Verbrennungen führen kann.
  • In heißen, trockenen Regionen lohnt sich eine häufigere Blattdüngung (alle 4 Tage), da Nährstoffe sonst schnell verdunsten.
  • In kühleren, feuchten Regionen reicht meist alle zwei Wochen oder bei sichtbaren Mangelerscheinungen eine Blattdüngung aus.

Tipps zur Vermeidung von Problemen bei der Blattdüngung

Fehler bei der Blattdüngung können dem Pflanzenwachstum schaden:

  • Zu spätes Düngen während der Blüte kann zu Fäulnis oder Knospenabwurf führen.
  • Zuviel Flüssigkeit bei der Anwendung führt zu starker Feuchte, ideal für Pilzerkrankungen und Bodenpathogene.
  • Hoher Stickstoffanteil im Blattsprühlösung fördert Blatt- und Krautwachstum, verringert aber Fruchtansatz.
  • Phosphorreiche Dünger sind für Gemüse wie Spinat oder Mangold weniger geeignet über die Blätter.
  • Deshalb sollte man genau prüfen, welche Nährstoffe die Pflanzen gerade brauchen, und die Dünger entsprechend dosieren.

Fazit: Blattdüngung für gesunde Pflanzen optimal nutzen

Blattdüngung ist eine hervorragende Ergänzungsmaßnahme, um Ihren Gartenpflanzen gezielt lebenswichtige Spurenelemente und Mineralstoffe zuzuführen. Bei richtiger Anwendung fördern Sie das Wachstum, die Widerstandskraft und im besten Fall die Erntequalität Ihrer Pflanzen.

Planen Sie Ihre Blattdüngung individuell nach Pflanzenart, Standort und Wachstumsphase. Verwenden Sie geeignete Flüssigdünger, arbeiten Sie mit einem feinen Sprühgerät und berücksichtigen Sie die passende Tageszeit für die Anwendung.

So bringen Sie Ihren Garten durch Blattdüngung auf natürlich nachhaltige Weise zum Blühen!

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