Wasabi Anbauen: Die Besten Sorten, Pflanztipps, Pflege, Probleme und Ernte
Wasabi gilt als eine der anspruchsvollsten Pflanzen für Hobbygärtner, denn sie benötigt sehr spezielle Bedingungen und reift erst nach mehreren Jahren. Lassen Sie sich davon jedoch nicht abschrecken: Mit etwas Fürsorge und Geduld können Sie selbst zu Hause frisches Wasabi anbauen und ernten.
Wasabi – Herkunft und Besonderheiten
Das echte Wasabi (Wasabia japonica) wird oft mit der scharfen grünen Paste verwechselt, die Sie in Sushi-Restaurants serviert bekommen. Häufig handelt es sich dabei jedoch um eine Mischung aus Meerrettich, Senf und grüner Lebensmittelfarbe. Echte, frisch geriebene Wasabi-Wurzel schmeckt erheblich milder und komplexer am Gaumen.
In freier Natur wächst Wasabi bevorzugt entlang von schattigen, felsigen Flussbetten mit ständig fließendem, klarem Wasser. Diese natürlichen Lebensbedingungen gilt es bestmöglich zu imitieren.
Verschiedene Sorten von Wasabi
Es gibt zahlreiche Sorten von Wasabia japonica. Die Rhizome (oft fälschlich als Wurzeln bezeichnet) erreichen eine Länge von 15 bis 30 cm und einen Durchmesser von 5 bis 10 cm.
- Mazuma: Benötigt bis zu 36 Monate bis zur Ernte. Hat ein ausladendes Wachstum und bringt im Frühling zarte, essbare weiße Blüten hervor.
- Daruma: Beliebt wegen seiner dicken, herzförmigen Blätter und seines hervorragenden Geschmacks. Diese Sorte verträgt höhere Temperaturen und ist resistent gegen Schwarzbein und Weichfäule.
- Fuji Daruma: Schneller wachsend, bereits nach weniger als einem Jahr erntereif. Wächst ausladend.
- Green Thumb: Moderne Sorte, beliebt bei kommerziellem Anbau. Besonders geeignet zum Verzehr der Blätter.
- Midori: Schnell wachsend mit hellgrünen Blättern und aufrechtem Wuchs. Eher anfällig für Pilzkrankheiten.
- Sampoo: Entwickelt für minderwertige Böden, allerdings mit weniger intensivem Geschmack.
- Shimane Zairai: Zarte, spindelförmige Rhizome, schmackhafte Blätter und Blüten, jedoch krankheitsanfällig.
- Medeka: Wächst gut unter weniger idealen Bedingungen.
- Sabumi: Dessen Stängel sind zart, hellviolett gefärbt und sehr ertragreich.
- Shizukei 13: Sehr geschmacksintensiv mit süß-scharfem Aroma, wächst ausladend.
Wie pflanzt man Wasabi richtig?
Wasabi ist wegen seiner speziellen Anforderungen als „schwierigste Pflanze der Welt“ bekannt. Im kommerziellen Anbau ist sie aufgrund der schwierigen Kultur recht teuer. Für Hobbygärtner ist der Anbau zwar anspruchsvoll, aber mit etwas Know-how machbar.
Standort und Klima
Wasabi liebt kühle, schattige Plätze mit hoher Luftfeuchtigkeit und Temperaturen zwischen etwa 0 °C und 27 °C. Temperaturen oberhalb von 27 °C werden schlecht vertragen, ebenso Frost unter 0 °C. Ein schattiger Standort ist unerlässlich, da direkte Sonneneinstrahlung die Pflanze schnell schädigt.
In den USA gedeiht Wasabi vor allem im pazifischen Nordwesten draußen gut. Ansonsten empfiehlt sich der Anbau in Töpfen oder Gewächshäusern, wo Temperatur und Schatten gezielt reguliert werden können.
Standortwahl im Garten oder im Topf
Im Garten sollte Wasabi in einem feuchten, gut durchlässigen Boden mit pH-Wert zwischen 6 und 7 gepflanzt werden. Schattige Plätze unter Bäumen oder mit Schattennetzen sind ideal.
Die Pflanzen sollten einen Abstand von etwa 15 cm zueinander einhalten. Der Boden darf nicht zu verdichtet sein, da die Rhizome tief wachsen müssen.
Die Containerkultur bietet den Vorteil, dass Sie die Pflanzen flexibel bei zu heißen oder kalten Temperaturen drinnen stellen können. Nutzen Sie einen großen Topf mit einem nährstoffreichen, feuchtigkeitsspeichernden Substrat.
Vermehrung
- Saatgut: Wasabi-Samen sind selten und häufig Verfälschungen, z.B. Senf oder Rukola. Sind echte Samen vorhanden, weichen Sie sie über Nacht ein, dann säen Sie sie in Anzuchterde bei etwa 10–15 °C aus.
- Setzlinge: Der Kauf von vorgezogenen Pflanzen ist meist einfacher und sicherer. Gewöhnen Sie junge Pflanzen langsam an den Gartenstandort, indem Sie sie über 4 Wochen schrittweise nach draußen stellen.
- Stecklinge: Kleine Seitentriebe können eingepflanzt werden. Verwenden Sie ein Sand-Kompost-Gemisch (1:1) und warten Sie ca. 2 Monate bis zum Anwurzeln.
Pflege von Wasabi – Tipps für eine erfolgreiche Kultivierung
Bewässerung
Wasabi wächst in der Natur in kühlen, ständig fließenden Gewässern und benötigt deshalb eine gleichmäßig feuchte Erde. Lassen Sie das Substrat nie austrocknen, aber vermeiden Sie Staunässe.
Düngung
Wasabi ist nährstoffhungrig. Düngen Sie regelmäßig mit einem ausgewogenen Dünger (z. B. 12-12-12), Grünmasse oder hochwertigen organischen Düngern. Für den Anbau im Topf eignen sich spezielle Topfpflanzendünger.
Unkrautbekämpfung
Halten Sie das Umfeld frei von Unkraut, insbesondere von Wilder Senf und Bitterklee, die Krankheiten übertragen können und mit Wasabi verwandt sind.
Schattierung
Schützen Sie Wasabi vor direkter Sonneneinstrahlung durch natürliche Schattenspender (Bäume) oder ein Schattennetz. Andernfalls können die Blätter gelb werden und die Pflanze verkümmern.
Häufige Probleme und Schädlingsbekämpfung
Schnecken
Schnecken fressen gerne junge Wasabi-Blätter. Nutzen Sie Schneckenkorn oder natürliche Methoden zur Bekämpfung und kontrollieren Sie die Pflanzen regelmäßig.
Blattläuse
Blattläuse saugen Pflanzensäfte und können die Entwicklung hemmen. Spritzen Sie starke Wasserstrahlen, verwenden Sie Mehl als Hausmittel oder behandeln Sie mit Neem-Öl und organischem Pyrethrum.
Schwarzes Bein und Wurzelfäule
Wegen des dauerfeuchten Bodens ist Wasabi anfällig für Schwarzbein-Krankheiten. Betroffene Pflanzen zeigen schwarze Flecken auf Blättern und Stängeln und verfaulen schließlich. Befallene Pflanzen sollten umgehend entfernt werden, um eine Ausbreitung zu verhindern.
Innere Schwarzfäule
Eine bakterielle und pilzliche Kombination verursacht dunkle Adern und faulige Stellen in der Pflanze. Vermeiden Sie hohe Temperaturen und verwenden Sie resistente Sorten.
Gelbe und welkende Blätter
Diese Symptome deuten oft auf zu viel Sonne oder Nährstoffmangel hin. Schattieren Sie die Pflanzen besser oder düngen Sie nach.
Ernte von Wasabi
Wasabi benötigt viel Geduld: Die Rhizome sind meist nach 18 bis 24 Monaten erntereif, je nach Sorte manchmal auch früher. Ernten Sie die Wurzel vorsichtig, um sie nicht zu beschädigen.
Schon nach ca. 8 Monaten können Sie Blätter, Stängel und Blüten genießen – diese sind alle essbar und haben ebenfalls Schärfe, wenn auch milder als die Rhizome. Beachten Sie, dass intensiver Blattverzehr das Wachstum der Wurzel bremsen kann.
Nach der Ernte reinigen Sie die Rhizome mit Wasser, entfernen unansehnliche Stellen und reiben die Wurzel frisch mit einer feinen Reibe zu einer Paste. Die Geschmacksexplosion hält nur etwa 20 Minuten, daher bitte nur frisch gerieben verwenden.
Zur Aufbewahrung wickeln Sie die Wasabi-Wurzel in ein feuchtes Papierhandtuch, lagern sie im Kühlschrank und sorgen Sie für Luftzirkulation – kein luftdichtes Verpacken!
Frisch geriebener Wasabi passt perfekt zu Sushi, Sashimi, Austern, Steak oder anderen Gerichten, die Sie mit einem Hauch würziger Schärfe verfeinern möchten.
