Weizengras Anbauen: Wie man dieses Nährstoffkraftpaket pflanzt, kultiviert und erntet

Wheatgrass Anbauen: So Pflanzt, Zieht und Erntet Man Dieses Nährstoffwunder

Wheatgrass, auch Weizengras genannt, gilt als Superfood und gehört zu den gesündesten Lebensmitteln weltweit. Glücklicherweise ist der Anbau von Weizengras simpel, macht Spaß und ist zudem günstig. Ähnlich wie bei Microgreens lässt sich Weizengras auch problemlos auf kleinem Raum und in der Wohnung ziehen – ideal für alle, die keinen großen Garten haben.

Was ist Weizengras?

Weizengras ist die junge Pflanze des Triticum aestivum – der gleichen Weizensorte, die für die Brotherstellung angebaut wird. Anstatt den Weizen zum Samen reifen zu lassen, wird das Gras geerntet, wenn es nur wenige Zentimeter hoch ist. Frisch geschnitten lässt es sich in Salaten, Smoothies oder Säften genießen.

Im Gegensatz zum herkömmlichen Weizen muss Weizengras nicht im Freien gepflanzt werden, und es sind weder Düngung noch Dreschen notwendig.

Weizengras ist kein neuer Trend, sondern wurde bereits im alten Persien als Symbol für Vitalität und Neubeginn geschätzt. Aufgrund seines hohen Gehalts an Vitaminen und Mineralien zählt es seit Langem zu den Superfoods. Heutzutage wird es vor allem für Säfte, Smoothies und sogar Hautpflegeprodukte verwendet.

Zutatenliste für den Anbau von Weizengras

  • 1 Tasse Weizenkörner (am besten Winterweizen)
  • Startsubstrat für Setzlinge (optional, bei Anbau mit Erde)
  • Wasser
  • Plastikauflauf- oder Anzuchtschale (ca. 10×10 Zoll)
  • Seihtuch oder Sprouting-Lid (für das Keimen)
  • Optional: Bio-Meeresalgenpulver als Dünger

Weizengras aussäen und keimen lassen

Das Keimen der Weizenkörner ist der erste Schritt und dauert etwa 2-3 Tage. So geht’s:

  • Eine Tasse Weizenkörner in ein Glas geben.
  • Mit Wasser auffüllen und mit einem Sprouting-Deckel oder einem befestigten Mulltuch abdecken.
  • Die Körner etwa 8 Stunden einweichen lassen.
  • Wasser abgießen, Körner spülen und erneut abtropfen lassen.
  • Das Glas an einen warmen, dunklen Ort stellen.
  • Den Vorgang spülen und abtropfen wiederholen, bis sich kleine weiße Wurzeln zeigen.

Weizengras mit Erde anbauen

Für den Anbau mit Erde sind flache Anzuchtschalen mit Drainagelöchern ideal. So pflanzen Sie Weizengras in Erde:

  • Füllen Sie eine 10×10 Zoll große Anzuchtschale mit circa 2,5 cm Anzuchtsubstrat (z. B. Anzuchterde).
  • Befeuchten Sie die Erde gleichmäßig. Wer möchte, kann eine Prise Bio-Meeresalgenpulver als organischen Dünger hinzufügen.
  • Verteilen Sie die vorgekeimten Weizenkörner gleichmäßig in einer dünnen Schicht auf der Erde.
  • Drücken Sie die Samen sanft an, damit sie guten Bodenkontakt haben.
  • Stellen Sie die Schale an einen hellen Ort mit indirektem Licht.

Weizengras ohne Erde ziehen

Alternativ lässt sich Weizengras auch ohne Erde in Wasser ziehen, wobei dieser Weg weniger Nährstoffe bietet. So funktioniert es:

  • Nach dem Keimen die Samen gleichmäßig auf dem Boden eines flachen Behälters verteilen.
  • Die Körner mit einer dünnen Schicht Wasser bedecken.
  • Mehrmals täglich die Samen mit frischem Wasser spülen und abtropfen lassen.
  • Eine kleine Wasserschicht sollte immer die Samen bedecken, um Schimmelbildung zu vermeiden.
  • Nach wenigen Tagen wächst das Weizengras und kann geerntet werden.

Tipps zur Vermeidung von Schimmel beim Weizengras-Anbau

Schimmel ist die häufigste Herausforderung beim Weizengras-Anbau, da die Samen dauerhaft feucht gehalten werden. Folgende Maßnahmen helfen, Schimmelbefall zu vermeiden:

  • Für gute Luftzirkulation sorgen – beispielsweise mit einem Ventilator auf niedriger Stufe.
  • Wasser regelmäßig wechseln und die Körner gründlich spülen.
  • Bei Schimmelbildung die betroffenen Körner entsorgen und erneut von vorne beginnen.

Wie gesund ist Weizengras? Die Nährstoffe & Vorteile

Weizengras ist reich an den Vitaminen A, C und E sowie an Eisen und Kalzium. Zudem enthält es alle acht essentiellen Aminosäuren sowie zahlreiche Antioxidantien, die Herzgesundheit fördern und vor bestimmten Krebsarten schützen können.

Darüber hinaus bestehen circa 70 % des Weizengrassafts aus Chlorophyll, das entzündungshemmend wirkt, die Bildung roter Blutkörperchen unterstützt und den Körper entgiftet. Auch als natürlicher Deodorant gilt Chlorophyll.

Weizengras ist zudem ballaststoffreich und sorgt für ein nachhaltiges Sättigungsgefühl, wodurch es bei der Gewichtsreduktion helfen kann.

Neben inneren Vorteilen wird Weizengras auch äußerlich angewendet, z. B. bei Akne, Insektenstichen oder Schuppen.

So gewöhnt man sich an Weizengras – Verträglichkeit beachten

Weizengras sollte langsam in die Ernährung eingeführt werden, da der hohe Ballaststoffgehalt ansonsten Anfangsbeschwerden wie Bauchkrämpfe oder Kopfschmerzen verursachen kann. Zum Beispiel bei Juices empfiehlt sich der Start mit einem halben Shot (etwa 15 ml), bevor nach und nach die Menge gesteigert wird.

Ideal ist die Einnahme morgens auf nüchternen Magen, circa eine Stunde vor der ersten Mahlzeit, um Verdauungsproblemen vorzubeugen.

Weizengras auch für Haustiere – Katzen- und Hundewiese

Weizengras wird häufig als Katzenwiese angeboten und eignet sich auch für Hunde. Viele Haustiere fressen Gras instinktiv bei Verdauungsproblemen, da die Ballaststoffe helfen, den Magen zu reinigen.

Stellen Sie Ihren Tieren einen kleinen Behälter mit frischem Weizengras bereit, aber tauschen Sie das Gras spätestens nach zwei Tagen aus, da sich sonst Schimmel bilden kann.

Weizengras ernten und verwenden

Erntezeitpunkt

Das Weizengras ist erntereif, wenn es etwa 15 cm hochgewachsen ist – meist nach 7-10 Tagen.

Schneiden Sie es mit einer sauberen Schere knapp über der Erde ab und nutzen Sie es frisch für Ihre Zubereitungen.

Weizengrassaft herstellen

  • Für ca. 300 g Weizengras benötigen Sie eine 10×10 Zoll große Schale mit einer Tasse vorgekeimter Samen.
  • Frisches Weizengras in einem Entsafter oder mit einem Slow Juicer (Masticating Juicer) verarbeiten – daraus ergeben sich ca. 300 ml Saft.
  • Ein halbes Glas Weizengrassaft entspricht typischerweise einer Portion.
  • Der Saft kann pur getrunken oder mit Fruchtsäften (z. B. Ananas, Kokos, Erdbeere) oder Smoothies gemischt werden.

Verwendung der Fasern / des Pressrückstands

Der übrigbleibende Pressrückstand besteht hauptsächlich aus unverdaulichen Zellulosefasern. Nutzen Sie diesen wie folgt:

  • Als Kompost für den Garten.
  • Als Futterergänzung für Tiere wie Kaninchen, Ziegen, Schafe und Hühner.

Weizengras trocknen und aufbewahren

  • Weizengras kann auch im Dörrgerät getrocknet und zu Pulver vermahlen werden.
  • Das Pulver eignet sich für Kapseln oder als Zugabe in Suppen und Eintöpfen.
  • Frisch geerntetes Weizengras hält sich bis zu einer Woche im Kühlschrank.
  • Alternativ lässt sich Weizengrassaft in Eiswürfelformen einfrieren und bei Bedarf als Zutat für Smoothies verwenden.

Fazit: Weizengras anbauen leicht gemacht

Weizengras ist ein nährstoffreiches Superfood, das sich einfach und unkompliziert auch in kleinen Wohnungen ziehen lässt. Wer den Aufwand nicht scheut, profitiert von frischem, selbstgezogenem Weizengras für gesunde Säfte, Smoothies und mehr.

Mit ein wenig Geduld und den richtigen Bedingungen steht der Ernte bald nichts mehr im Weg – starten Sie jetzt Ihr Weizengras-Projekt und genießen Sie die gesundheitsfördernden Vorteile dieser grünen Powerpflanze!

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