Wie man den Boden sauer macht – Egal welchen Bodentyp Sie haben
Viele Pflanzen wie Hortensien und Azaleen bevorzugen sauren Boden, doch was tun, wenn Ihr Boden nicht die gewünschte Säure besitzt? Keine Sorge, Sie müssen nicht auf die Pflanzen verzichten, die Sie sich wünschen. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Ihren Gartenboden gezielt ansäuern können, um ein optimales Wachstum für säureliebende Pflanzen zu ermöglichen.
Was ist pH-Wert?
Der pH-Wert zeigt an, wie sauer oder alkalisch Ihr Boden ist. Je näher der Wert bei 0 liegt, desto saurer ist der Boden; liegt er bei 14, ist der Boden alkalisch. Werte um 7 gelten als neutral. Die Einteilung erfolgt folgendermaßen:
- 0–6,9 pH: sauer
- 7: neutral
- 7,1–14: alkalisch
Pflanzen, die sauren Boden benötigen
Viele säureliebende Pflanzen könnten Sie überraschen. Neben bekannten Pflanzen wie Hortensien und Azaleen benötigen unter anderem auch folgende Pflanzen einen sauren Boden für optimale Entwicklung:
- Kartoffeln
- Tomaten
- Kürbis
- Grünkohl
- Stechpalme
- Kiefern
- Auberginen
- Grüne Paprika
- Kalla-Lilien
- Tränendes Herz
- Japanischer Blauregen (Kreppmyrte)
Zwar können diese Pflanzen auch in neutralem Boden wachsen, aber für eine hohe Ertragskraft benötigen sie eine ausgeprägte Bodenversauerung.
Wie testet man den pH-Wert im Boden?
Bevor Sie den pH-Wert Ihres Bodens verändern, sollten Sie diesen unbedingt testen. Nur so vermeiden Sie Fehlsteuerungen, die das Pflanzenwachstum beeinträchtigen können.
Methoden zum Testen des Boden-pH
- Papiertests: Günstige Streifen, die Ihnen anzeigen, ob der Boden sauer oder basisch ist, aber keine genauen Zahlen liefern.
- Test-Kits für zuhause: Kit mit Chemikalien zur exakteren Bestimmung des pH-Werts, meist durch Mischung von Erde mit Wasser und Testlösung.
- Digitale pH-Messgeräte: Präzise und schnelle Messung, ideal für Gartenprofis, jedoch oft kostspieliger.
- Essig- und Natron-Test: Ein einfacher Heimtest: Eine Bodenprobe wird geteilt, in eine Hälfte wird Essig gegeben, in die andere Natron mit Wasser. Blubbert es nach Essigzugabe, so ist der Boden alkalisch, blubbert Natron, ist der Boden sauer. Dieser Test gibt aber nur eine grobe Orientierung.
Bestimmen Sie Ihren Bodentyp
Neben dem pH-Wert ist der Bodentyp ausschlaggebend für die beste Methode der Bodenversauerung. Lockerer, gut durchlässiger Boden nimmt Säure besser auf, während schwerer Lehmboden die Ansäuerung erschwert und oft sogar alkalischer wird, wenn organisches Material hinzugefügt wird.
So machen Sie Ihren Boden sauer
Die richtige Methode hängt von Ihrem Bodentyp ab – hier zeigen wir die effektivsten Varianten für lockeren und schweren Lehmboden.
Bodenversauerung bei lockerem Boden
Locker durchlässiger Boden lässt sich gut mit organischem Material ansäuern. Dabei sinkt der pH-Wert allmählich durch den Abbau der zugesetzten Stoffe:
- Kompost und verrotteter Mist
- verrottete Eichenblätter
- Sphagnum-Torf (Safttorf)
Sphagnum-Torf ist eine der beliebtesten Methoden, da er einen sehr niedrigen pH-Wert von 3,0 bis 4,5 hat. Tragen Sie eine 5–8 cm dicke Schicht Torf auf und arbeiten Sie ihn 15–20 cm tief ein. Die Wirkung hält etwa zwei Jahre an, ist jedoch für sehr große Gartenflächen kostenintensiv.
Bodenversauerung bei Lehmboden
Schwere, verdichtete Böden wie Ton lassen sich schwerer ansäuern, da dort zugesetztes organisches Material oft alkalisch wirkt. Hier gelten folgende Mittel als effektive Säurelieferanten:
1. Elementarschwefel
Elementarschwefel braucht Zeit, um wirksam zu werden – idealerweise anwenden Sie ihn ein Jahr vor der Bepflanzung im Herbst. Im Boden wandelt er sich zu schwefelsauren Verbindungen um, die den pH-Wert senken. Für eine pH-Reduzierung von 7 auf 4,5 benötigen Sie ca. 1 kg Schwefel pro 10 qm.
Da die Umsetzung im kalten Boden stoppt und erst im Frühjahr wieder beginnt, ist eine frühzeitige Anwendung sinnvoll. Elementarschwefel ist schonend für Pflanzenwurzeln und das Bodenleben.
2. Eisensulfat
Eisensulfat bewirkt die Bodenversauerung chemisch und schneller als Schwefel, nämlich innerhalb von 3–4 Wochen. Um den pH-Wert um eine Einheit zu senken, brauchen Sie rund 5 kg Eisensulfat pro 10 qm. Für stärkere Reduzierungen ist eine Aufteilung der Anwendung auf zwei Zeitpunkte im Abstand von 1–2 Monaten empfehlenswert.
Stickstoffdünger auf Ammoniakbasis einsetzen
Speziell bei einzelnen säureliebenden Pflanzen in einem neutralen Gartenbett kann ein ammoniakbasierter Dünger sinnvoll sein. Beliebt sind Ammoniumsulfat oder schwefelummanteltes Harnstoff, die den Boden punktuell ansäuern können. Vermeiden Sie jedoch Kalzium- und Kaliumnitrat, da diese den Boden eher alkalisch machen.
Wirkt Essig als Bodensäuerungsmittel?
Essig kann den Boden kurzfristig ansäuern, jedoch ist diese Wirkung nur von kurzer Dauer und kann nützliche Bodenorganismen schädigen. Für eine schnelle Lösung bei Topfpflanzen mischen Sie 2 Esslöffel Essig auf 4 Liter Wasser und gießen vorsichtig. Für den Gartenboden ist Essig keine dauerhafte oder empfehlenswerte Lösung.
Wie erhöht man den pH-Wert im Boden? (Zur Neutralisierung zu sauren Bodens)
Falls Ihr Boden zu sauer geworden ist, helfen Kalkgaben, den pH-Wert wieder zu erhöhen. Kalk ist eine bewährte Methode, um den Boden zu alkalischeren Bedingungen zurückzuführen.
Fazit zur Bodenversauerung für den Garten
Die Veränderung des Boden-pH-Werts erfolgt nicht über Nacht. Organische Amendments wie Kompost, Torf und Elementarschwefel sind sichere und nachhaltige Optionen, die Sie idealerweise im Herbst oder frühen Frühjahr vor der Pflanzung einarbeiten sollten. Für gezielte Ansäuerung einzelner Pflanzen empfiehlt sich ein ammoniakbasierter Dünger.
Mit der richtigen Planung und Methode schaffen Sie ideale Bedingungen für alle Ihre säureliebenden Pflanzen und sichern eine reiche Ernte sowie gesundes Wachstum.
