Wie man einen Regengarten im eigenen Garten anlegt

Wie Sie Einen Effektiven Regengarten in Ihrem Garten Anlegen

Der Klimawandel verändert die Niederschlagsmuster – einige Regionen bekommen mehr Regen, andere weniger. Regengärten gewinnen daher zunehmend an Bedeutung, um die veränderten Wasserabläufe sinnvoll zu steuern.

Was ist ein Regengarten?

Ein Regengarten ist ein ausgehobener Bereich, der Regenwasser von befestigten Flächen wie Dach, Auffahrt oder Terrasse auffängt und gezielt in einen vorbereiteten Bereich leitet. So wird verhindert, dass das Wasser in die Kanalisation oder den Keller gelangt, während zugleich eine attraktive Gartenstruktur entsteht.

Man kann sich einen Regengarten als großen Schwamm vorstellen, der überschüssiges Regenwasser aufnimmt und gleichzeitig Schadstoffe filtert, bevor sie unkontrolliert abfließen. Ein Regengarten ist kein Teich – er ist nur kurz nach starkem Regen nass und ansonsten vergleichbar trocken mit dem übrigen Garten.

Vorteile von Regengärten

  • Mehr Wasser versickert in lokalen Grundwasserkörpern
  • Schutz vor Überschwemmungen in der Gemeinde
  • Reduktion von Schadstoffen wie Dünger, Motoröl oder Dachmaterialien im Wassersystem
  • Wertsteigerung und Attraktivität des Grundstücks
  • Schaffung von wichtigen Lebensräumen für Wildtiere

Planung Ihres Regengartens

Regelungen und Genehmigungen

Informieren Sie sich vor Baubeginn bei Ihrer Gemeinde über eventuelle Vorschriften und holen Sie gegebenenfalls notwendige Genehmigungen ein. Klären Sie auch mit örtlichen Versorgern, ob unterirdische Leitungen betroffen sind.

Standortwahl

Beobachten Sie bei Regen, wohin das Wasser in Ihrem Garten fließt – etwa vom Dach oder der Auffahrt. Achten Sie darauf, dass Wasser nicht am Hausfundament steht und vermeiden Sie bereits nasse Stellen, die schlecht entwässern, sofern Sie keine geeignete Drainage einrichten.

Weitere Überlegungen

  • Mindestens 3 Meter Abstand zum Haus einhalten, um Fundamentprobleme zu vermeiden
  • Beste Lage an einem sanften Hang, damit Wasser in den Garten fließt
  • Kein Bau über der Klärgrube oder Abwasserleitungen
  • Nicht unter großen, etablierten Bäumen anlegen
  • Berücksichtigen Sie die Aussicht und Nutzung des Gartens, z.B. Spiel- oder Sitzbereiche

Größe und Form

Die Größe richtet sich nach der Fläche Ihres Grundstücks und dem Einzugsgebiet, also wie viel Wasser vom Dach etc. in den Garten fließt. Üblich sind Flächen zwischen 9 und 28 Quadratmetern. Zur Orientierung: Ein Regenereignis mit 2,5 cm Niederschlag auf einem 110 m² großen Dach kann etwa 2800 Liter Wasser erzeugen.

Formen wie Halbmond, Tropfen oder Nierenform wirken natürlich und fügen sich harmonisch ins Gartenbild ein. Legen Sie zur Visualisierung einen Gartenschlauch aus und beurteilen Sie den Bereich aus verschiedenen Perspektiven.

Hang und Tiefe bestimmen

Messen Sie den Hang in Ihrem Garten mit zwei Pfosten und einer gespannten Schnur, um die Neigung zu ermitteln. Bei einer Hangneigung über 12 % sollte der Regengarten mindestens 30 cm tief sein; bei 8-12 % etwa 20 cm; bei 5-7 % circa 15 cm. Bei schlechter Drainage ist eine größere Tiefe empfehlenswert.

Den Regengarten Anlegen

Vorbereitung

Kennzeichnen Sie mit Sprühfarbe oder Seil die Umrisse, damit klar ist, wo gegraben wird. Entfernen oder töten Sie vorhandene Pflanzen mit einer Plastikfolie oder Gartenvlies ab, bevor Sie mit dem Ausheben beginnen. Planen Sie einen Zulauf, z.B. durch einen Dachrinnenauslauf oder eine flache Mulde.

Aushub

Das Ausschachten eines 30 m² großen Gartens in 30 cm Tiefe kann zwei Personen mehrere Stunden kosten. Eine Alternative ist die Miete eines kleinen Baggers. Die Seitenwände sollten nach außen abfallen, während der Boden waagerecht sein muss – am besten mit einer Wasserwaage kontrollieren.

Erde nutzen

Die ausgehobene Erde können Sie zu sogenannten Dämmen (Berms) an der unteren Hangseite aufschütten, die das Wasser bei starkem Regen zurückhalten und langsam versickern lassen. Stabilisieren Sie diese Dämme mit Bodendeckern wie Erdbeeren oder Thymian, die Erosion verhindern.

Bodenschicht auffüllen

Füllen Sie den Regengarten mit einer Mischung aus Kompost und bestehendem Boden oder kaufen Sie eine spezielle Regengarten-Substratmischung im Fachhandel. Verdichten Sie die Erde nicht, damit das Wasser gut versickern kann.

Die Pflanzen Auswählen und Einpflanzen

Der spannendste Teil ist die Bepflanzung. Nutzen Sie bevorzugt heimische Pflanzen, die robust sind und mit gelegentlicher Nässe, aber auch Trockenphasen gut zurechtkommen. Planen Sie verschiedene Arten für abwechslungsreiche Strukturen und Blütezeiten.

Optimal sind etablierte Pflanzen im 1-2 Jahres-Alter, da Samen oft keinen ausreichenden Wurzelhalt entwickeln und bei Wasserabfluss weggespült werden können. Pflanzen Sie in Gruppen von 3-5 Stück einer Art für einen natürlichen Look.

Setzen Sie nicht wasserempfindliche Pflanzen am Rand und solche mit hoher Toleranz gegen feuchte Füße in die Mitte. Eine Mulchschicht hilft gegen Unkraut. Auch wenn es ein Regengarten ist: Gießen Sie die jungen Pflanzen in der Anwuchsphase regelmäßig, ca. 2,5 cm pro Woche.

Beispielhafte Pflanzen nach Region

Prärie-Staaten

  • Akelei
  • Schmetterlingslein
  • Blauer Gramma
  • Kleiner Blauer Präriegras
  • Bergminze
  • Goldener Alexander

Wüsten-Staaten

  • Indische Malve
  • Prärieakazie
  • Falscher Indigo
  • Wüsten-Lonicera
  • Wüsten-Agave
  • Schmetterlingsorchidee (Mariposa)
  • Pfeifenrebe

Mittlerer Westen

  • Schwertlilie (Sweet Flag)
  • Astern
  • Joe-Pye-Kraut
  • Kleiner Blauer Präriegras
  • Switchgrass
  • Viburnum
  • Serviceberry

Südliche Staaten

  • Blaue Iris
  • Goldrute
  • Sumpf-Sonnenblume
  • Seidenpflanze (Milkweed)
  • Florida-Gamma-Gras
  • Muhly-Gras
  • Drahtgras

Nordwesten

  • Oregon-Traube
  • Serviceberry
  • Falscher Jasmin (Mock Orange)
  • Pacific-Ninebark
  • Taglilien
  • Büschelhaargras
  • Rotkorn-Hartriegel (Redosier Dogwood)
  • Strand-Erdbeere

Steine im Regengarten

Steine verschiedener Größen und Formen verbessern die Entwässerung und sorgen für eine natürliche, strukturgebende Optik. Nutzen Sie Kiesel, Flusssteine oder ähnliche Materialien, die Sie im Garten verteilt einsetzen können.

Kosten und Finanzierung

Die Kosten variieren je nach Eigenleistung und Region. Die Universität Wisconsin schätzt Eigenleistung auf 3-5 USD pro Quadratfuß (~30-50 Euro pro m²). Professionelle Landschaftsgärtner verlangen etwa das Doppelte.

Erkundigen Sie sich bei Ihrer Gemeinde nach Förderprogrammen. Orte wie Tallahassee, Tennessee, Detroit oder der Bundesstaat Washington bieten finanzielle Unterstützung für Regengarten-Projekte, die Dachrinnen vom öffentlichen Kanalnetz trennen.

Fazit

Regengärten sind eine attraktive und nachhaltige Lösung, um Regenwasser sinnvoll zu steuern. Sie schützen das Grundwasser, verhindern Überschwemmungen und steigern die Ästhetik Ihres Gartens. Mit der richtigen Planung, entsprechender Tiefe und passenden einheimischen Pflanzen schaffen Sie einen Garten, der Sie und die Umwelt langfristig begeistert.

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