Wie man Mandarinenbäume züchtet – egal, wo man lebt

Wie man Mandarinenbäume erfolgreich zuhause anbaut – Schritt-für-Schritt Anleitung

Mandarinen sind nicht nur köstlich süß, sie zeichnen sich auch durch ihre leicht schälbare Haut und saftigen Segmente aus. Wenn Sie darüber nachdenken, Ihre eigenen gesunden Früchte anzubauen, sind Mandarinen eine hervorragende Wahl. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie Mandarinenbäume erfolgreich anbauen, pflegen und ernten können – egal, wo Sie leben.

Die besten Mandarinen-Sorten

Mandarinenbäume gehören zur Gattung Citrus, zu der auch Orangen, Zitronen und Limetten zählen. Sie sind Hybride der Mandarinenorange und es gibt viele verschiedene Sorten, die jeweils eigene Vorzüge bieten. Unsere Empfehlungen:

  • Clementine: Sehr bekannt, süß und kernlos.
  • Dancy: Würzig und aromatisch, gut geeignet für trockene Bedingungen.
  • Honey: Extrem süß, klein, mit vielen Kernen.
  • Kara: Großfruchtig und halbsüß.
  • Pixie: Klein und kernlos, mit leicht säuerlichem Geschmack.
  • Yosemite: Groß, süß und intensiv im Geschmack.

Mandarinen pflanzen – so gelingt der Anbau zu Hause

Egal ob im Topf oder im Garten, für den Erfolg beim Mandarinenanbau ist es entscheidend, die Ansprüche der Pflanze zu kennen.

Standort und Klima

Mandarinenbäume sind tropische Pflanzen, können aber kältere Temperaturen besser vertragen als andere Zitruspflanzen. Sie überstehen jedoch keinen starken Frost. Nur in USDA-Klimazonen 10-11 können Mandarinen dauerhaft draußen gepflanzt werden. In kühleren Regionen empfiehlt sich der Anbau in Kübeln, damit Sie die Pflanze bei Frost ins Haus holen können.

Wählen Sie für Ihren Mandarinenbaum einen sonnigen Standort mit mindestens sechs bis acht Stunden direkter Sonneneinstrahlung täglich – je mehr Sonne, desto besser.

Der richtige Boden

Mandarinen bevorzugen einen neutralen pH-Wert im Boden. Vermeiden Sie torfhaltige Erdmischungen, da diese zu sauer sind. Für Kübelpflanzen eignet sich eine hochwertige, neutrale Blumenerde, die Sie mit Kompost anreichern, um die Nährstoffversorgung zu verbessern.

Der ideale Pflanzkübel für Mandarinenbäume

Beim Anbau in Containern ist die Wahl des Kübels entscheidend für das Wachstum der Mandarinenpflanze:

  • Der Topf sollte ausreichend Platz bieten – etwa 5 bis 10 cm größer im Durchmesser und in der Tiefe als der ursprüngliche Pflanzcontainer.
  • Achten Sie unbedingt auf Drainagelöcher, damit kein stehendes Wasser die Wurzeln schädigt.
  • Setzen Sie den Baum auf die gleiche Höhe, wie er vorher im Anzuchtbehälter stand. Gegebenenfalls füllen Sie am Boden etwas Erde auf.
  • Füllen Sie die Erde um den Wurzelballen auf und gießen Sie den Baum anschließend gut an.
  • Stellen Sie den Topf an einen Platz, der täglich sechs bis acht Stunden Sonne erhält, egal ob drinnen oder draußen.

Mandarinen im Garten pflanzen

Der Anbau aus Samen ist zwar möglich, dauert aber sehr lange und funktioniert oft nicht gut. Deshalb empfehlen wir, einen bereits veredelten Mandarinenbaum aus einer Baumschule zu kaufen, der schon ein bis zwei Jahre gewachsen ist.

So pflanzen Sie richtig:

  • Graben Sie ein Loch, das doppelt so breit ist wie der Wurzelballen des Baumes.
  • Entnehmen Sie den Baum vorsichtig aus dem Container und lockern Sie die Wurzeln leicht mit den Händen.
  • Setzen Sie den Baum auf die vorherige Pflanzhöhe und füllen Sie das Loch mit Erde.
  • Treten Sie die Erde leicht fest und gießen Sie den Baum großzügig an, um die Wurzelbildung zu fördern.
  • Halten Sie das Substrat in den ersten zwei Wochen gleichmäßig feucht.

Pflege von Mandarinenbäumen – Tipps für gesunde Pflanzen

Wässern richtig dosieren

In der Anfangsphase benötigt der Mandarinenbaum viel Wasser, damit er gut anwurzeln kann. Später können Sie die Wassergaben langsam reduzieren. Zu viel Wasser führt zum Ertrinken der Wurzeln und fördert Pilzkrankheiten. Gießen Sie deshalb eher regelmäßig und moderat, etwa ein- bis zweimal pro Woche, und lassen Sie das Wasser gut versickern.

Düngen für optimale Erträge

Mandarinen-Anbautöpfe und Bäume im Garten sollten zweimal jährlich gedüngt werden – idealerweise sobald neues Wachstum sichtbar wird. Verwenden Sie einen Zitrusdünger mit ausreichend Zink, Stickstoff und Eisen. Beachten Sie die Anwendungshinweise, um Verbrennungen der Pflanze zu vermeiden.

Alternativ sind auch Düngestäbchen, wie z. B. von Jobe’s Organics, bewährt.

Mulchen gegen Feuchtigkeitsverlust

Eine 5 bis 7 cm dicke Mulchschicht am Fuße des Baumes hält die Feuchtigkeit im Boden. Achten Sie darauf, den Mulch nicht direkt am Stamm anzuhäufen sondern in einem 30 bis 60 cm Radius um den Baum.

Mandarinenbäume im Winter schützen

Ab Temperaturen unter 4 °C sollten Sie die Kübelpflanzen ins Haus holen. Gewöhnen Sie die Mandarinen langsam an den Standortwechsel, um Blattfall durch Schock zu vermeiden. Im Haus gießen Sie nur bei trockenem Substrat und stellen den Baum an einen hellen, aber nicht zu sonnigen Platz.

Umtopfen alle 3–4 Jahre

Damit die Wurzeln genug Platz haben, sollte alle drei bis vier Jahre ein größerer Topf gewählt werden – jeweils ein oder zwei Nummern größer als zuvor.

Richtig schneiden

Mandarinenbäume bedürfen kaum regelmäßiger Schnittmaßnahmen. Schneiden Sie nur bei beschädigten oder kranken Ästen und entfernen Sie überzählige Früchte, wenn der Baum zu viel trägt, damit die Äste nicht brechen.

Das Entfernen von abgestorbenen oder sich kreuzenden Ästen fördert die Luftzirkulation und reduziert Krankheitsrisiken. Der beste Zeitpunkt zum Schneiden ist das zeitige Frühjahr nach dem letzten Frost, bevor neues Wachstum einsetzt.

Häufige Schädlinge und Krankheiten bei Mandarinenbäumen

Braunfäule (Brown Rot)

Symptome sind wassergetränkte, lederartige braune Flecken auf Früchten, Blättern und Zweigen mit unangenehmem Geruch. Braunfäule kann zum vorzeitigen Fruchtfall führen. Dagegen helfen:

  • Rasen rund um den Baum kurz halten
  • Richtige Bewässerung
  • Entfernen von Ästen, die den Boden berühren
  • Bekämpfung mit Kupferfungizid

Zitruskrebs (Citrus Canker)

Eine bakterielle Erkrankung mit erhabenen Läsionen an Blättern, Zweigen und Früchten, oft von einem gelben Hof umgeben. Die Krankheit kann die Ernte stark schmälern. Die einzige verlässliche Maßnahme ist meist die Entfernung des befallenen Baumes.

Zitrusblattminierer (Citrus Leaf Miner)

Diese kleinen Motten legen ihre Eier in die Blätter, aus denen Larven schlüpfen und das innere Gewebe fressen. Blattspuren sind gewundene Linien; bei starkem Befall rollen sich die Blätter ein. Meist bleibt der Ertrag unberührt, bei starkem Befall kann ein Rückschnitt und ggf. Insektizideinsatz nötig sein.

Weiche Schildläuse (Soft Scales)

Schildläuse scheiden klebrigen Honigtau aus, der Schwarzbefall (Rußtaupilz) fördert. Sie beeinträchtigen Baumwachstum und Fruchtansatz. Zur Bekämpfung eignen sich horticulturale Öle sowie eine sorgfältige Kontrolle.

Mandarinen richtig ernten

Ein Mandarinenbaum benötigt in der Regel drei bis vier Jahre, bis er das erste Mal Frucht trägt. Die Erntezeit beginnt, sobald die Früchte ein sattes Orange erreichen und sich weich anfühlen. Probieren Sie die erste Frucht, um den optimalen Reifegrad festzustellen.

Schneiden Sie die Mandarinen mit einer Gartenschere ab, um die Zweige zu schonen. Frisch gepflückte Mandarinen halten sich bei Zimmertemperatur etwa zwei bis drei Wochen. Im Kühlschrank gelagert, verlängert sich die Haltbarkeit. Verzichten Sie auf Plastiktüten, damit kein Schimmel entsteht.

Mit diesen Tipps können Sie Ihr eigenes Mandarinenparadies erschaffen – genießen Sie frische, selbstgezüchtete Mandarinen das ganze Jahr über!

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