Wie und wann Sie Ihre Immergrünen für den Winter einwickeln sollten
Der Winter bringt nicht nur Schnee und Frost, sondern auch Herausforderungen für unsere Gartenpflanzen, insbesondere für junge Immergrüne. Wenn Sie zum ersten Mal jemanden sehen, der seine Immergrünen einwickelt, fragen Sie sich vielleicht: Warum sollte man gerade diese wenigen grünen Pflanzen der Kälte schutz bieten? Nach einem harten Winter mit Schneelast und Frost wird schnell deutlich, wie wichtig diese Maßnahme ist, um die zarten Bäume vor Schäden zu bewahren.
Warum Immergrüne im Winter einwickeln?
Schutz für junge und empfindliche Bäume
Während kräftige, erwachsene Immergrüne in der Regel gut mit winterlichen Bedingungen zurechtkommen, benötigen junge, frisch gepflanzte Bäume oft zusätzlichen Schutz. Wenn Sie beispielsweise junge Buchsbäume oder frisch gesetzte Koniferen als Windschutz gepflanzt haben, kann die starke Kälte, der Wind und die Austrocknung durch Frost diese Bäume stark belasten. Das Einwickeln hilft, diese empfindlichen Pflanzen durch die ersten kalten Winter zu bringen und ihr Wachstum langfristig zu sichern.
Vorbeugung gegen Sonnenbrand (Sunscald)
Ein häufiges Problem bei jungen Immergrünen ist das sogenannte Sonnenbrand-Syndrom. Wenn der Wintersonnenschein die Nadeln erwärmt und die Bäume ihre Abwehrkraft senken, können die Nadeln bei plötzlicher Kälteeinwirkung braun und trocken werden. Durch das Einwickeln schützen Sie die Bäume vor dieser schädlichen Temperaturänderung.
Der optimale Zeitpunkt zum Einwickeln von Immergrünen
Der beste Zeitpunkt für das Einwickeln ist, wenn die Bäume in der Winterruhe sind. Das erkennen Sie daran, dass die Laubbäume in der Umgebung ihre Blätter fast vollständig verloren haben. Manchmal trifft ein früher Wintereinbruch den Garten allerdings schon im Oktober mit nassem, schwerem Schnee, der junge Äste stark belasten kann. In solchen Fällen lohnt es sich, die Immergrünen vorab zu schützen.
Welche Materialien eignen sich zum Einwickeln?
Es gibt verschiedene Materialien zum Schutz von Immergrünen im Winter: Plastik, Papier, Stoff und Jute sind dabei die gängigsten Optionen. Besonders Jute hat sich durchgesetzt, auch wenn es kontroverse Meinungen gibt.
Vorteile von Jute
Jute ist atmungsaktiv, was entscheidend ist, um die Bäume vor Feuchtigkeitsstau zu schützen. Sie schirmt das Licht und kalte Luft ab, ohne den Baum im Frühjahr zu schocken, wenn die Hüllen entfernt werden. Trotz Kritik, dass Jute Feuchtigkeit entzieht oder nicht ausreichend gegen Wind schützt, berichten viele Gärtner von Erfolgserlebnissen mit diesem natürlichen Material.
Wichtig: Gießen Sie Ihre Immergrünen vor dem Wintereinbruch gründlich, damit sie ausreichend Feuchtigkeit im Boden haben, bevor die Erde gefriert. So minimieren Sie Nachteile beim Einwickeln mit Jute.
Grundlegende Techniken zum Einwickeln
Direktes Einwickeln
Diese Methode ist besonders geeignet bei Gebieten mit starkem Schneefall, da die Äste direkt von der Hülle geschützt sind. So wird verhindert, dass Schnee und Eis die Zweige verbiegen oder abbrechen.
- Gießen Sie den Baum gut und bringen Sie Mulch rund um den Stamm aus.
- Beginnen Sie am Stammfuß mit einem breiten Jutestreifen und wickeln Sie den Baum nach oben.
- Binden Sie die Jute locker mit Schnur am Boden, in der Mitte und oben fest.
- Achten Sie darauf, dass die Jute weder locker herabhängt noch zu stramm sitzt, um das Wachstum nicht einzuschränken.
- Fixieren Sie lose Stellen, die durch Wind oder Schnee gelockert werden könnten.
Kontaktfreies Einwickeln (Zaummethode)
Diese Variante erlaubt dem Baum mehr Luft, Licht und Feuchtigkeit. Dabei wird ein dreieckiger Zaun aus drei Pfählen um den Baum aufgebaut, die alle etwas höher als der Baum sein sollten.
- Stellen Sie die Pfähle auf der windzugewandten Seite des Baumes auf.
- Spannen Sie Jute um die Pfähle und fixieren Sie diese mit Klammern oder Tacker.
- Der entstandene Zaun schützt vor Wind und spendet Schatten, ohne die Spitze abzudecken.
- Auch hier vor dem Einwickeln gut gießen und mulchen.
Wann sollte man die Immergrünen wieder auspacken?
Obwohl das Winterwetter schwer vorherzusagen ist, sollten Sie Ihre Immergrünen auspacken, sobald die Laubbäume wieder beginnen zu sprießen. Im Frühling, wenn Ahornbäume Knospen zeigen und Krokusse aus dem Boden sprießen, ist der richtige Moment gekommen. So erhalten Ihre Immergrünen ausreichend Licht und können ihren natürlichen Wachstumszyklus beginnen.
Ältere, robuste Bäume benötigen oft keinen Winterschutz mehr. Hier gilt es, den Baum nach den ersten erfolgreichen Wintern alleine stark und widerstandsfähig werden zu lassen.
Fazit: Winterschutz für immergrüne Pflanzen richtig einsetzen
Das Einwickeln von Immergrünen ist eine wertvolle Pflegemaßnahme, besonders für junge und empfindliche Bäume. Die Wahl des richtigen Materials – vorzugsweise atmungsaktive Jute – sowie der passende Zeitpunkt sind entscheidend für eine erfolgreiche Überwinterung. Mit den vorgestellten Techniken schützen Sie Ihre Immergrünen effektiv vor Schneelast, Frost und Sonnenbrand und sichern so ein gesundes Wachstum für die kommenden Jahre.
