11 Häufige Schädlinge und Krankheiten von Kiefern

11 Häufige Schädlinge und Krankheiten bei Kiefern: So schützen Sie Ihre Kiefern effektiv

Kiefern sind eine klassische Wahl für den Garten und überzeugen durch ihr majestätisches Aussehen sowie ihre immergrüne Pracht. In der Regel sind sie recht pflegeleicht, doch auch Kiefern bleiben nicht von Schädlingen und Krankheiten verschont. Besonders wenn Sie Kiefern auf Ihrem Grundstück haben, benötigen diese gelegentlich besondere Aufmerksamkeit, um nicht durch Schädlinge oder Krankheiten Schaden zu nehmen.

Inhaltsverzeichnis

Kiefern-Schädlinge

Kiefern sind anfällig für diverse Schädlinge, die sich auf Pinus-Arten spezialisiert haben. Obwohl manche dieser Schädlinge auch andere Nadelbäume befallen können, zeigen sie eine besondere Präferenz für Kiefern.

1. Kiefernmotten

Die Zimmerman-Kiefernmotten (Dioryctria zimmermani) kommen vor allem bei der Schwarzkiefer (Pinus nigra) und der Waldkiefer (Pinus sylvestris) vor, sind aber östlich der Rocky Mountains auch auf anderen Kiefern- und Fichtenarten zu finden. Die erwachsenen Motten bohren sich nahe der Astansätze in den Stamm, um dort Ihre Eier abzulegen. Die Larven ernähren sich anschließend am Harz und der Rinde.

Typische Symptome sind Bohrlöcher, Sägemehlansammlungen und klebrige Austritte. Durch den Fraß können tote Äste oder abgestorbene Wipfel entstehen. Die erwachsenen Tiere sind rötlich-braun bis grau mit zickzackförmigen Zeichnungen. Larven sind weißlich oder grau, meist nur unter der Rinde sichtbar.

Sobald die Larven in der Rinde sind, lassen sie sich kaum bekämpfen. Sobald Sie jedoch Raupen am Äußeren entdecken, behandeln Sie die Bäume mit einem Produkt, das das nützliche Bakterium Bacillus thuringiensis var. kurstaki (Btk) enthält, z.B. Monterey B.t.

2. Kiefernsägefliegen

Kiefernsägefliegen können nahezu alle Kiefernarten weltweit befallen. Sie gehören zur Ordnung der Hautflügler und legen ihre Eier mit einem Legestachel in Nadeln ab. Die daraus schlüpfenden Larven fressen die Nadeln, was zu Verfärbungen und Nadelverlust führt.

Bei starkem Befall kann das Wachstum der Kiefern gehemmt werden, bis hin zum Absterben. Im Spätsommer oder Frühherbst finden Sie braune Eireihen an den Nadeln, welche entfernt und verbrannt werden sollten. Im Frühjahr hilft das Entfernen befallener Äste, die Larven zu eliminieren, indem man diese in heißes Wasser mit Essig taucht.

Behandeln Sie Ihre Bäume bei Bedarf mit Neem-Öl, insektizider Seife oder ebenfalls Bacillus thuringiensis var. kurstaki (Btk).

3. Kiefern-Rindenkäfer

Rindenkäfer (Gattung Dendroctonus) sind winzig (3–6 mm) und bohren sich tief in die Rinde ein. Ein Befall wird häufig durch feinen, rotbraunen Staub an der Baumrinde sichtbar, der durch kleinen Löcher und Harzproduktion entsteht.

Bei Verdacht sollten Sie Ihre Kiefern umgehend mit Insektiziden wie Cypermethrin (Sylo) oder Dominion 2L behandeln. Bei starker Schädigung ist die Einschaltung eines Baumpflegers sinnvoll, der über die Rettbarkeit des Baumes entscheidet.

4. Kiefernrüsselkäfer

Der Kiefernrüsselkäfer (Pissodes strobi), auch als Abschnitts- oder Spitze-Rüsselkäfer bekannt, befällt vor allem Weymouth-Kiefer (Pinus strobus) und Jack-Kiefer (Pinus banksiana). Die Weibchen legen ihre Eier nahe an den Terminalknospen ab, und die Larven fressen von dort aus die Rinde an.

Dies führt zu gegabelten Stämmen oder deformierten Spitzen, was besonders für Weihnachtsbaumzüchter problematisch ist. Ein schattiger Standort mit etwa 50 % Beschattung kann helfen, die Käfer abzuschrecken. Sticky Tape an Ästen kann ebenfalls die Vermehrung erschweren.

Es gibt keine zugelassenen Bekämpfungsmittel für Kiefernrüsselkäfer; befallene Äste sollten entfernt oder stark befallene Bäume gefällt und verbrannt werden.

5. Stachelschweine

Stachelschweine sind zwar niedlich, können jedoch im Winter durch Abstreifen der Rinde an Kiefern großen Schaden anrichten. Die entblößte Rinde macht den Baum anfällig für weitere Schädlingsbefälle oder Krankheiten und kann die Kiefern töten.

Zum Schutz können Sie Aluminiumstreifen um die Baumstämme befestigen, damit die Tiere nicht hochklettern. Alternativ wirkt auch eine großzügige Behandlung mit scharfem Chili-Spray, da Stachelschweine scharfes nicht mögen. Bieten Sie den Tieren außerdem alternative Futtermöglichkeiten wie Äpfel, Karotten, Kürbis, Süßkartoffeln, Beeren oder Eicheln an.

Kiefern-Krankheiten

Verschiedene Krankheiten befallen Kiefern abhängig von der Art und dem Standort. Einige betreffen nur bestimmte Pinus-Arten, andere können breiter auftreten.

6. Kiefernwelke (Pine Wilt Disease)

Diese Krankheit wird durch Kiefernwelkenematoden (Bursaphelenchus xylophilus) verursacht, welche vor allem eingeführte Kiefernarten in Nordamerika befallen. Die Nematoden zerstören die Harzkanäle, blockieren die Wasseraufnahme und führen zum Absterben der Bäume in kurzer Zeit.

Die Übertragung erfolgt über den Kiefern-Borkenkäfer (Monochamus Gattung), der sich in geschwächten oder toten Bäumen ansiedelt. Erste Anzeichen sind graue oder braune, vertrocknete Nadeln, die dennoch am Baum haften.

Betroffene Bäume sollten sofort gefällt und verbrannt werden. Entfernen Sie auch den Baumstumpf und konsultieren Sie einen Baumpfleger, der gesunde Nachbarbäume ggf. vorbeugend mit Abamectin behandelt.

7. Dothistroma-Nadelscheide (Red Needle Blight)

Diese Pilzkrankheit, ausgelöst durch Dothistroma septosporum und D. pini, zeigt sich durch rot-braune Bänder auf Nadeln, die später vergilben und abfallen. Das Krankheitsbild umfasst vorzeitigen Nadelabwurf, Zweigverluste und kann letztlich zum Absterben des Baumes führen.

Der Pilz liebt feuchte Bedingungen und befällt viele Kiefernarten in Europa, Kanada und Nordamerika. Eine Heilung gibt es nicht, doch kupferhaltige Fungizide können die Ausbreitung drosseln und die Lebensdauer der Bäume verlängern.

8. Weißer Kiefern-Rindenrost

Der Erreger Cronartium ribicola befällt hauptsächlich junge Kiefern mit fünf Nadeln wie Weymouth-, Westliche und Östliche Weißkiefern. Erste Symptome sind orangefarbene, diamantförmige Geschwülste am Stamm, die sich zu großen, harzigen Wucherungen entwickeln.

Diese Geschwulste können die Äste oder den Stamm umschließen und die Bäume innerhalb von einigen Jahren absterben lassen. Es gibt keine Heilung, daher sollten befallene Bäume gefällt und verbrannt werden, um die Ausbreitung zu verhindern.

Vermeiden Sie die Pflanzung in der Nähe von Johannisbeer- oder Stachelbeersträuchern (Ribes-Arten), da diese die Krankheit übertragen können.

9. Annosus-Wurzelfäule

Diese durch Heterobasidion annosum verursachte Wurzelfäule befällt vor allem Rotkiefern (Pinus resinosa) und hat schon ganze Plantagen zerstört. Der Pilz siedelt sich meist am frisch gefällten Baumstumpf an und breitet sich über die Wurzeln in gesunde Bäume aus.

Erkennen kann man die Infektion durch pilzartige Fruchtkörper in Wurznähe. Vorbeugend sollten Baumstümpfe mit Borat-Fungiziden behandelt werden. Geschädigte Bäume sofort fällen und Stümpfe entweder mit Fungiziden versorgen oder mit Bittersalz auflösen.

10. Diplodia-Spitzendürre

Diese Krankheit wird durch den Pilz Diplodia sapinea verursacht und tritt hauptsächlich bei älteren Kiefern auf, wobei die Triebspitzen braun und welk werden. Die Krankheit schwächt den Baum und macht ihn anfälliger für Borkenkäfer.

Für die Prävention sorgt ausreichend Wasser und Nährstoffversorgung. Befallene Triebe sollten frühzeitig entfernt und entsorgt werden. In schweren Fällen hilft der Einsatz von Fungiziden. Stark geschädigte Bäume müssen entfernt werden.

11. Kiefern-Eichen-Gallenrost

Dieser Rostpilz (Cronartium quercuum f.sp. banksianae) benötigt sowohl Kiefern als auch Eichen, um seinen Lebenszyklus zu vollenden. Im Frühjahr übertragen Sporen von infizierten Eichen die Krankheit auf Kiefern.

Als Reaktion bilden sich Wucherungen (Gallen) an Zweigen, die nach einigen Jahren aufbrechen und neue Sporen freisetzen. Zur Bekämpfung sollten Gallen frühzeitig herausgeschnitten und verbrannt werden. Alternativ kann im schweren Befallsfall der Baum gefällt und entsorgt werden.

Fazit

Kiefern sind wunderschöne und robuste Bäume, benötigen allerdings bei Schädlings- und Krankheitsbefall schnelle und gezielte Maßnahmen. Vom regelmäßigen Kontrollieren der Nadeln über das rechtzeitige Entfernen befallener Äste bis hin zum Einsatz geeigneter biologischer und chemischer Mittel tragen Sie dazu bei, die Vitalität Ihrer Kiefern langfristig zu sichern.

Mit dem richtigen Wissen und der passenden Pflege können Sie Schädlinge und Krankheiten früh erkennen und effektiv bekämpfen, um Ihre Kiefern zum Blühen zu bringen.

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