11 Probleme beim Anbau von Kohlpflanzen und wie man sie löst

11 Probleme beim Anbau von Kohl und wie man sie löst

Kohl ist ein vielseitiges und beliebtes Gemüse – ob als Krautsalat bei Familien-Barbecues, gebratenes Kraut bei Wochenendtreffen oder Sauerkraut zu Festtagsessen. Doch auch wenn Kohl vergleichsweise einfach anzubauen ist, können beim Anbau verschiedene Probleme auftreten. Einige Saisons verlaufen nahezu problemlos, während in anderen vielfach Schwierigkeiten auftreten.

In diesem Artikel stellen wir Ihnen die häufigsten Probleme beim Kohl-Anbau vor und geben praktische Tipps, wie Sie diese erfolgreich vermeiden oder beheben können. So steht einer reichen Kohlernte nichts mehr im Wege.

1. Kohl bildet keinen Kopf

Viele Gärtner beklagen, dass ihr Kohl zwar viele Blätter, aber keinen richtigen Kopf entwickelt. Das ist zwar enttäuschend, lässt sich jedoch häufig auf einige Ursachen zurückführen:

  • Unregelmäßige Feuchtigkeit: Kohl braucht eine konstante Wasserversorgung, darf aber nicht im Wasser stehen. Sowohl Über- als auch Unterbewässerung verhindern die Kopfbildung. Tipp: Gießen Sie, sobald die oberste Erdschicht etwa einen Zoll trocken ist, und verwenden Sie bei Trockenheit Mulch.
  • Falsche Temperaturen: Kohl bevorzugt Temperaturen zwischen 7 und 29 Grad Celsius. Ständig zu heiß oder zu kalt führt dazu, dass der Kohl keine Köpfe bildet oder vorzeitig schießt.
  • Unpassende Sorte zum Zeitpunkt: Früh-, Mittel- und Spätsorten sollten jeweils passend zur Saison gepflanzt werden. Beachten Sie die Saatanleitung Ihrer Sorte.
  • Zu viel Stickstoff: Ein Übermaß an Stickstoff fördert das Blattwachstum, verhindert aber die Kopfentwicklung. Bodentests und ausgewogene Düngung helfen hier.

2. Wachstumsstörungen und vorzeitiges Absterben

Kohl ist ein Starkzehrer, was nicht verwundert bei der großen Blatt- und Kopfmasse, die er bildet. Ursachen für Wachstumsstörungen können sein:

  • Stickstoffmangel: Kohl benötigt ausreichend Stickstoff für die Blatt- und Kopfentwicklung, aber nicht zu viel.
  • Calciummangel: Ohne genügend Feuchtigkeit kann die Pflanze Calcium nicht aufnehmen, was zu Mangelerscheinungen führt.
  • Bormangel: Bor ist wichtig für Zellwände und Fortpflanzungsstrukturen. Ein Mangel führt oft zu bitteren, festen Kohlköpfen.

Empfohlen wird ein ausgewogener 10-10-10 Dünger. Zusätzlich hilft alle zwei bis drei Wochen eine Komposttee-Gabe. Sobald der Kopf sich setzt, sollte der Stickstoffanteil reduziert werden, um das Spalten der Köpfe zu vermeiden.

3. Kohl wird von Krankheiten befallen

Wenn Ihr Kohl viele Krankheiten zeigt, hilft oft die richtige Gartenhygiene:

  • Achten Sie auf einen unkrautfreien, gut belüfteten Gartenboden, um Pilzkrankheiten vorzubeugen.
  • Entfernen Sie nach der Saison alle Pflanzenreste.
  • Betreiben Sie Fruchtwechsel: Pflanzen Sie keinen Kohl, Grünkohl, Brokkoli, Blumenkohl oder Rosenkohl auf demselben Beet innerhalb von mindestens zwei Jahren.
  • Erwägen Sie bei wiederkehrenden Problemen eine Drei- bis Vierjahres-Rotation.

4. Hauptstiel ist drahtig und dunkel

Dieser sogenannte „Wire Stem“ wird durch den Pilz Rhizoctonia spp. verursacht, der besonders in nassen Böden auftritt und unter anderem das Absterben junger Pflanzen („Damping off“) auslöst.

Vermeiden Sie Staunässe, schweren Lehmboden und achten Sie auf gute Fruchtfolge sowie Reinigung der Gartengeräte.

5. Kohl wird hellgrün, welkt und Stiele faulen

Weicher Fäulnisbefall entsteht durch Bakterien, die Wasserflecken an Blättern und Wurzeln verursachen. Diese Flecken werden schwarz, matschig und produzieren schleimige schwarze Austritte.

Diese Fäulnis ist nicht heilbar – betroffene Pflanzen müssen entsorgt werden. Gute Drainage, Qualitätserde und das Vermeiden von Überkopf-Bewässerung helfen vorab. Auch die Fruchtfolge ist wichtig, um die Krankheit einzudämmen.

6. Braune Ränder an inneren Kohlblättern

Das sogenannte „Tip Burn“ entsteht durch unzureichende Wasseraufnahme, meist eine Folge von Calcium-Mangel, der durch unpassenden Bodens-pH oder Wasserstress verursacht wird.

  • Ideal ist ein pH-Wert zwischen 6,0 und 7,0 – bei zu saurem Boden hilft Kalk.
  • Unregelmäßige Bewässerung, hohe Luftfeuchtigkeit oder zu schnelles Wachstum (durch Überdüngung) verschlimmern das Problem.

Regelmäßiges pH-Messen und anpassen sichert gesunde Pflanzen.

7. Junges Kohl blüht vorzeitig

Eine dauerhafte Temperatur unter 7 °C oder zu hohe Hitze bewirken das sogenannte „Schießen“, bei dem der Kopf nicht richtig wächst.

  • Pflanzen Sie passende Sorten zur richtigen Jahreszeit.
  • Setzen Sie Jungpflanzen frühestens 1–3 Wochen vor dem letzten Frost ein.
  • Schützen Sie junge Kohlpflanzen mit Vliesabdeckungen.
  • Halten Sie den Boden gleichmäßig feucht und sorgen Sie für gute Nährstoffversorgung.

8. Kohlkeimlinge sterben sofort ab

Die sogenannte „Damping off“-Krankheit wird durch Bodenpilze in feuchter, kalter Erde verursacht. Vermeiden Sie das Auspflanzen in kalten, nassen Böden, nehmen Sie gut drainierte Erde und reinigen Sie die Werkzeuge regelmäßig.

9. Kohlstock hat Tunnel und Pflanzen leidet

Die Kohlfliege legt Eier am Boden, deren Maden in die Wurzeln bohren und Schäden verursachen:

  • Schützen Sie die Pflanzen mit Vliesabdeckungen vor Kohlfliegen.
  • Streuen Sie Kalk oder Holzasche um die Pflanzenbasis.
  • Pflanzen Sie später, wenn die Saison zu nass begann.
  • Setzen Sie Minze als Begleitpflanze zur Abschreckung ein.
  • Solarisieren Sie den Boden mit klarer Plastikfolie und lassen Sie mindestens zwei bis vier Jahre keine Kreuzblütler auf diesem Beet wachsen.

10. Dicke Stiele und wenig essbare Blätter

Wenn Ihr Kohl hauptsächlich aus harten Stielen besteht, haben Sie vermutlich zu spät geerntet. Achten Sie auf den empfohlenen Erntezeitpunkt und die Größenangaben für Ihre Kohlvarietät. Viele Sorten sind optimal, wenn sie etwa die Größe eines Softballs haben.

11. Kohlkopf platzt auf

Dieses Problem entsteht meist durch zu unregelmäßige Bewässerung: Ein trockener, harter Kohlkopf wird nach starkem Regen oder kräftigem Gießen zu schnell mit Wasser versorgt, was die Köpfe platzen lässt. Auch zu hoher Stickstoffdünger fördert schnelles Wachstum und das Aufreißen der Köpfe.

Die Aufteilung lässt Schädlingen und Fäulnis freien Zugang. Halten Sie deshalb Ihre Pflanzen während Trockenperioden gleichmäßig feucht und dosieren Sie Dünger sorgfältig.

Fazit: Erfolgreicher Kohl-Anbau mit der richtigen Pflege

Kohl ist zwar robust, doch können zahlreiche Probleme durch gute Vorbereitung, konsequente Pflege und das Beachten der beschriebenen Tipps vermieden werden. Fruchtfolge, regelmäßige Bodenpflege mit Kompost und Mulchen zum Regulieren der Feuchtigkeit sind die Grundlage für gesunde und ertragreiche Kohlpflanzen.

So steht Ihrem Erfolg im Gemüsegarten nichts mehr im Weg!

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