14 Verheerende Schädlinge und Krankheiten bei Radieschen – So schützt du deine Ernte
Wenn du Radieschen liebst, hast du sie sicher schon öfter selbst angebaut. Diese pflegeleichten Wurzelgemüse sind scharf im Geschmack und gedeihen oft auch bei wenig Aufmerksamkeit. Dennoch können einige Schädlinge und Krankheiten deiner Radieschenernte erheblichen Schaden zufügen. In diesem Artikel lernst du die 14 häufigsten Schädlinge kennen und wie du sie wirkungsvoll bekämpfen kannst.
Die häufigsten Radieschenschädlinge und wie du sie bekämpfst
Am meisten Ärger bereiten Insekten, die unerwartet aus dem Nichts erscheinen und deine Gartenpflanzen zerstören können. Hier erfährst du alles Wichtige zu den wichtigsten Schädlingen in deinem Radieschenbeet.
1. Kohlfliegenlarven (Kohlfliegenmade)
Kohlfliegen (Diptera) legen ihre Eier gerne auf den Boden rund um Kreuzblütler ab. Die Maden schlüpfen, kriechen in die Wurzeln und fressen sie von innen auf. Dadurch werden die Radieschen ungenießbar.
Bekämpfung: Pflanze Brennnesseln um das Beet und bestreue den Boden mit Kieselgur (Diatomeenerde). Befallene Wurzeln sollten weggeworfen werden, eventuell lassen sich aber die Blätter noch verwenden.
2. Kohltriebrüssler (Kohlweißlingsraupen)
Die Larven des Gammaeulenfalters (Trichoplusia ni) fressen vor allem die Blätter von Kreuzblütlern und können große Schäden verursachen.
Bekämpfung: Schütze deine Pflanzen mit Folien-Vliesabdeckungen und setze Duftpflanzen wie Dill oder Schnittlauch ein. Schafgarbe und Ringelblume locken Brakonidenwespen an, die Larven parasitieren. Kontrolliere zudem die Blattunterseiten auf Eier und entferne diese.
3. Kohlweißlingraupen
Die Raupen von Pieris rapae und Pieris brassicae verhalten sich ähnlich wie Kohltriebrüssler und fressen mit Vorliebe grüne Radieschenblätter.
Bekämpfung: Gleiche Methoden wie bei den Kohltriebrüsslern anwenden. Bunte Kreuzblütler mit purpurnen oder roten Blättern werden seltener befallen, da die grünen Raupen dort schlechter getarnt sind.
4. Erdraupen (Engerlinge / Cutworms)
Diese Schädlinge zerbeißen die Stängel knapp über dem Boden, was zum Absterben der Pflanze führt. Radieschen verlieren dadurch ihre wichtigen Blätter und Wurzeln.
Bekämpfung: Im Herbst und Frühjahr den Boden umgraben, um Eier und Larven zu entlarven und dem Frost oder natürlichen Fressfeinden auszusetzen. „Fangpflanzen“ wie Sonnenblumen oder Senf können Randbereiche schützen. Blütenpflanzen für Bestäuber locken natürliche Feinde wie Glühwürmchen und Vögel an.
5. Blattläuse
Blattläuse können fast jede Pflanze befallen und sind auch für Radieschen eine Bedrohung.
Bekämpfung: Schütze deine Pflanzen mit Vliesdeckeln, besprühe sie mit Neemöl und fördere Marienkäfer im Garten, die Läuse schnell dezimieren.
6. Flohkäfer
Flohkäfer richten besonders an jungen Radieschen enormen Schaden an, da sie kleine Löcher in Blätter und Keimlinge fressen. Noch schlimmer ist, dass sie Krankheiten übertragen können.
Bekämpfung: Boden vor der Aussaat lockern und die Pflanzen erst nach dem typischen Befallsfenster auspflanzen. Neem-Öl und Kieselgur schützen zusätzlich vor den Schädlingen.
7. Harlekinwanzen
Diese farbenfrohen Wanzen saugen die Blätter aus, sodass sie papierartig werden und verfaulen können. Sie vermehren sich bei warmem Wetter rasant.
Bekämpfung: Neemöl wirkt abschreckend, entferne Eigelege unter den Blättern und fördere Spinnenpopulationen, indem du Mulch und Blattreste als Verstecke liegen lässt. Als Lockpflanze eignen sich Senfgewächse, die die Wanzen von deinen Radieschen wegziehen.
8. Schnecken und Nacktschnecken
Wenn du schleimige Spuren auf den Blättern findest, handelt es sich um Schneckenfraß – ein erheblicher Schaden für dein Radieschenbeet.
Bekämpfung: Sammle die Schnecken nachts mit einer Taschenlampe und entferne sie. Kaffeegründe, zerbrochene Eierschalen und Kupfermünzen vertreiben sie ebenfalls. Bierfallen locken Schnecken an und fangen sie.
9. Ameisen
Ameisen sind zwar keine typischen Radieschädlinge, können aber Wurzeln beschädigen und das Pflanzenwachstum beeinträchtigen. Zudem können sie Blattläuse schützen, was indirekte Schäden verursacht.
Bekämpfung: Vermeide das Pflanzen in Ameisengebieten. Bei hartnäckigem Befall hilft eine Mischung aus Borax und Zucker im Verhältnis 1:3 als Köder.
Wildtiere als Radieschen-Schädlinge
Neben Insekten können auch verschiedene Wildtiere deine Radieschen gefährden. Im Folgenden erfährst du, wie du sie von deinem Garten fernhältst.
10. Kaninchen
Kaninchen fressen Radieschen zwar nicht unbedingt bevorzugt, greifen die Pflanzen aber bei Hunger gerne an.
Bekämpfung: Umgib dein Beet mit alliumhaltigen Pflanzen wie Schnittlauch oder Lauch, deren Geruch Kaninchen abschreckt. Alternativ kannst du Wolfs- oder Berglöwenkot entlang des Beetrandes ausbringen, um Raubtierdüfte zu simulieren, die Kaninchen meiden.
11. Mäuse und andere Kleinsäuger
Diese Tiere sind schwer komplett fernzuhalten, da sie in ihrem natürlichen Lebensraum leben. Sie können auch Schäden an Wurzeln und Pflanzen verursachen.
Bekämpfung: Pfefferminze und andere Minzsorten rund ums Beet anzupflanzen hilft, da die Tiere den starken Geruch meiden.
12. Hirsche
Hirsche finden Radieschenblätter besonders schmackhaft, weichen aber starken menschlichen oder Raubtiergerüchen aus.
Bekämpfung: Menschenurin (vorzugsweise morgens) am Gartenrand hilft, Hirsche fernzuhalten. Ist Wolfs- oder Raubtierkot nicht verfügbar, ist dies eine praktische Alternative.
13. Murmeltiere und Waldmurmeltierartige
Murmeltiere lieben Radieschen und können großen Schaden anrichten, wenn sie ungehindert grasen dürfen.
Bekämpfung: Umzäune dein Beet tiefgründig (mindestens 30 cm in den Boden), da Murmeltiere hervorragend graben. Katzenstreu rund um den Garten kann durch den Geruch ebenfalls abschreckend wirken.
14. Waschbären
Waschbären suchen nach Bodeninsekten und können dabei Pflanzen austreten oder ausgraben, auch wenn sie Radieschen selbst nicht bevorzugen.
Bekämpfung: Verteilst du Raubtierkot entlang deines Gartens, schreckt das Waschbären ab und schützt deine Beete vor unerwünschtem Besuch.
Fazit: So gelingt der radieschensichere Garten
Radieschen sind robuste und wohlschmeckende Gemüsewurzeln, die bei richtiger Pflege und Schutz vor Schädlingen und Wildtieren zu einer reichen Ernte führen können. Mit gezieltem Pflanzenbegleitern, natürlichen Feinden der Schädlinge und einigen Hausmitteln kannst du deinem Radieschenbeet ein gesundes Wachstum ermöglichen und große Verluste vermeiden.
Bleib aufmerksam, kontrolliere regelmäßig deine Pflanzen und greife frühzeitig ein, um Schädlinge einzudämmen. So warten im Spätsommer knackige, aromatische Radieschen auf dich – direkt aus dem eigenen Garten!
