9 Radieschen-Krankheiten und wie man sie bekämpft
Radieschen gehören wegen ihrer einfachen Anzucht und schnellen Ernte zu den beliebtesten Gemüsesorten im Garten. Doch auch wenn sie meist robust sind, können Schädlinge und Krankheiten immer wieder Probleme bereiten. Während manche Schäden nur kosmetisch sind, können andere Krankheiten Ihre gesamte Ernte vernichten.
Hier stellen wir Ihnen die wichtigsten Radieschen-Krankheiten vor und geben Ihnen Tipps, wie Sie diese erfolgreich vorbeugen und bekämpfen können. Erfahren Sie, wie Sie Ihren Radieschen-Garten gesund halten und eine reiche Ernte sichern!
1. Strunkfäule (Damping-Off) – Pilzkrankheit bei Jungpflanzen
Die Strunkfäule ist oft die erste Gefahr für junge Radieschenpflanzen. Verantwortlich sind verschiedene bodenbürtige Pilzarten wie Pythium spp., Rhizoctonia solani, Aphanomyces cochlioides und Phoma betae. Diese Pilze zerstören die Zellwände der Stängel, sodass die Pflanzen keine Nährstoffe mehr aufnehmen können. Betroffene Keimlinge welken und sterben schnell ab.
Vorbeugung gelingt, indem Sie die Radieschensaat erst nach der letzten Frostperiode ausbringen und auf warmes, gut durchlässiges Substrat achten. Ein Knoblauch-Bodenguss ein bis zwei Wochen vor der Aussaat kann aufgrund seiner fungiziden Wirkung helfen, Pilzkrankheiten zu reduzieren.
2. Echter Mehltau – Schimmelpilzerkrankung bei Radieschen
Der Echte Mehltau entwickelt sich besonders bei warm-feuchtem Wetter. Der weiße, pulverige Belag auf Blättern und Stängeln schädigt die Pflanzen stark und kann die Ernte ruinieren. Die Sporen können zudem jahrelang im Boden verbleiben und Folgepflanzen befallen.
Kontrollieren Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, entfernen Sie betroffene Pflanzenteile und verbrennen Sie diese. Gießen Sie nur bodennah, um ein Austrocknen der Blätter zu fördern, und sorgen Sie für gute Luftzirkulation. Bei starkem Befall empfiehlt sich der Einsatz geeigneter Fungizide.
3. Falscher Mehltau – Pilzbefall auf Blattoberseite
Der Falsche Mehltau befällt häufig Kohlarten und Radieschen. Er sitzt meist auf der Blattunterseite, wo er gelbe Flecken und später Grauschimmel verursacht. Die Krankheit wird vom feuchten Boden und hohen Luftfeuchtigkeiten gefördert.
Um die Ausbreitung zu verhindern, lockern Sie den Boden vor der Aussaat und lassen Sie die Sonne die Sporen abtöten. Entfernen Sie abgestorbene Pflanzenteile und dünnen Sie dichte Bestände aus, um die Luftzirkulation zu verbessern.
4. Fusarium-Welke – gefährliche Bodenpilzkrankheit
Fusarium oxysporum verursacht die Fusarium-Welke, wodurch Radieschenpflanzen welk werden und absterben. Diese Krankheit wird durch heiße, feuchte Bodenbedingungen begünstigt und ist nicht heilbar.
Vorbeugen können Sie durch gute Bodenqualität, optimale Drainage und das Vermeiden von Staunässe. Befallene Pflanzen müssen entfernt und verbrannt werden. Zudem sollte die befallene Fläche mindestens zehn Jahre nicht mit Kohlgewächsen bestellt werden.
5. Weißrost – Pilzkrankheit mit weißen Sporen
Weißrost (Albugo candida) tritt bei warmem, feuchtem Wetter auf und zeigt sich als erhabene, weiße Sporen auf Blättern. Er wird oft mit dem häufigeren, orangefarbenen Rostpilz verwechselt.
Zur Vorbeugung sollten Sie abgestorbene Pflanzenteile entfernen und nur bodennah gießen. Befallene Pflanzen müssen vernichtet werden. Im Krankheitsfall hilft der gezielte Einsatz von Kupferfungiziden.
6. Rüben-Schorf – bakterielle Wurzelkrankheit
Der Schorf ist eine bakterielle Erkrankung, die die Radieschenwurzeln unansehnlich macht, ohne die Pflanze abzutöten. Besonders beim Verkauf werden solche Knollen oft unbrauchbar.
Die beste Maßnahme gegen Schorf ist eine regelmäßige Fruchtfolge. Der Anbau von Hülsenfrüchten wie Sojabohnen in zuvor infizierten Flächen kann die Krankheitsspitze reduzieren.
7. Schwarzfäule – bakterielle Krankheit der Kreuzblütler
Die Schwarzfäule wird durch Xanthomonas campestris pv. campestris verursacht und befällt ausschließlich Kreuzblütler wie Radieschen, Kohl oder Senf. Erste Anzeichen sind gelbe, V-förmige Blattflecken, die sich braun verfärben und eitrig werden.
Eine Überfüllung der Pflanzen und feucht-warmes Klima begünstigen die Ausbreitung. Befallene Pflanzen müssen entfernt und verbrannt werden. Die betroffene Erde sollte anschließend sterilisiert bzw. nicht mit passenden Pflanzen erneut bestellt werden.
8. Kohlhernie – Wurzelkrankheit durch Bodenpilz
Kohlhernie (Plasmodiophora brassicae) befällt Radieschen, Kohlrabi und andere Brassica-Arten. Die Wurzeln werden knollig und deformiert, Nährstofftransport zur Krone wird verhindert, was zu gelben Blättern führt.
Der wichtigste Gegenmaßnahmen ist das Anheben des Boden-pH-Werts auf über 7,2. Hierfür eignen sich Kalkdünger oder Dolomitkalk. Außerdem helfen sortenresistente Radieschen, wie die Sorten ‘Ookura’ oder ‘Radar’.
9. Schwarzfäule an der Wurzel – aggressiver Pilzbefall
Die Schwarzfäule an der Wurzel (Aphanomyces raphani) ist ein gefährlicher Pilz, der zahlreiche Kreuzblütler befällt und Wurzeln schwarz oder braun verfärbt. Besonders weiße Radieschensorten sind anfällig.
Zur Vorbeugung empfiehlt sich eine langfristige Fruchtfolge mit mindestens vier Jahren Abstand zwischen Pflanzen an derselben Stelle. Resistente Sorten sind beispielsweise ‘White Spike’, ‘Red Prince’ und ‘Fuego’.
Fazit: Gesunde Radieschen durch gezielte Pflege und Vorbeugung
Radieschenkrankheiten lassen sich durch richtige Standortwahl, Fruchtfolge, Bodenpflege und Hygiene im Garten effektiv verhindern. Beobachten Sie Ihre Pflanzen regelmäßig, entfernen Sie kranke Pflanzenteile frühzeitig und setzen Sie bei Bedarf passende Pflanzenschutzmittel ein. So steht einer erfolgreichen Radieschen-Ernte nichts im Weg!
