Essbare Kletterpflanzen für kleine Gärten
Vertikales Gärtnern liegt heutzutage besonders im Trend, vor allem in Städten und Vororten mit begrenztem Platz. Bei einer kurzen Internetsuche stößt man auf kreative Beispiele: gebrauchte Plastikflaschen oder PVC-Rohre, die an Wänden und Zäunen hängen, sowie kleine Büschel von Salatpflanzen, die aus ungewöhnlichen Behältern wachsen. Von alten Hosentaschen über upgecycelte Kommoden bis hin zu Paletten werden allerlei Gegenstände genutzt, um Lebensmittel über die Bodenschicht hinaus anzubauen. Diese Projekte sind oft nicht nur nützlich, sondern auch optisch reizvoll und sorgen für spannende Akzente im Garten.
Allerdings sind solche kleinen Behälter meist pflegeintensiver und eignen sich vor allem für einjährige Pflanzen. Die übliche Permakultur empfiehlt jedoch, soweit möglich, mehrjährige und pflegeleichte Pflanzen zu wählen. Aus dieser Perspektive bieten sich essbare mehrjährige Kletterpflanzen besonders an, um vertikalen Raum sinnvoll zu nutzen. Kletterpflanzen wachsen nicht nur nach oben, sondern können auch Decken entlangrankend Flächen erschließen, Schatten spenden, isolieren und sogar als lebende Wände oder Zäune dienen.
Zusammengefasst: Auch wenn upgecycelte vertikale Gärten ein netter Hingucker sind, bieten Kletterpflanzen oft mehr Vorteile. Sie sind vielseitiger, pflegeleichter und liefern verlässlich Nahrung. Zudem gibt es für gemäßigte und tropische Klimazonen zahlreiche interessante Kletterpflanzen: sowohl Früchte und Gemüse als auch essbare Blätter und Blüten. Die meisten sind leicht zu pflanzen und wachsen schnell an.
Obstkletterpflanzen
Weinreben
Weinreben sind eine attraktive Bereicherung für den Garten. Ob als rankender Laubengang, Zaunbepflanzung oder Pergola – die zarten Blüten und anschließend die schweren Trauben sind optisch ein Highlight. Neben den Früchten sind auch die Weinblätter essbar und eignen sich sowohl roh für Salate als auch gekocht zum Beispiel für gefüllte Gerichte. Wichtig ist, dass Sie die Reben jährlich richtig zurückschneiden, um eine reiche Ernte zu fördern. Beachten Sie außerdem, dass Weintrauben Vögel und Bienen anlocken, was gerade im Bereich von gepflasterten Flächen für zusätzlichen Reinigungsaufwand sorgen kann.
Kiwis
Es gibt zwei Hauptsorten der Kiwi: die übliche Kiwi, wie man sie im Supermarkt kennt, und die winterharte Kiwi. Die herkömmliche Kiwifrucht bringt große Früchte hervor, benötigt aber ein wärmeres, eher subtropisches Klima. Für kältere Regionen eignet sich die winterharte Kiwi besser. Sie bringt kleinere, traubenähnliche Früchte hervor, die samt Schale gegessen werden können. Zwar wächst sie langsamer als die tropische Variante, doch in kühleren Gegenden ist sie deutlich robuster und liefert dennoch den bekannten leicht säuerlichen Geschmack.
Passionsfrucht
Die Passionsfrucht ist eine weitere tropische Kletterpflanze, die draußen immer beliebter wird. Die Früchte sind aromatisch und süß, vielseitig verwendbar – etwa in Getränken, Desserts oder Saucen. Außerdem sind auch die Blüten essbar und eignen sich hervorragend als dekorative Garnitur bei verschiedenen Gerichten. Eine Passionsfrucht im Garten ist mit Sicherheit ein toller Blickfang und Gesprächsstoff.
Gemüsekletterpflanzen
Paprika
Einige Paprikasorten, besonders die schwarzen Pfeffersorten, ranken natürlicherweise. Doch praktisch alle Paprikapflanzen profitieren davon, an einem Spalier hochgebunden zu werden. Das macht die Ernte leichter, denn die Pflanzen bleiben schlanker und besser zugänglich.
Gurken
Obwohl Gurken botanisch ebenfalls zu den Kürbisgewächsen gehören, werden sie meist separat betrachtet. Gurken eignen sich bestens für die vertikale Kultur und halten sich selbst an Gittern oder Drahtgestellen mühelos fest. Das vertikale Wachstum ist sogar vorteilhaft, weil es die Früchte sauber hält und das Eindringen von Insekten erschwert.
Tomaten
Die meisten Gartenliebhaber wissen, dass Tomaten eine Stütze zum Hochbinden brauchen. Es gibt jedoch viele Tomatensorten, die sich richtig anstrengen und regelrecht klettern. Ich erinnere mich an meinen Professor, der einen Hühnerdraht-Tunnel im Garten hatte, auf dem er seine Cherrytomaten zog. Im Sommer spielten seine Kinder gern unter dem kühlen Schatten der Tomaten und pflückten dabei frisch reife Früchte. So wurde nicht nur die Ernte erleichtert, sondern es entstand auch ein kleines, spielerisches Paradies für die Familie. Dieses Prinzip lässt sich mit jeder Kletterpflanze umsetzen, wenn man nur ein wenig Zeit investiert, sie gezielt zu leiten.
