8 Häufige Gurken-Schädlinge und wie Sie sie effektiv bekämpfen
Gurken gehören zu den beliebtesten Sommersorten im Gemüsegarten, weil sie einfach anzubauen, vielseitig einsetzbar und lecker sind. Dennoch können selbst erfahrene Gärtner von Schädlingsbefall betroffen sein, der den Ertrag mindert oder die Pflanzen sogar töten kann. In diesem Artikel erfahren Sie, welche 8 häufigsten Gurken-Schädlinge in Ihrem Garten auftreten können und wie Sie sie gezielt bekämpfen.
1. Blattläuse
Blattläuse sind kleine, weiche Insekten, die sich gerne auf der Unterseite von Blättern und Stielen niederlassen. Sie treten meist in Grün- oder Gelbtönen auf, können aber auch rosa, braun, rot oder schwarz sein. In kleinen Mengen verursachen sie kaum Probleme, bei starkem Befall führen sie jedoch zu vergilbten oder verformten Blättern, nekrotischen Flecken und reduziertem Pflanzenwachstum.
Außerdem sondern Blattläuse Honigtau ab, eine klebrige, zuckerhaltige Substanz, die Ameisen anlockt und die Entwicklung von Rußtau fördert, welcher die Pflanze schwarz bedeckt.
Blattläuse bekämpfen
- Starke, gesunde Pflanzen mit einem kräftigen Wasserstrahl abspritzen, um Blattläuse abzuschütteln.
- Befallene Blätter und Äste großzügig zurückschneiden.
- Reflektierende Mulchfolien wie silberfarbene Plastikfolien um die Pflanze legen, um Blattläuse abzuschrecken.
- Im Notfall auf biologische Insektizide wie insektizide Seife oder Neemöl zurückgreifen.
2. Kohlweißlingsraupen (Cabbage Loopers)
Kohlweißlingsraupen sind kleine, blassgrüne Raupen mit weißen Längsstreifen. Sie fressen Löcher in die Blätter, was von wenigen kleinen Löchern bis zu großflächigen, zerstörten Blättern reicht. Beim Bewegen machen sie typische Körperbögen und werden deshalb „Fadenwürmer“ genannt.
Die Eier werden einzeln auf Blättern abgelegt, was eine Unterscheidung zu anderen Raupen erleichtert. Diese Schädlinge können erheblichen Schaden anrichten, wenn sie unkontrolliert bleiben.
Kohlweißlingsraupen entfernen
- Nützlinge wie parasitäre Schlupfwespen freisetzen, die die Larven attackieren.
- Eier und Raupen von Hand absammeln oder befallene Pflanzenteile abschneiden.
- Das biologische Mittel Bacillus thuringiensis (Bt) anwenden, das die Raupen tötet.
3. Gurkenkäfer
Gurkenkäfer sind besonders hartnäckig und treten hauptsächlich in zwei Arten auf:
- Der gestreifte Gurkenkäfer (Acalymma vittatum)
- Der gefleckte Gurkenkäfer (Diabrotica undecimpunctata)
Beide fressen Löcher in Blätter und Blüten, während ihre Larven die Wurzeln befallen und schädigen. Symptome eines Befalls können verkümmerte Pflanzen, beschädigte Blätter, Stengel oder Blattstiele sowie Narben an den Früchten sein.
Gurkenkäfer bekämpfen
- Resistente Sorten wie ‘Saladin’ oder ‘Gemini’ verwenden.
- Nach der Keimung der Samen bis zur Blütezeit die Pflanzen mit einem luftdurchlässigen Vlies abdecken, dann entfernen, damit Bestäuber Zugang erhalten.
- Gelbe Klebefallen aufstellen, jedoch mit Vorsicht, da auch Nützlinge gefangen werden können.
4. Dickmaulrüssler (Cutworms)
Die Larven der Dickmaulrüssler zerstören oft junge Setzlinge, indem sie Stängel an der Erdoberfläche durchbeißen. Gelegentlich verursachen sie auch unregelmäßige Löcher in den Früchten. Diese nachtaktiven Schädlinge verbergen sich tagsüber im Boden oder Pflanzenresten.
Dickmaulrüssler vertreiben
- Nach der Ernte alle Pflanzenreste sorgfältig entfernen und vor der Neupflanzung zwei Wochen warten.
- Schutzhüllen aus Plastik oder Aluminiumfolie bauen, die die Stängel 7 cm lang umschließen – 3 cm in den Boden und 3 cm darüber.
- Nachts im Garten aktiv Larven absammeln.
- Kieselgur (Diatomeenerde) rund um die Pflanzenbasis ausstreuen, um einen scharfen Barriereeffekt zu erzeugen.
- Bei starkem Befall gezielt Insektizide einsetzen.
5. Kartoffelkäfer (Flea Beetles)
Kleine, 1,5 bis 3 mm große, meist dunkle und schillernde Käfer, die beim Stören wie Flöhe hochspringen. Junge Pflanzen sind empfindlicher gegenüber diesen Schädlingen, die winzige Löcher in Blätter fressen. Schwere Befälle können zum Absterben der Pflanzen führen.
Kartoffelkäfer bekämpfen
- Frühzeitig luftdurchlässige Vliesabdeckungen verwenden.
- Lockpflanzen, vor allem aus der Familie der Kreuzblütler, anpflanzen, um Käfer abzulenken.
- Mulchschichten auf dem Boden ausbringen, um das Hochklettern der Käfer zu verhindern.
- Neemöl oder Diatomeenerde als natürliche Bekämpfungsmittel einsetzen.
6. Schnecken und Nacktschnecken
Schnecken sind für Gärtner eine große Herausforderung, da sie Pflanzen schnell kahlfressen. Sie bevorzugen schattige, feuchte Stellen mit wenig Luftzirkulation und benötigen feuchte Bedingungen zum Überleben.
Schnecken effektiv bekämpfen
- Boden unter den Gurkenpflanzen trocken halten und zwischen den Wassergaben austrocknen lassen.
- Blätter und andere Pflanzenreste entfernen, die Feuchtigkeit speichern.
- Schnecken selbst absammeln und entfernen.
7. Thripse
Thripse sind winzige, etwa 1,5 mm lange Insekten, die an silbrig glänzenden Blättern und schuppigen Verfärbungen zu erkennen sind. Sie hinterlassen schwarze Kotspuren. Die meisten sind blassgelb bis hellbraun gefärbt. Bei starkem Befall verwelken und verformen die Blätter.
Thripse verhindern und bekämpfen
- Keine Gurken in der Nähe von Zwiebeln oder Knoblauch pflanzen, da diese Thripse anziehen.
- Reflektierenden Mulch verwenden, um die Plagegeister abzuschrecken.
- Bei starkem Befall auf Insektizide zurückgreifen.
8. Weiße Fliegen
Mehrere Arten von Weißen Fliegen befallen Gurken, vor allem Gewächshaus- und Silberblattweiße Fliegen. Diese kleinen Schädlinge saugen Pflanzensaft an der Blattunterseite, was zu Austrocknung und geringerem Ertrag führt.
Weiße Fliegen bekämpfen
- Mit luftdurchlässigen Vliesabdeckungen die Pflanzen schützen.
- Reflektierende Mulchen auslegen, um Weiße Fliegen fernzuhalten.
- Pflanzenreste entfernen und Beete sauber halten, um Befall zu vermeiden.
- Insektizide nur bei starkem Befall gezielt einsetzen.
Fazit: Gurkenschädlinge früh erkennen und richtig handeln
Die frühzeitige Erkennung von Gurkenschädlingen ist der Schlüssel, um eine gesunde und ertragreiche Gurkenernte zu gewährleisten. Setzen Sie bevorzugt auf biologische und mechanische Methoden zur Schädlingsbekämpfung, um Ihr Gartenökosystem zu schützen. Mit diesen Tipps sind Sie bestens gewappnet, um die häufigsten Feinde Ihrer Gurkenpflanzen in Schach zu halten.
