Pastinaken Anbauen: Die besten Sorten, Anbauanleitung, Pflege, Probleme und Ernte
Pastinaken sind ein oft unterschätztes Wurzelgemüse, das in Supermärkten selten im Rampenlicht steht. Während Karotten als strahlende Stars in der Gemüseabteilung gefeiert werden, fristen Pastinaken oft ein Schattendasein. Dabei sind sie geschmacklich ebenso vielseitig und enthalten sogar mehr Vitamine und Mineralstoffe als ihre orangen Verwandten.
Die besten Pastinakensorten im Überblick
Gärtner schätzen eine große Vielfalt an Karottensorten, doch auch Pastinaken bieten zahlreiche Sorten mit unterschiedlichen Eigenschaften:
- All American: Früh reifende Sorte mit einer Reifezeit von etwa 95 Tagen, zudem resistent gegen viele Krankheiten.
- Hollow Crown: Eine alte Sorte mit langen Wurzeln, keimt allerdings langsam.
- Harris Model: Produziert bis zu 30 cm lange Wurzeln und ist eine der gängigeren Sorten.
- Turga: Reift in ungefähr 110 Tagen, mit breiten Wurzeln und gleichmäßigem Erscheinungsbild.
- Albion: Große, weiße und dicke Wurzeln, Reifezeit ca. 120 Tage.
- Javelin: Eignet sich besonders für die Frühjahrsernte, ähnlich wie Albion, aber etwas schmaler.
- White Spear: Weiße Wurzeln mit einem konischen unteren Teil.
- Halblange: Gleichmäßige Wurzeln in keilförmiger Form, bis 25 cm lang.
- Lancer: Reift in 120 Tagen, produziert lange Wurzeln mit cremefarbener Fleischstruktur und ist krankheitsresistent.
Pastinaken richtig anbauen – Standort, Boden & Aussaat
Anbaubedingungen
- Wuchszone: Pastinaken gedeihen in den USDA-Zonen 2 bis 9.
- Standort: Vollsonnig bis halbschattig.
- Boden: Lockerer, sandiger Lehmboden mit einem pH-Wert zwischen 5,8 und 7,5; gut durchlässig und nährstoffreich.
Aussaatzeitpunkt
Pastinaken keimen langsam und benötigen eine längere Vegetationsperiode als Karotten. Sobald Schnee und Frost verschwunden sind und der Boden auftaut, sollten Sie die Samen etwa 3 bis 5 Wochen vor dem letzten Frosttermin direkt ins Freiland säen.
Saattiefe und Pflanzabstand
- Die Samen etwa 1,5 cm tief setzen und mit einem Abstand von ca. 2,5 cm aussäen.
- Nach dem Keimen die Pflanzen vereinzeln, sodass ein Abstand von mindestens 7,5 cm zwischen den Jungpflanzen und 60 cm Reihenabstand entsteht.
Wichtige Hinweise zur Aussaat
Verwenden Sie nur frische Pastinakensamen, da diese schwer keimen und schnell ihre Keimfähigkeit verlieren. Sind die Bedingungen optimal, kann die Keimung bis zu drei Wochen dauern – Geduld ist gefragt!
Pflege von Pastinaken – Wässern, Düngen und Unkraut entfernen
Vorsicht bei der Handhabung
Die Blätter enthalten Furanocumarine, die bei Hautkontakt lichtempfindliche Reaktionen oder Irritationen hervorrufen können. Tragen Sie daher bei der Pflege Gartenhandschuhe.
Bewässerung
Bewässern Sie Ihre Pastinaken besonders in den Sommermonaten regelmäßig mit etwa 2,5 cm Wasser pro Woche. Mulchen mit organischem Material hilft, die Feuchtigkeit länger im Boden zu halten.
Unkrautmanagement
Entfernen Sie Unkraut frühzeitig, da dieses den Wurzelraum beeinträchtigen und das Wachstum stören kann.
Düngung
Füttern Sie die Pflanzen monatlich mit einem ausgewogenen, organischen Dünger, um eine gleichmäßige Nährstoffversorgung während der gesamten Wachstumsperiode sicherzustellen.
Häufige Probleme beim Pastinakenanbau und Lösungen
Blattläuse
Diese Schädlinge sitzen gerne auf den Blättern. Ein biologisches Insektizid oder insektizide Seife kann bei Befall helfen. Weitere Tipps finden Sie in unserem Leitfaden gegen Blattläuse.
Karottenfliegen
Die Larven dieser Fliegen schädigen die Wurzeln von Karotten und Pastinaken gleichermaßen. Zum Schutz empfiehlt es sich, die Pflanzen in der Nähe von Schnittlauch oder anderen Lauchgewächsen anzubauen, da diese abschreckend wirken können. Pflanzenschutz mittels einem dreifüßigen Maschendrahtzaun, Vliesabdeckungen oder Hochbeeten ist besonders effektiv. Fachgerechte Fruchtfolge und das Anpflanzen von Ringelblumen unterstützen zusätzlich beim Schutz.
Blattminen
Diese kleinen Raupen fressen Tunnel in die Blätter und schwächen die Pflanzen. Entfernen Sie befallene Blätter manuell oder nutzen Sie ebenfalls Vliesabdeckungen und locken Sie parasitäre Wespen an. Gelbe und blaue Klebefallen können ebenso helfen.
Pastinakenkrebs
Ein Pilzbefall, der oft vermieden werden kann, indem man Karottenfliegen fernhält, das Beet unkrautfrei hält und Staunässe vermeidet.
Erdraupen
Diese Raupen fressen am Pflanzenstamm und können die Pflanzen komplett töten. Unser Leitfaden zu Erdraupen zeigt effektive Gegenmaßnahmen.
Unregelmäßige Wurzeln und grüne Spitzen
- Unförmige Wurzeln treten häufig bei ungeeigneten Böden auf (zu dünne Erde).
- Grüne Spitzen entstehen bei Sonnenlichtkontakt – diese sind nicht essbar.
- Risse an der Wurzel deuten auf unregelmäßige Bewässerung hin.
- Übermäßige kleine Haarwurzeln können ein Indikator für zu viel Stickstoff sein.
Keimprobleme und schwaches Wachstum
Oft wird der Aussaatzeitraum zu kurz bemessen oder die Samen sind alt und nicht mehr keimfähig. Die Saat sollte mindestens 1 cm tief liegen, um optimale Bedingungen zu schaffen.
Geschmacklich schlechte Pastinaken
Pastinaken entwickeln erst nach Frost einen süßeren Geschmack. Lassen Sie die Wurzeln daher bis zum ersten Frost im Boden.
Blühende Pastinaken im ersten Jahr
Frühzeitige Frost-Einwirkung kann die Pflanzen dazu verleiten, vorzeitig zu blühen und Samen zu bilden. Rowcovers und andere Schutzmaßnahmen können dem vorbeugen.
Begleitpflanzen für Pastinaken – richtige Nachbarn im Garten
Pastinaken gedeihen gut neben folgenden Pflanzen:
- Salat
- Salbei
- Rosmarin
- Erbsen
- Bohnen
- Paprika
- Knoblauch
- Radieschen
- Kartoffeln
Wichtig: Vermeiden Sie die Bepflanzung in direkter Nachbarschaft mit Karotten, Fenchel, Dill, Petersilie, Sellerie, Kohl, Tomaten und Spinat.
Ernte und Lagerung von Pastinaken
Pastinaken sind nach etwa 16 Wochen erntereif. Der Geschmack verbessert sich durch Frostkontakt, daher empfiehlt sich die Ernte nach dem ersten Bodenfrost. Achtung: Pastinaken besser nicht in hart gefrorenem Boden ausgraben, da sie dann schwer zu gewinnen sind.
Lagern Sie die geernteten Wurzeln ähnlich wie Karotten: In trockenem Sand, kühl und dunkel.
Wenn Sie Samen für das Folgejahr gewinnen möchten, müssen die Pflanzen zweijährig angebaut werden, da sie erst im zweiten Jahr blühen und Samen bilden.
Kochen mit Pastinaken – vielseitige Verwendung in der Küche
Pastinaken sind ein köstlicher und vielseitiger Ersatz für Karotten. Ideal für Suppen, Eintöpfe oder einfach geröstet aus dem Ofen. Sie lassen sich ebenso gut zu Püree verarbeiten. Ihre süßliche Note wird nach Frost besonders betont.
Gesundheitliche Vorteile von Pastinaken
Die süßlichen Wurzeln sind reich an Ballaststoffen, Antioxidantien sowie Vitamin C und K. Ballaststoffe fördern die Verdauung und können helfen, den Blutzuckerspiegel zu regulieren. Das Vitamin C stärkt das Immunsystem. Tatsächlich sind Pastinaken in ihrer Nährstoffdichte Karotten überlegen – ein guter Grund, sie öfter anzubauen und zu genießen!
