Wie Sie Weißkohl-Weißlinge effektiv von Ihren Kohlgemüsen fernhalten
Kohlgemüse wie Brokkoli, Blumenkohl, Grünkohl, Rucola und Weißkohl sind nicht nur vielseitig und köstlich, sondern bei Hobbygärtnern weltweit besonders beliebt. Doch leider sind diese Pflanzen auch die Lieblingsspeise des Weißkohl-Weißlings (Pieris rapae), der, wenn nicht rechtzeitig gehandelt wird, ganze Ernten vernichten kann. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie den gefräßigen Schmetterlingen und ihren Engerlingen mit einfachen, natürlichen Methoden erfolgreich zu Leibe rücken können.
Über den Weißkohl-Weißling
Der Weißkohl-Weißling ist ein kleiner Schmetterling mit cremig weißen Flügeln und einigen dunklen Punkten an den Außenrändern. Er ist in Nordamerika, Nordeuropa, Australien und Neuseeland verbreitet. Seine größere Verwandte, der große Kohlweißling (Pieris brassicae), ist in Südeuropa, Asien und Nordafrika heimisch. Beide Arten verursachen durch ihre Raupen großen Schaden an Brassica-Gewächsen wie Kohl und Grünkohl.
Wie erkennen Sie einen Befall?
Ein sicherer Hinweis auf einen Befall sind kleine weiße Falter, die um Ihre Pflanzen fliegen, und insbesondere üppige Fraßschäden wie große Löcher in den Blättern. Die Raupen fressen nicht nur Blattwerk, sondern graben sich auch in die Herzstücke von Kohl oder Brokkoli ein, wodurch diese ungenießbar werden. Finden Sie Eier oder Raupen auf der Blattunterseite, sollten Sie schnell handeln, da sich die Schäden rasch ausbreiten.
Effektive Methoden zur Bekämpfung von Weißkohl-Weißlingen
Für einen erfolgreichen Schutz Ihrer Kohlgemüse empfiehlt sich eine Kombination aus drei Hauptstrategien: Schutznetze (Row Covers), Fangpflanzen (Trap Crops) und natürliche Sprays. Zudem erhöhen nützliche Insekten Ihre Erfolgschancen.
1. Schutznetze (Row Covers) verwenden
Schutznetze sind feinmaschige Abdeckungen, die verhindern, dass die Schmetterlinge ihre Eier auf den Pflanzen ablegen. Ideal sind schwarze Netzgewebe, die so dicht sind, dass die Falter nicht hindurchkommen. Achten Sie darauf, dass das Netz nicht durch größere Pflanzen berührt wird, da sonst die Schmetterlinge Zugang bekommen könnten.
Eine praktische Alternative sind feinmaschige Moskitonetze, die oft sogar an Haushaltsnetzbetten wiederverwendet werden können. Die Installation erfordert zwar etwas Aufwand, doch die Ergebnisse machen den Einsatz lohnenswert und schützen die Pflanzen zuverlässig vor Eierablagen.
2. Fangpflanzen (Trap Crops) einsetzen
Fangpflanzen dienen als Köder und halten die Weißkohl-Weißlinge von Ihren Hauptkulturen fern. Hierfür pflanzen Sie weniger schmackhafte Kohlsorten wie Senfblätter (Brassica juncea) am Rand Ihrer Beete an. Diese locken die Schädlinge an und werden dann bewusst geopfert, damit Ihre wertvollen Gemüse geschützt bleiben.
Pflanzen Sie ausreichend Fangpflanzen und lassen Sie diese an anderen Stellen aussäen, um im Folgejahr erneut davon Gebrauch machen zu können. Fangpflanzen sind eine nachhaltige und bewährte Maßnahme im integrierten Pflanzenschutz.
3. Insektizide Sprays auf natürlicher Basis
Ein bewährter Schutzspray ist ein Knoblauchwasser-Spray, da Weißkohl-Weißlinge Knoblauchgeruch nicht mögen. Für die Herstellung benötigen Sie:
- Wasser
- Zerkleinerter Knoblauch
- Eine Sprühflasche
Zur Vorbeugung geben Sie pro Tasse Wasser eine zerdrückte Knoblauchzehe hinzu. Bei starkem Befall erhöhen Sie die Menge auf zwei ganze Knoblauchknollen pro Tasse Wasser. Den Knoblauch zerkleinern, mit kochendem Wasser übergießen und 8 bis 10 Stunden ziehen lassen. Anschließend durch ein feines Sieb oder Mulltuch abseihen, um Verstopfungen der Sprühdüse zu vermeiden.
Sprühen Sie Ihre Pflanzen, besonders die Blattunterseiten, wöchentlich damit ein. Bei starkem Befall verkürzen Sie die Intervalle auf drei bis vier Tage und wiederholen nach Regenfällen. Für extra Wirkung können Sie etwas Pflanzenöl und scharfe Chilisauce (z.B. Peri Peri oder Scotch Bonnet) hinzufügen. Großere Raupen sollten manuell entfernt und in Seifenwasser entsorgt werden.
4. Nützliche räuberische Insekten fördern
Bestimmte Insekten wie parasitäre Braconiden-Wespen legen ihre Eier in die Raupen der Weißlinge, was deren Vermehrung stark einschränkt. Um diese hilfreichen Wespen anzulocken, pflanzen Sie rund um Ihre Beete zum Beispiel Schafgarbe, Rainfarn, Kamille, Katzenminze und Duftsteinrich (Alyssum).
Weißklee als Begleitpflanze ist ebenfalls ideal, denn er versorgt Ihre Gemüse mit Stickstoff und lockt neben den Wespen auch Florfliegen an, die ebenfalls Schädlinge bekämpfen.
Fazit: So schützen Sie Ihre Kohlgemüse effektiv
Mit regelmäßiger Kontrolle und der Umsetzung der beschriebenen Methoden schützen Sie Ihre Kohl- und Brassica-Pflanzen nachhaltig vor dem Weißkohl-Weißling. Achten Sie besonders auf die Blattunterseiten – hier verbergen sich meist Eier sowie frisch geschlüpfte Raupen. Überprüfen Sie Ihre Fangpflanzen und schützen Sie Ihre Kulturen mit Row Covers sowie natürlichen Sprays.
So genießen Sie leckeres, gesundes Kohlgemüse aus dem eigenen Garten ohne lästige Schädlinge!
