Wie man auf humane Weise Skunks aus dem Garten vertreibt
Sie bemerken kleine, flache Löcher in Ihren Beeten oder Ihr Erdbeerbeet ist plötzlich kahl? Möglicherweise haben Sie Skunks in Ihrem Garten! Skunks können in Gärten zwar lästig sein, sollten aber mit Respekt und Fürsorge behandelt werden. In diesem Artikel erfahren Sie, wie Sie ein Skunk-Problem erkennen und was Sie tun können, um diese Tiere schonend fernzuhalten, ohne ihnen zu schaden.
Unsere stinke Freunde kennenlernen: Was sind Skunks?
Skunks sind in ganz Nordamerika verbreitet und fallen vor allem durch ihren markanten, moschusartigen Geruch sowie ihr schwarz-weißes Fellmuster auf. Es gibt mehrere Arten, doch der gestreifte Skunk ist am häufigsten. Weitere Arten sind der gefleckte Ost- und Westskunk, der Kapuzen-Skunk im Südwesten sowie der Stinktier-Spitzmaulskunk in den Rocky Mountains.
Skunks sind nachtaktive Tiere, die meist in der Dämmerung auf Nahrungssuche gehen. Oft sieht man sie nicht, sondern nimmt nur ihren Geruch wahr. Sie sind im Allgemeinen friedlich und aggressiv nur zur Verteidigung – beispielsweise durch das Absondern ihres typischen Spraygeruchs, wenn sie sich bedroht fühlen.
Warum sind Skunks ein Problem im Garten?
Skunks sind ausgeprägte Gräber. Sie ernähren sich überwiegend von Insekten, Regenwürmern, Fröschen und kleinen Nagetieren wie Maulwürfen. Mit ihren kräftigen Krallen graben sie deshalb Löcher im Boden, um nach Nahrung zu suchen. Diese Graberei kann Ihre Jungpflanzen und besonders niedrige Kulturen wie Salat beschädigen.
Sie lieben zudem Beeren, Pilze und Nüsse, weshalb Erdbeer- und Brombeersträucher besonders gefährdet sind. Auch in Komposthaufen oder Blumenteichen hinterlassen sie gerne ihre Spuren. Wenn Sie lose Mülltonnen oder Futternäpfe im Garten stehen haben, kann das Skunks zusätzlich anlocken.
Skunks und Bienenstöcke
Skunks stellen auch eine Gefahr für Bienen dar. Muttertiere bringen ihren Jungen bei, am Eingang von Bienenstöcken zu kratzen. Die Wächterbienen reagieren darauf und werden von den Skunks gefressen. Dieses Verhalten findet nachts statt, wenn die Bienen schlechter sehen.
Die Vorteile von Skunks im Garten
Trotz aller Schäden haben Skunks auch ihre positiven Seiten. Sie fressen zahlreiche schädliche Insekten wie Larven des Japanischen Käfers, Schnecken, Kohlwickler und gelbe Wespen. Zudem sind sie natürliche Feinde von Mäusen und Wühlmäusen – ein willkommenes Plus für Gartenbesitzer, die mit solchen Schädlingen zu kämpfen haben.
Wie Sie Ihre Pflanzen vor Skunks schützen
1. Barrieren errichten
Der sicherste Schutz gegen Grabfreudige sind Garten- oder Zaunbarrieren. Skunks klettern schlecht, daher reicht ein Zaun von etwa 60 cm Höhe. Die Zaunkonstruktion sollte aber unbedingt zwei Fuß (ca. 60 cm) tief im Boden verankert sein, da die Tiere gerne darunter durchgraben.
2. Elektrischer Gartenzaun
Elektrische Zäune, insbesondere Elektro-Netze, können wirksam abschrecken. Ein leichter Stromschlag nach ein paar Versuchen sorgt meist dafür, dass die Tiere den Zaun meiden.
3. Lichtquellen einsetzen
Da Skunks nachtaktiv sind und schlechtes Sehvermögen haben, helfen Bewegungsmelder oder helle Leuchten in der Nähe gefährdeter Pflanzen. Das plötzliche Licht vertreibt die Tiere vorübergehend.
4. Verwendung von Raubtierurin
Der Einsatz von Urin von Wölfen oder Kojoten kann abschreckend wirken. Sie erhalten solche Produkte in Gartencentern. Achten Sie darauf, dass der Urin auf humane Weise gesammelt wurde.
5. Schutz für Jungpflanzen
- Schützen Sie empfindliche Jungpflanzen mit kleinen Drahtkäfigen oder Klöchen.
- Abdeckungen mit Gartenvlies halten Boden warm und feucht und erschweren das Graben.
6. Verstecke und Nistplätze sichern
Skunks suchen tagsüber oft Unterschlupf unter Schuppen oder Gebäuden. Verschließen Sie daher diese Bereiche mit stabilem Drahtgeflecht (kein Hühnerdraht), um ein Einquartieren zu verhindern.
7. Kontrolle der Nahrungsquellen
Reduzieren Sie Käferlarven im Garten durch den Einsatz von Milky Spore oder Nematoden, um die Attraktivität Ihres Gartens für Skunks zu verringern.
Was Sie bei der Skunk-Bekämpfung vermeiden sollten
Achtung vor Fallenstellen, Umsiedeln oder dem Abschuss von Skunks. Diese Methoden sind oft verboten, unethisch und gefährden die Tiere. Umsiedelungen setzen Skunks neuen Gefahren aus, da sie sich in fremden Revieren nicht zurechtfinden und oft verhungern oder von dominanten Tieren getötet werden.
Citrusschalen, Hausmittel wie Rizinusöl oder Dog-Pipi sind laut Erfahrungen meist wirkungslos oder kaum hilfreich. Skunks lieben Obst und sind an gewöhnliche Hausgerüche gewohnt.
Warnzeichen der Skunks: So merken Sie, dass Sie Abstand halten sollten
Skunks stechen selten ohne Vorwarnung. Bei Bedrohung stampfen sie mit den Vorderfüßen, um Sie zu warnen, dann drehen sie sich um, heben den Schwanz und signalisieren mit dem Hinterteil „Ich zähle bis drei“. Bleiben Sie dann ruhig und entfernen Sie sich langsam, bevor das Spray versprüht wird. Skunks sind vorsichtig, da sie Zeit zum Nachproduzieren ihres Duftöls brauchen und nach dem Sprühen einige Tage „schutzlos“ sind.
Fazit: Skunks sind gutmütige Helfer, keine unkontrollierbaren Schädlinge
Skunks mögen zwar als Schädlinge erscheinen, spielen aber eine wichtige Rolle als Schädlingsbekämpfer und Nützlinge im Garten. Mit den genannten Maßnahmen können Sie sie effektiv aus Ihren Beeten fernhalten, ohne den Tieren zu schaden. So bewahren Sie die natürliche Balance in Ihrem Garten und können Ihr Gemüse und Ihre Beeren ernten – ohne unangenehme Begegnungen.
